Halle-Spiel

Paragraf 15 könnte den MSV Duisburg zwingen, zu spielen

Spiel oder Absage? Am Freitag wird Torsten Lieberknecht, Trainer des MSV Duisburg, Gewissheit haben.

Spiel oder Absage? Am Freitag wird Torsten Lieberknecht, Trainer des MSV Duisburg, Gewissheit haben.

Foto: firo Sportphoto/Selim Sudheimer / Selim Sudheimer /firo Sportphoto

Duisburg.  Der MSV Duisburg erwartet am Freitag-Vormittag die Entscheidung des DFB, ob das Spiel gegen Halle ausfällt. Es droht eine böse Überraschung.

Am Freitag-Vormittag erwartet Fußball-Drittligist MSV Duisburg die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes, ob das Spiel gegen den Halleschen FC am Sonntag ausfällt oder über die Bühne gehen wird. Für den MSV, der am Donnerstag lediglich mit zehn Spielern trainieren konnte und beim DFB eine Verlegung der Partie beantragt hatte, könnte es eine böse Überraschung geben. Paragraf 15 der Durchführungsbestimmungen des DFB spricht gegen eine Absage.

Im Paragraf 15, der sich mit Absetzungen von Spielen befasst, heißt es: „Bei der Entscheidung sind sport-typische Sachverhalte (Verletzungen, Sportstrafen usw.) nicht zu berücksichtigen.“ Zudem haben die Autoren des „DFB-Grundgesetzes“ festgelegt, dass der Ball rollen muss, wenn mehr als 13 Spieler – darunter ein Torwart – zur Verfügung stehen.

Zwei Duisburger Spieler waren krankgeschrieben

An dieser Stelle geht die Rechnerei wieder von vorne los. 26 Spieler gehören dem Saisonkader der Meidericher an. Cem Sabanci (Kreuzbandriss), Joshua Bitter (Aufbautraining nach Muskelriss) und Ahmet Engin (Muskelfaserriss) sind „sport-typisch“ verletzt und dürfen somit nicht abgezogen werden. Moritz Stoppelkamp ist am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt und geht damit hingegen in die Rechnung ein. Aus 26 Spielern werden so 25. Dann sind die zehn Sportler, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, abzuziehen – somit reduziert sich der Kader auf 15 Spieler – immer noch genug, um laut Bestimmung spielen zu müssen.

Nun wird es spannend. Stürmer Vincent Vermeij und Abwehrspieler Vincent Gembalies waren unter der Woche mit einem grippalen Infekt krankgeschrieben. Vom aktuellen Gesundheitszustand der beiden Spieler hängt nun ab, ob der DFB 15 oder 13 arbeitsfähige Profis zählt. Am Donnerstag hatte der DFB, wie der MSV mitteilte, noch einmal Nachfragen gen Duisburg geschickt, um sich ein finales Bild von der Situation machen zu können.

Der 3. Liga droht eine Farce

Was nicht in den Statuten beantwortet wird, ist die Frage nach Trainingsrückständen und letztlich die Frage, ob ein fairer Wettbewerb bei einer Nicht-Absage gewährleistet ist. Die Zebras müssten am Sonntag einen Kaltstart hinlegen.

Das letzte Mannschaftstraining stand letzte Woche Donnerstag auf dem Programm. Nachdem der dritte und vierte Corona-Fall diagnostiziert worden war, ruhte zunächst der komplette Trainingsbetrieb. Am Montag, Dienstag und Mittwoch turnten die Spieler im Rahmen von Videokonferenzen für jeweils 60 Minuten in den eigenen vier Wänden. Am Donnerstag trainierte Coach Torsten Lieberknecht 75 Minuten lang mit den zu diesem Zeitpunkt zehn einsatzbereiten Spielern auf der Vereinsanlage an der Westender Straße. Das Foto, das der MSV von dieser Einheit veröffentlichte, zeigte unter anderem Steven Deana – demnach wäre ein Torwart am Sonntag verfügbar.

So könnten zwei Rechenwege aufeinanderprallen. Der DFB zählt 14 oder 15 einsatzbereite Spieler, der MSV hätte aber auf der anderen Seite Schwierigkeiten, elf Spieler zusammen zu bekommen, um eine wettbewerbsfähige Startelf ins Rennen zu schicken. Der 3. Liga droht eine Farce.

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