Hamborn 07

Verwirrung um Partie von Hamborn 07 gegen Mülheim

Müssen wir jetzt spielen oder nicht? Hamborns Trainer Michael Pomp erlebte einen recht verwirrenden Freitagmittag.

Müssen wir jetzt spielen oder nicht? Hamborns Trainer Michael Pomp erlebte einen recht verwirrenden Freitagmittag.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Plötzlich sah es so aus, als müsse der Hamborner Landesligist am Freitag auswärts antreten. Dann sollte auf einmal am Sonntag gekickt werden.

Wird gespielt? Oder doch nicht? Und wenn ja, wann? Die Ungewissheit über den Umgang mit der neuen Corona-Schutzverordnung der Stadt Duisburg trieb am Freitagmittag unvermittelt heftige Blüten. Im Blickpunkt: das Fußball-Landesliga-Duell zwischen Hamborn 07 und dem Mülheimer FC 97.

Für Hamborns Trainer Michael Pomp war die Sache am Mittwochnachmittag klar gewesen: Wenn das Spiel nicht im Holtkamp ausgetragen werden kann, dann auch nicht in Mülheim. Einen Tausch des Heimrechts, wie ihn die Offiziellen des Fußballverbandes Niederrhein angeregt hatten, werde er nicht akzeptieren.

Als er dann am Freitagmittag von der Sportredaktion mit der Frage konfrontiert wurde, ob sein Team denn am selben Abend im Ruhrstadion kicken werde, war der Coach reichlich verwundert. Hintergrund der Frage: Plötzlich war die entsprechende Ansetzung nämlich im Internet auf der Seite fussball.de vom Verband praktisch offiziell gemacht worden. Pomp: „Davon weiß ich nichts. Da werden wir nicht spielen.“

Das nächste Telefonat führte zum Staffelleiter. Reinhold Dohmen klärte auf: „Ja, das ist ein Fehler.“ Na dann. „Das sollte nicht für Freitag, sondern für Sonntag angesetzt werden.“ Ach so. Das kam dann überraschend. Mit diesem Sachverhalt konfrontierte die Sportredaktion dann wiederum den Hamborner Trainer. Michael Pomps Blutdruck stieg weiter an: „Das werden wir nicht stillschweigend hinnehmen. Es kann nicht sein, dass wir nur noch Auswärtsspiele haben werden und dann irgendwann der Punktekoeffizient greift. Wir sind Dritter in der Heim- und Letzter in der Auswärtstabelle, das ist ein klarer Nachteil. Und selbst wenn irgendwann am Saisonende mal alle Heimspiele nachgeholt werden sollten, würde man dann im Zweifelsfall unter Druck stehen, jedes davon gewinnen zu müssen.“

Der Verband setzte die Partie am Ende ab

Die Nachforschungen, wie es zu der überraschenden Ansetzung kam, gingen weiter. Nun war Verbandsfußballobmann Wolfgang Jades am Telefon und bat um Mäßigung: „Ein solcher Heimrechttausch kann nur mit Zustimmung beider Vereine erfolgen. Und Hamborn 07 hat dem zugestimmt.“ Tatsächlich war es nämlich offenbar der Sportliche Leiter Hans-Günter Bruns, der eingewilligt hatte, die Partie kurzfristig in seine Heimatstadt zu verlegen. Für den Fall eines Kommunikationsmissverständnisses räumte Jades aber ein: „Wenn Hamborn 07 sagt, dass man nicht spielen will, dann wird das Spiel auch abgesetzt.“ Und so geschah es dann wenige Minuten später auch.

Zu den weiteren derzeit kritischen Punkten hatte Wolfgang Jades übrigens auch noch etwas zu sagen: „Was haben die Leute denn für eine Meinung von uns? Natürlich werden wir es nicht so machen, dass eine Mannschaft sechs Auswärtsspiele in Folge bestreiten muss. Was aber die Sache mit dem kontaktlosen Training angeht: Da soll mir bitte niemand erzählen, dass diese eine Einheit nun solche Folgen habe, dass man nicht spielen könne. Bis Mittwoch konnte ja ganz normal trainiert werden.“

Auch Genc Osman Duisburg schaut zu

Julien Schneider, Trainer des DSV 1900, hatte diesen Umstand vor dem Spiel seines Teams beim SV Wermelskirchen (Sonntag, 15 Uhr) als „Wettbewerbsverzerrung“ kritisiert. Seine Devise: „Wir haben in den letzten vier Partien überragend gut gespielt, da ist das jetzt schon etwas schade. Aber wir werden das Beste draus machen.“

Wie Hamborn 07 wird auch der SV Genc Osman am Wochenende zuschauen. Hier war ebenfalls ein Heimrechttausch im Gespräch, aber bei Gegner Steele 03/09 gab es keine Platzkapazitäten.

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