Handball

Nico Biermann ist der junge Trainer bei den Wölfen Nordrhein

Junge Spieler, junger Trainer: Nico Biermann (rechts) mit Julian Kusch, der auch noch für die Wölfe-A-Junioren spielt.

Foto: Udo Gottschalk

Junge Spieler, junger Trainer: Nico Biermann (rechts) mit Julian Kusch, der auch noch für die Wölfe-A-Junioren spielt. Foto: Udo Gottschalk

Duisburg.   Das ehemalige Duisburger Riesentalent musste nach mehreren schweren Verletzungen früh seine aktive Karriere beenden. Jetzt steht er an der Linie.

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Im Jahr 2014 war er ein Kandidat für die U-17-Handball-Nationalmannschaft, im Frühjahr 2017 erlitt er den dritten Kreuzbandriss innerhalb von zwei Jahren und beendete seine noch junge Karriere. Nico Biermann, mittlerweile seit knapp zehn Monaten Trainer der Landesliga-Mannschaft des HC Wölfe Nordrhein II, hat mit Anfang 20 schon ziemlich viel mitgemacht.

Seine dritte schwere Verletzung hatte er sich im Mai 2017 am bis dahin gesunden Knie zugezogen – und das, nachdem er gerade von seiner langen Verletzungs- und Rehapause zum Leistungsträger des Wölfe-Regionalligateams avanciert war. Doch Fortuna war dem Jungspund nicht wohlgesonnen, sodass Biermann noch vor einem möglichen Karrierebeginn alle handballerischen Zukunftshoffnungen begrub und auf den Trainerposten wechselte.

Inzwischen hat er sich gut in die neue Rolle eingefunden, auch wenn es noch viel Neues zu entdecken gibt. „Ich bin froh, dass ich bei Thomas Molsner in der Regionalliga als Co-Trainer dabei sein darf. Da habe ich mir schon eine ganze Menge abgeguckt. Zum Beispiel verschiedene Trainingsmethoden und auch gute Kabinenansprachen. Schön ist aber vor allem, dass mich sowohl die Jungs in der zweiten Mannschaft als auch in der Ersten als ,Chef’ akzeptieren, wenn Thomas mal nicht da ist“, hat sich der Nachwuchscoach mit C-Lizenz schon einigen Respekt erarbeitet. Auch mit den Trainerkollegen in der Landesliga kommt er bisher ziemlich gut klar: „Das ist irgendwie witzig. Die kennen mich alle, ich sie aber noch nicht so richtig. Entsprechend ist die Kommunikation miteinander noch ein bisschen schwierig, aber ich werde auf jeden Fall von allen akzeptiert.“

Ein bisschen mehr Konstanz

Mit der bisherigen Entwicklung seiner jungen Mannschaft ist Nico Biermann insgesamt zufrieden, auch wenn die Trainings- und Spielbeteiligung noch ausbaufähig ist. Allerdings besteht sein Team zum Großteil aus Spielern, die parallel noch für die A-Jugend aktiv sind, durchaus aber auch schon in die Regionalligamannschaft reinschnuppern dürfen. „Mit ein bisschen mehr Konstanz im bisherigen Saisonverlauf könnten wir wahrscheinlich deutlich besser in der Tabelle stehen. Aber angesichts der Umstände, auch dass meinen Jungs noch ganz viel Erfahrung im Seniorenbereich fehlt, bin ich durchaus einverstanden. Auch wenn es für uns natürlich nur um den Klassenerhalt gehen kann“, so der Coach, der die Mannschaft auch in der kommenden Spielzeit betreuen wird.

Entsprechend steckt er aktuell bereits mitten in den Planungen für die anstehende Spielzeit: „Wir wollen eine richtig gute zweite Mannschaft aufbauen, die durchaus den Spielern als Sprungbrett für die Erste dienen darf, wo ich weiterhin Co-Trainer bleibe. Das Zusammenstellen des Teams ist ganz schön viel Arbeit.“ Gut ist, dass A-Jugend und zweite Mannschaft regelmäßig zusammen trainieren und einige Spieler bereits beim Regionalligateam mittrainieren dürfen.

Ein bisschen Wehmut packt Nico Biermann trotz der vielen Aufgaben als Coach hin und wieder noch: „Vor allem, wenn ich bei der ersten Mannschaft dabei bin, fällt es mir häufig schwer, nur zuzugucken. Schließlich kenne ich ganz viele von den Jungs, habe mit ihnen zusammen gespielt.“ Aber der Trainerposten macht ihn dennoch glücklich: „Das ist ein guter Ausgleich – wenn es nicht immer so aufregend wäre“, belastet es den Übungsleiter, dass er nur Ansagen machen, aber ansonsten im Spielverlauf relativ wenig eingreifen kann.

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