Eishockey

Video-Studium beim EV Duisburg ohne Erkenntnisse

Toni Lamers von den Moskitos Essen beschäftigt hier die Duisburger Christian Wendler (links) und Arthur Lemmer. Die Füchse lieferten am Dienstag in Essen eine schwache Leistung ab.

Toni Lamers von den Moskitos Essen beschäftigt hier die Duisburger Christian Wendler (links) und Arthur Lemmer. Die Füchse lieferten am Dienstag in Essen eine schwache Leistung ab.

Foto: Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Trainer des EV Duisburg quälten ihre Spieler mit einer Analyse der Pleite in Essen. Am Freitag kommen die Hannover Scorpions nach Duisburg.

Darf man Spieler so quälen? Die Spieler des Eishockey-Oberlisten Füchse Duisburg mussten am Mittwoch zur Strafe Fernsehen schauen. Auf dem Bildschirm lief nicht irgendwas: Die Trainer Uli Egen und Didi Hegen ließen ihr Personal die Partie vom Dienstag bei den Moskitos Essen anschauen. Bis die Augen bluteten.

Der Fuchs verlor mit 1:4 und außerdem die Spur zur direkten Teilnahme an den Play-offs. Das wollten die Männer in der sportlichen Verantwortung ihrem Team nicht durchgehen lassen. Also mussten sie die Blamage von der ersten bis zur letzten Minute noch einmal durchleben. Was das bringen soll? „Wir wollen eine Reaktion sehen“, sagt Coach Egen und blickt voraus auf das Spiel am Freitag um 19.30 Uhr in der Jomizu-Arena gegen die Scorpions aus Hannover.

Weiter voraus plant Egen nicht: „Für uns geht es jetzt nur von Spiel zu Spiel.“ Für Menschen mit erweitertem Sichtfeld: Am Sonntag um 16 Uhr ist der EV Duisburg in Farmsen zu Gast und misst sich mit den Crocodiles aus Hamburg. Schaut man auf den Tabellenstand und das Leistungsvermögen der Teams vom Wochenende, dann gilt als Faustregel: Gegen die Scorpions auf Platz sechs könnte was gehen, in Hamburg beim Tabellendritten eher nicht.

Denn das Leck im Boot haben Uli Egen und Didi Hegen noch nicht gefunden. Warum ließ ihr Team in einem so wichtigen Spiel bei einem Gegner, der zuletzt sechs Spiele in Folge verloren hatte, den Siegeswillen, alle Derbylust und jedes Talent vermissen? Darauf gibt es nur ein Achselzucken als Antworten. „Das war nichts, und zwar null-komma-nichts“, grantelt Egen.

Erklären aber kann er das Leistungsvakuum nicht. Das erneute Anschauen der Partie am Mittwoch brachte offenbar auch keine Erkenntnis. Ein Hinweis: Die Trainer hatten vor dem Derby an der Formation der Blöcke geschraubt und Artur Tegkaev aus der ersten Reihe in die zweite Sturmformation versetzt. Egen begründete das mit der Rückkehr von Robin Slanina und der Idee, neben dem Sturm mit Kyle Gibbons und Matt Abercrombie eine zweite torgefährliche Formation ins Rennen zu schicken. Der Plan ging nicht auf. So wie alle anderen für das Spiel ebenfalls nicht. Eine Korrektur des Fehlers ist am Freitag ausgeschlossen. Tegkaev ist erkrankt und fällt aus.

Ratajczyk am Knie verletzt

Der Coach muss das Wort „improvisieren“ benutzen, wenn es um die Aufstellung geht. Ricco Ratajczyk kann aufgrund einer Knieverletzung am Wochenende ebenfalls nicht an der Wiedergutmachung mitarbeiten. Auf die Rückkehr von Sam Verelst (Fußbruch) wartet man zudem. Mit vier Reihen wollen die Trainer spielen lassen, dann sehen wie es läuft und im Ernstfall korrigieren.

Der Druck ist durchaus groß, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Scorpions halten Rang sechs und sind damit derzeit für die direkte Teilnahme an den Playoffs qualifiziert. In den bisherigen Spielen gab es einen Sieg (3:1) sowie zwei Niederlagen (2:3 n.P. und 2:4). Mit einem Sieg in Essen hätte das Heimspiel die Chance auf eine Aufholjagd eröffnet. Jetzt geht es für den Tabellenachten aus Duisburg darum, zumindest die Aussicht auf Platz sieben zu wahren.

Dann hätte auch der Videoabend vom Mittwoch so etwas wie einen Sinn gehabt. Nach derzeitigem Stand wären die Moskitos aus Essen der Gegner in den Play-offs. Den Nachbarn konnte man ja nun ausreichend studieren.

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