Regionalliga

VfB Homberg kassiert kurz vor Schluss das bittere 0:1

Marvin Lorch vergab zwei große Chancen zur Führung des VfB Homberg.

Marvin Lorch vergab zwei große Chancen zur Führung des VfB Homberg.

Foto: Thorsten Tillmann

Wegberg.  Die Rückkehr nach der Coronapause hätte für Regionalligist VfB Homberg nicht ärgerlicher ausfallen können. Ein Ausfall verschlimmert die Lage.

Für Mohammed Redjeb nimmt das Warten kein Ende. „Erst unser Corona-Lockdown, jetzt das“, sagte der Innenverteidiger des VfB Homberg, als er seinen Teamkollegen mit einer Schiene am rechten Bein beim Warmmachen auf dem Fußballplatz im Waldstadion zusah. Kaum durfte der Regionalligist nach zweiwöchigem Quarantänebreak wieder trainieren, war’s für Redjeb auch schon wieder vorbei. „Ich habe mir beim Training die Kniescheibe gebrochen. Zum Glück muss ich nicht operiert werden, aber sechs Wochen wird es dauern.“ So musste der Verteidiger am Sonntag als einer von 223 maskierten Zuschauern von der Tribüne aus verfolgen, wie der VfB beim FC Wegberg-Beeck eine 0:1 (0:0)- Last-Minute-Pleite einsteckte – die Coach Sunay Acar zum Toben brachte.

Die Ansprache des Trainers war über den ganzen Platz zu hören. Bedingungslosen Zusammenhalt verlangte Acar, jeder Einzelne solle sich für diese bittere Niederlage an die eigene Nase fassen. „Das Ding habt ihr euch ganz allein zuzuschreiben“, wurde der Coach deutlich.

Ein Spiel ohne große Qualität

Etwas abgekühlter, aber immer noch deutlich angesäuert, gab Acar dann einige Minuten später zu Protokoll: „Das war heute von beiden Seiten eine ganz schlechte fußballerische Qualität und einfach ein ganz klares Willensspiel. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass uns Wegberg in diesem Spiel einen einschenken kann“, sah der Trainer einen Gegner, der im Angriff über weite Strecken harmlos agierte – was jedoch auch auf sein eigenes Team zutraf.

„Aber die entscheidenden Zweikämpfe haben die Roten gewonnen, weil wir den Fuß zurück gezogen haben, während Wegberg Kopf und Kragen riskiert hat.“ Und da wollte Acar „auch nicht als Ausrede akzeptieren, dass wir nach unserem zweiwöchigen Lockdown nur dreimal trainieren konnten“, so der Coach. „Wir wollten den Punkt erst mitnehmen, aber Wegberg machte mir nicht den frischeren Eindruck. Und da wollten wir mit zwei frischen Leuten und der Umstellung auf 4-4-2 in der letzten Viertelstunde auf Sieg gehen. Das hätten wir besser bleiben lassen sollen. Und die Einwechslungen hätten wir uns auch sparen können“, vermisste Acar den erhofften frischen Wind.

Ausgleichschance kurz vor Schluss

Das Gegenteil traf ein – hatte der VfB in seiner achten Partie am elften Spieltag bis dato kaum etwas zugelassen und durch einen Kopfball (9.) sowie einen Schuss (66.) von Marvin Lorch zwei Großchancen zur Führung ausgelassen, kippte das Spiel nun zu Gunsten der Gastgeber. Erst ballerte Wegbergs Marc Kleefisch den Ball an den Außenpfosten (79.).

Vier Minuten später war VfB-Keeper Philipp Gutkowski schon geschlagen, doch Gökhan Lekesiz schoss Hombergs auf der Linie stehenden Verteidiger Ricardo Antonaci an. In der 88. Minute erwischte es die Gäste nach einem Ballverlust im Aufbauspiel dann aber doch noch. Lekesiz brach über links durch und passte auf den kurzen Pfosten, wo Marvin Brauweiler den Ball über die Linie spitzelte. Mit dem Schlusspfiff hatte Neuzugang Samed Yesil dann sogar noch den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber an FC-Keeper Stefan Zabel.

Nun geht’s zum SV Rödinghausen

So blieb es bei der bitteren Niederlage, die Acar „richtig weh“ tat: „Um das wegzuradieren, müssen die Jungs eine richtig gute Reaktion zeigen.“ Dazu haben die Homberger bereits am kommenden Mittwoch Gelegenheit, wenn es im Mammutprogramm mit noch neun Spielen bis Ende November um 19.30 Uhr zur Nachholpartie vom achten Spieltag beim amtierenden Meister SV Rödinghausen geht. Mohammed Redjeb wird dann wieder nur zusehen können; „Ausgerechnet jetzt, wo wir so viele Spiele vor der Brust haben.“

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