Rollhockey

RESG schafft gegen Cronenberg eine spektakuläre Wende

Lange wollte Miquel Vila (links) und seinen Teamkollegen gegen Benjamin Nusch und Co. nichts gelingen – dann kam aber die starke Wende.

Foto: Lars Fröhlich

Lange wollte Miquel Vila (links) und seinen Teamkollegen gegen Benjamin Nusch und Co. nichts gelingen – dann kam aber die starke Wende.

Duisburg.   Walsumer liegen nach 30 Minuten scheinbar aussichtslos mit 1:6 gegen den RSC hinten. Am Ende steht jedoch ein 7:6-Sieg nach Verlängerung.

Irgendwas war plötzlich anders. Vom einen auf den anderen Moment, nicht erklärbar. Vielleicht war es ja die Halbzeitansprache von Trainer Günther Szalek, der nachher einräumte: „Ich bin ausnahmsweise etwas lauter geworden.“ Die Wirkung setzte dann aber mit leichter Verspätung ein, denn auch nach Beginn der zweiten Hälfte des Spiels gegen den RSC Cronenberg lief Rollhockey-Bundesligist RESG Walsum der Musik noch hinterher und geriet nach dem 1:4-Pausenstand nun sogar mit 1:6 ins Hintertreffen. Doch dann legten die bis dahin frühjahrsschlapp wirkenden Roten Teufel wie aus dem Nichts den Schalter um, schossen sich mit 20 Power-Minuten noch in die Verlängerung und feierten am Ende einen 7:6-Sieg, durch den der zweite Platz vor den Play-offs bereits gesichert ist.

Was bis zur 30. Minute in der Halle Beckersloh passierte, ist ebenso rätselhaft wie die anschließende Wende. „Da fehlt jegliche Anspannung“, konstatierte Günther Szalek zum Seitenwechsel. Von hinten bis vorn lief nichts zusammen, auch Kapitän Tobias Wahlen, am Tag zuvor freilich noch mit Fieber im Bett, reihte sich zwischen den Pfosten nahtlos ein. Der verletzte Xevi Berruezo, sonst ein emotionaler Anführer, schlug auf der Tribüne machtlos die Hände vors Gesicht.

Die Wende kam ausgerechnet nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung. Christopher Berg, zuvor einziger Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:2, kassierte für einen Schussversuch, bei dem er Gästekeeper Fynn Hilbertz versehentlich an der Maske traf, die blaue Karte; den fälligen Strafstoß verwandelte Jordi Molet, der Quasi-Spielertrainer der Cronenberger und Coach der deutschen Nationalmannschaft, zum 6:1. Alles aus also? Nein, weil genau jetzt die RESG begann, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Innerhalb von sieben Minuten verkürzten Felipe Sturla, Sebastian Haas, Miquel Vila und Jan Dobbratz auf 5:6. Zwei Minuten vor Schluss dann das zehnte Cronenberger Teamfoul – doch Sturla vertändelte die Ausgleichschance. Schließlich waren noch 71 Sekunden auf der Uhr, als sich Sebastian Rath ein penaltywürdiges Foul an Sturla leistete. Sebastian Haas, der ansonsten oft übermotiviert wirkte, semmelte die Kugel zum 6:6 ins Tor.

Gleich in der ersten Minute der Verlängerung schlug Felipe Sturla erneut zu, wobei es trotz teilweise vogelwilder Szenen auf beiden Seiten bis zum Ende blieb – auch dank des nun deutlich verbesserten Tobias Wahlen, der unter anderem den Direkten von Molet nach Walsums zehntem Teamfoul abwehrte.

Das letzte Vorrundenspiel bei Bison Calenberg am Samstag hat für die RESG nur noch statistischen Wert. Gegner im Play-off-Viertelfinale wird mit großer Wahrscheinlichkeit der amtierende Meister ERG Iserlohn sein.

Tore: 0:1 Benjamin Nusch (10.), 0:2 Rath (15.), 1:2 Berg (16.), 1:3, 1:4 Molet (17., 20.), 1:5 Platz (26.), 1:6 Molet (30.), 2:6 Sturla (31.), 3:6 Haas (32.), 4:6 Vila (34.), 5:6 Dobbratz (38.), 6:6 Haas (49.), 7:6 Sturla (51.).

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