Fußball

Für Robin Gosens ist der Traum von der Coppa Italia geplatzt

Robin Gosens (ganz links) ist auf der Torlinie machtlos beim Schuss von Lazios Joaquin Correa (Nummer 11).

Robin Gosens (ganz links) ist auf der Torlinie machtlos beim Schuss von Lazios Joaquin Correa (Nummer 11).

Foto: Alberto Lingria

Elten.   Robin Gosens hat mit Atalanta Bergamo das italienische Pokalfinale gegen Lazio Rom verloren. Fans feiern Eltener für einen spektakulären Sprint.

Die 90. Minute ist im Stadio Olimpico angebrochen. Seit vier Minuten steht Robin Gosens auf dem Feld. Der Eltener soll nach seiner Einwechselung mit für die Wende sorgen. Denn im Finale des italienischen Pokals liegt Atalanta Bergamo mit 0:1 in Rückstand. Sergej Milinkovic-Savic hat in der 82. Minute für Lazio Rom zur Führung getroffen.

Die Minuten ticken herunter. Atalanta macht Druck. In der Schlussminute der offiziellen Spielzeit bekommt das Team von Coach Gian Piero Gasperini einen Freistoß im rechten Halbfeld zugesprochen. Alle Mann rücken auf. Atalantas Torhüter Pierluigi Gollini steht kurz vor der Mittellinie. Gosens lauert im Strafraum auf die Hereingabe.

Freistoß leitet Konter ein

Doch der schwach getretene Freistoß wird von einem Laziali einfach nach vorne gedroschen. Joaquín Correa nimmt den Ball auf und lässt zwei Abwehrspieler alt aussehen. Im Vollsprint ist auch Robin Gosens nach hinten geeilt. Er hat Ball und Gegner überholt und positioniert sich mittig auf der eigenen Torlinie.

Correa entscheidet sich zum Schuss. Das Spielgerät ist für den Schlussmann nicht mehr zu parieren. Für einen Bruchteil einer Sekunde liegt die Hoffnung aller Atalanta-Anhänger auf den Schultern von Gosens. Der Bergamo-Spieler mit der Rückennummer acht berührt den Ball noch mit dem Knie, doch den Einschlag im Netz kann er nicht verhindern.

110 Meter in der Schlussminute gesprintet

Es ist die Entscheidung in der Coppa Italia. Lazio feiert. Nach sechs Minuten Nachspielzeit ertönt der Abpfiff. Während die Akteure in den schwarz-blau gestreifen Trikots auf dem regendurchnässten Grün des Olympistadions sinken, wird in den Katakomben der Pokal graviert. Für Bergamo ist der Traum vom zweiten Pokalsieg nach der Saison 1962/63 geplatzt. Doch Gosens 110 Meter Sprint in der Schlussminute wird schon am nächstenTag ein viraler Hit.

The Guardian nennt es „einen heroischen Versuch“

Viele Fußballfans weltweit feiern ihn für seinen Einsatz. Die englische Zeitung The Guardian nennt es gar „einen heroischen Versuch“. Und viele Fans haben Mitleid, dass er eigentlich keine echte Chance hat, den zweiten Gegentreffer in den späten Abendstunden in Rom zu verhindern.

Tränen beim Gang in die Kurve

Bei einigen Mitspielern des Elteners sind Tränen zu sehen, als sie nach dem Schlusspfiff zu ihren Fans in die Kurve gehen. 20.000 Anhänger sind Atalanta in die italienische Hauptstadt gefolgt und applaudieren auch den Verlierern.

Atalanta fordert Handelfmeter

Das Spiel hätte sich auch in eine andere Richtung entwickeln können. Denn in der ersten Hälfte wird ein Schuss von Marten de Roon vom Arm von Lazio-Innenverteidiger Bastos abgelenkt. Bei der aktuellen Regelauslegung gibt es eigentlich keinen Interpretationsspielraum für den Schiedsrichter. Doch dessen Pfeife bleibt stumm. Auch der Video-Schiedsrichter greift nicht ein. „Das ist eigentlich nicht zu begreifen, denn die Aktion ist extrem eindeutig“, echauffiert sich auch Coach Gasperini auf der Pressekonferenz.

Bastos wird kurze Zeit nach dem nicht gepfiffenen Handelfmeter von Lazio-Coach Simone Inzaghi vom Feld genommen. Der Angolaner ist bereits mit Gelb verwarnt.

Traum von der Champions League lebt

Auch wenn Atalanta den Pokal nicht in den Himmel stemmen kann, die hervorragende Saison können sie dennoch krönen. Denn immer noch schnuppern sie an der ersten Champions League-Teilnahme in der Vereinsgeschichte.

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