Motor-Rennsport

Formel 1: Hülkenbergs Lenkrad nach Protest beschlagnahmt

Eine Runde Rugby, Kumpel? Nico Hülkenberg (r.) mit seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo in Suzuka.

Eine Runde Rugby, Kumpel? Nico Hülkenberg (r.) mit seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo in Suzuka.

Foto: XPB / James Moy Photography Ltd.

Emmerich.  Wegen einem Protest nach dem Rennen in der Formel 1 in Suzuka/Japan ist der Emmericher Rennfahrer Nico Hülkenberg erst einmal sein Lenkrad los.

Mittags war die Welt von Nico Hülkenberg noch in Ordnung. Er kam beim Großen Preis von Japan auf dem Rundkurs von Suzuka perfekt von der Startmarkierung von Rang 15 weg. Kimi Räikkönen, direkt vor ihm, erwischte einen schwachen Start. Der Emmericher im Diensten von Renault zog links vorbei. Auf der Außenbahn ging es dann Richtung Kurve eins. Auch hier bewies der 32-Jährige Mut und hielt die Spur, kassierte ein paar weitere Autos. Das Manöver war den offiziellen Kanälen der Formel 1 in den sozialen Netzwerken einen kurzen Highlight-Clip wert. Am Ende brachte unter anderem der starke Start dem Emmericher Rang zehn in der Tageswertung ein.

Doch am Sonntagabend (Ortszeit) hatte sich Nico Hülkenbergs Laune sicher gewandelt: von fröhlich zu verhalten miesepetrig. Das Racing Point Team legte nämlich Protest gegen die Rennwertung ein. Renault soll geschummelt haben. Konkret geht es dabei um ein automatisiertes System, dass die Bremsbalance während der Runde entsprechend anpasst. Das ist laut Reglement in der Formel 1 verboten.

Die Fahrer müssen die Einstellungen im Cockpit selbst am Auto vornehmen. „Jedes System (…), das dazu in der Lage ist, die Konfiguration oder die Performance eines Teils des Bremssystems zu beeinflussen, ist verboten“, heißt es im offiziellen Regelwerk des Weltverbandes FIA. Lenkräder und die Elektronikkontrolleinheiten der Renaults wurden beschlagnahmt und sollen nun detailliert geprüft werden. Es könnte also durchaus sein, dass Hülkenberg und Ricciardo ihre Zähler für die Ränge sechs und zehn aberkannt werden. Eine Entscheidung könnte es laut Bild-Zeitung zum Ende dieser Woche geben.

Achterbahn der Gefühle

Egal, wie der Protest ausgehen mag. Für Hülkenberg war das Rennwochenende in Japan eine Achterbahn der Gefühle. In der Qualifikation hatte der Emmericher noch mit technischen Problemen zu kämpfen und schied im zweiten Abschnitt aus. Und überhaupt: Wegen Taifun Hagibis wurde der gesamte Zeitplan der Formel 1 durcheinandergebracht, so dass das Qualifying schließlich am Sonntagmorgen ausgefahren werden musste.

Dann folgte die Aufholjagd im Rennen. Gegen Ende musste Hülkenberg noch seinen Teamkollegen Ricciardo ziehen lassen – eine Entscheidung der Renault-Box. „Nico hat das Team-Zusammenspiel akzeptiert, was dann sehr gut funktioniert hat. Ein großes Dankeschön deshalb an ihn“, sagte sein Chef Cyril Abiteboul in Suzuka. Ricciardo kam so bis auf den sechsten Platz vor.

Am kommenden Wochenende wird in der Formel 1 nicht gefahren. Der Tross zieht nun nach Mexiko weiter. Dort steht am 27. Oktober (20.10 Uhr/RTL) der nächste Grand Prix im Rennkalender. Ein gutes Pflaster für den Emmericher. Seit 2015 gastiert die Königsklasse nach vielen Jahren Pause wieder in Mittelamerika. Hülkenberg wurde einmal Sechster, fuhr zweimal auf Rang sieben und schied einmal aus.

Das sind die übrigen Renntermine:

Bis Anfang Dezember läuft die Saison in der Formel 1. Es stehen bis dahin für Nico Hülkenberg noch vier Rennen auf dem Programm.

In Mexiko City geht es am 27. Oktober (20.10 Uhr) weiter. Es folgen die Rennen in Austin/USA (3. November/20.10 Uhr), Sao Paulo/Brasilien (17. November/18.10 Uhr) und Abu Dhabi/Vereinige Arabische Emirate (1. Dezember/14.10 Uhr).

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