3. Liga

Vercoacht, verbockt, verloren – die Pleite des MSV Duisburg

Das war nichts! Die Duisburger Spieler Arnold Budimbu, Connor Krempicki und Niko Bretschneider (von links) trugen am Samstag nach der 0:2-Heimniederlage gegen den Nachbarn KFC Uerdingen Trauer

Das war nichts! Die Duisburger Spieler Arnold Budimbu, Connor Krempicki und Niko Bretschneider (von links) trugen am Samstag nach der 0:2-Heimniederlage gegen den Nachbarn KFC Uerdingen Trauer

Foto: firo Sportphoto/Jürgen Fromme / Jürgen Fromme /firo Sportphoto

Duisburg.  Der MSV Duisburg lieferte gegen den KFC Uerdingen eine schwache Leistung ab. Der Matchplan des Trainers ging nicht auf.

Torsten Lieberknecht hat sich vercoacht. Der Trainer des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg nahm am Samstag die 0:2 (0:0)-Heimniederlage gegen den KFC Uerdingen 05 auf seine Kappe. Der 47-Jährige räumte nach dem gruseligen Geisterauftritt der Zebras ein, „nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben“.

Den wohl größten Irrtum beging der Trainer in der Halbzeitpause in der Kabine. Er entschied sich, das gewohnte Spielsystem aufzugeben und auf zwei Spitzen umzustellen. Vincent Vermeij, noch im Zuge seiner Grippe geschwächt, kam für den defensiven Mittelfeldmann Max Jansen in die Mannschaft und stürmte neben Orhan Ademi.

Der erhoffte Effekt blieb aus, Lieberknecht erkannte, dass die Mannschaft nicht mit den Abläufen zurechtkam, und stellte nach knapp 20 Minuten wieder um. Da führte der KFC mittlerweile mit 1:0. Der Treffer von Gustav Marcusson in der 48. Minute war zwar nicht der Umstellung, sondern vielmehr den Unzulänglichkeiten der Duisburger Abwehrspieler Max Sauer und Vincent Gembalies geschuldet, aber der MSV lief nach der Pause der Musik früh hinterher.

Die Gastgeber konnten dies nicht mehr aufholen. Im Gegenteil: Es wurde noch schlimmer. In der 71. Minute war die Abwehr erneut indisponiert, Muhammed Kiprit hatte im Duisburger Strafraum alle Freiheiten und traf mit einem Drehschuss zum 0:2.

Sicker spielte im Mittelfeld des MSV Duisburg

KFC-Trainer Stefan Krämer sprach nach der Partie von einem Sieg, der „unterm Strich nicht so unverdient war“. Tatsächlich lieferten die Krefelder den reiferen Vortrag ab, mit Spielwitz, mit spielerischen und technischen Vorteilen – das alles, obwohl beim KFC die Lage nach dem schwachen Saisonstart und der jüngsten Heimpleite gegen den SV Wehen Wiesbaden angespannt war. Krämer hatte sieben Veränderungen – darunter einen Torwartwechsel – vorgenommen. Vor diesem Hintergrund sprach der Gästecoach hinterher von einem „interessanten Spiel“: „Es passieren Dinge, die man so nicht planen kann.“ So etwas lässt sich mit drei Punkten im Gepäck leicht sagen.

Torsten Lieberknecht verwies auf die schwierige Lage aufgrund des vereinsinternen Corona-Lockdowns, die aber, so der 47-Jährige nicht als Ausrede gelten darf. Seine unkonventionelle Aufstellung – Arne Sicker im Mittelfeld, Niko Bretschneider in einer erneut veränderten Abwehrformation als Außenverteidiger – begründete er damit, dass er möglichst viel Frische auf den Platz bringen wollte. Das hat nicht geklappt. „Bei uns war die körperliche und geistige Frische von der ersten Minute an nicht da“, so Lieberknecht.

Immerhin Ghindovean sorgte beim MSV Duisburg für frischen Wind

Für etwas frischen Wind sorgte am Samstag immerhin Mittelfeldspieler Darius Ghindovean auf der linken Außenbahn.

Er bereitete auch eine der wenigen brauchbaren Torchancen vor, als er in der 30. Minute David Tomic stark in Szene setzte, dieser jedoch keinen Druck hinter den Ball bekam. Irgendwann hatten die Uerdinger dann Ghindoveans Laufwege und technische Vorlieben durchschaut und den Youngster aus dem Spiel genommen.

Nun hofft MSV-Trainer Torsten Lieberknecht auf eine halbwegs „normale Trainingswoche“, ehe es am Samstag beim TSV 1860 München wieder um Drittliga-Punkte geht. Bis dahin könnten die angeschlagenen Mirnes Pepic und Dominic Volkmer in den Kader der Meidericher zurückkehren und für etwas Frische sorgen. Beide Spieler fehlten beim Spiel gegen den KFC Uerdingen am Samstag mit muskulären Problemen.

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