Fußball

SV Genc Osman gerät in Essen früh auf die Verliererstraße

Zu oft hatte Genc am Ende das Nachsehen. Hier nimmt es Deniz Zarifoglu (hinten) mit Essens Ayodele Adetula auf.

Zu oft hatte Genc am Ende das Nachsehen. Hier nimmt es Deniz Zarifoglu (hinten) mit Essens Ayodele Adetula auf.

Foto: Thorsten Tillmann

Duisburg/Essen.  Der Duisburger Landesligist ist beim großen Favoriten letztlich ohne Chance. Auch ein Überraschungscomeback auf der Bank ändert nichts daran.

Beim Einzug der Mannschaften im Stadion an der Essener Hafenstraße zückte Genc-Funktionär Erkan Üstünay an der Seitenlinie sein Mobiltelefon und filmte die Szenerie. Für das Niederrheinpokal-Spiel des Fußball-Landesligisten SV Genc Osman Duisburg beim Regionalligisten Rot-Weiß Essen hatte Üstünay seinen Türkei-Urlaub unterbrochen. Eine Pokal-Überraschung erlebte er aber nicht. RWE gewann das Match mit 5:0 (2:0).

Die Spieler des SV Genc Osman konnten es gar nicht erwarten, in der Hafenstraße auf dem Platz zu stehen. Die Neumühler nahmen 15 Minuten vor den Essenern ihr Aufwärmprogramm in Angriff. Für das Spiel des Jahres wartete Genc mit einer Überraschung auf. Heiko Heinlein, berufsbedingt nicht mehr im Trainerteam des Landesligisten tätig, war extra zum Spiel angereist und half an der Seitenlinie mit. Cheftrainer Ilyas Basol weilt bekanntlich im Urlaub und bat Heinlein, einzuspringen.

Heinlein unterstützte von der Bank aus Coach Marcin Baluch, der gewöhnlich Trainingsbekleidung bevorzugt, aber für den Auftritt im Stadion Essen ein weißes Hemd angelegt hatte. Kleider machen Leute – aber nicht zwangsläufig auch Sieger.

RWE-Coach Christian Titz, der einen Trainingsanzug trug, bot zahlreiche Spieler aus der zweiten Reihe auf. Sieben Akteure, die am vergangenen Sonntag im Regionalliga-Spiel beim VfB Homberg nicht zum Einsatz kamen, standen in der Startaufstellung – darunter mit Michael West auch ein A-Jugendlicher.

Bei Genc erhielt Adnan Laroshi im Tor den Vorzug gegenüber Abdullah Daghan. Zudem saß Torjäger Samet Sadiklar zunächst nur auf der Bank.

Zwei Elfmeter sorgen früh für Klarheit

Genc öffnete den Gastgebern vor 1677 Zuschauern schon früh auf kuriose Weise die Tür zur zweiten Pokalrunde. Nach zwei Foulelfmetern in den ersten 19 Minuten war die Spannung raus. Genc-Torwart Adnan Laroshi brachte in der 13. Minute Jonas Erwig-Drüppel zu Fall. Zwar parierte Laroshi in der Folgeminute den Strafstoß von Hedon Selishta, im Nachschuss war aber Jan-Lucas Dorow mit dem 1:0 für die Gastgeber zur Stelle.

In der 20. Minute foulte Emre Onur den Essener Selishta im Strafraum. Dorow verwandelte den Elfer diesmal sicher. „Das war dumm. Du musst da in beiden Elfmeter-Situationen nicht so hingehen“, ärgerte sich Heiko Heinlein über mangelnde Cleverness.

Bayram rutscht knapp am Ball vorbei

Essen dominierte weiter das Geschehen, doch Burak Bayram verpasste in der 38. Minute die Chance, noch einmal für Spannung zu sorgen. Justin Bock schlug von der linken Seite einen langen Ball und Bayram rutschte einen Meter vor dem Essener Tor an der Kugel vorbei.

Genc, das in der Pause verletzungsbedingt Burak Akarca durch Hüseyin Ünal ersetzen musste, versuchte, im zweiten Durchgang mit vereinzelten Nadelstichen Essen noch einmal in Gefahr zu bringen. Mit Valdet Totaj kam in der 51. Minute ein frischer Offensivspieler. In der 61. Minuten schwanden jedoch die letzten Hoffnungen der Neumühler. Hedon Selishta nutzte einen Patzer in der Duisburger Abwehr, spielte Keeper Laroshi aus und traf zum 3:0.

Hedan Selishta (81.) und Ogu­zhan Kefkir (83.) schraubten das Ergebnis noch in die Höhe.

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