Corona

Neue Corona-Verordnung bringt Sport in Duisburg zum Erliegen

Fußball unter freiem Himmel ist ab Donnerstag in Duisburg nicht mehr erlaubt.

Fußball unter freiem Himmel ist ab Donnerstag in Duisburg nicht mehr erlaubt.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Ab Donnerstag ist innerhalb der Stadt kein „Kontaktsport unter freiem Himmel“ mehr erlaubt. Auch dürfen Hallen nicht mehr dafür genutzt werden.

Die neue Corona-Schutzverordnung, die die Stadt Duisburg am Dienstagnachmittag gegen 16.30 Uhr veröffentlicht hat, trifft den Duisburger Sport wie eine Schockwelle. Durch die angesichts der steigenden Infektionszahlen verschärften Regelungen kommt der Sportbetrieb innerhalb der Stadtgrenzen praktisch zum Erliegen.

Der Text im entsprechenden Passus der ab Donnerstag gültigen Schutzverordnung lautet: „Sporthallen dürfen für Kontaktsport nicht mehr genutzt werden, dies umfasst auch den Schulsport. Kontaktsport ist auch unter freiem Himmel untersagt. Dies bedeutet, dass der Spielbetrieb in den Duisburger Amateurligen ausgesetzt werden muss. Trainingseinheiten in klassischen Kontaktsportarten wie zum Beispiel Fußball sind aber möglich. Diese müssen jedoch an die Situation angepasst werden und kontaktlos erfolgen. Zudem ist die Nutzung von Umkleide- und Duschräumen – mit Ausnahme der Toiletten – nicht erlaubt.“

Unklarheit bei Auswärtsspielen

Das bedeutet, dass praktisch sämtliche Hallensportarten ihren in Duisburg angesetzten Spielbetrieb einstellen müssen. Folglich wird ab sofort in der Stadt kein Handball, Volleyball, Eishockey, Tischtennis oder Rollhockey mehr gespielt werden können. Was allerdings völlig unklar ist und auch auf Rückfrage durch die Redaktion nicht von der städtischen Pressestelle beantwortet werden konnte: Wie wirkt sich diese Verordnung auf Duisburger Mannschaften aus, die innerhalb eines Ligenspielbetriebs ein Auswärtsspiel bestreiten wollen? Die Formulierung „Duisburger Amateurligen“ suggeriert ja fälschlicherweise, dass die Teilnehmerfelder der entsprechenden Spielklassen durch die Stadtgrenzen definiert werden.

Beim Fußballverband Niederrhein stieß die in ihrer Heftigkeit unerwartet kommende Verordnung auf scharfen Widerspruch. „So wird der Sport kaputtgemacht. Es ist völliger Unsinn, dass bei Sport unter freiem Himmel eine erhöhte Infektionsgefahr besteht. Wir haben 5400 von 5600 angesetzten Spielen durchgeführt, da müssten ja die Zahlen in ungeahntem Maß explodiert sein“, schimpfte Wolfgang Jades, Vorsitzender des Fußballausschusses im FVN.

Plan des Verbandes stößt auf Widerspruch

Von seiner Seite gebe es nun allerdings keine Veranlassung, für das Wochenende innerhalb Duisburgs geplante Spiele abzusetzen. Stattdessen soll es einen kurzfristigen Heimrechttausch bei den entsprechenden Partien geben. In der Landesliga würde dies beispielsweise Hamborn 07 betreffen: Die Löwen müssten dann beim Mülheimer FC 97 antreten.

Hamborns Trainer Michael Pomp reagierte auf diesen Ansatz höchst kritisch: „Das kann man ja gern machen, aber nur, wenn mir garantiert wird, dass die Saison zu Ende gespielt wird und nicht irgendwann der Punktekoeffizient greift. Es kann ja nicht sein, dass wir nur noch auswärts spielen, das ist dann völlige Wettbewerbsverzerrung. Dagegen würden wir auf jeden Fall Protest einlegen.“ Ohnehin könne er sich aber schwer vorstellen, dass die anderen in der Gruppe 3 der Landesliga vertretenen Städte – Essen, Oberhausen, Mülheim und Remscheid – nicht kurz oder lang mit ähnlichen Regelungen nachziehen würden. Pomps Vorschlag: „Dann soll man einfach die Saison bis Februar aussetzen und im Prinzip nur eine Hinrunde spielen.“

Erstes Spiel ist bereits abgesagt

In der Oberliga hätte Dietmar Schacht als neuer Trainer des FSV Duisburg am Donnerstag sein Debüt mit dem Spiel gegen den SC Düsseldorf-West feiern sollen, doch nach Veröffentlichung der ab diesem Tag geltenden Schutzverordnung war klar, dass daraus nichts werden würde. Eine kurzfristige Verlegung des Spiels nach Düsseldorf schlossen die Verantwortlichen des Fußballverbandes Niederrhein nach kurzer Beratung aus. Ob der FSV nun am Sonntag beim Cronenberger SC antreten wird, ist nach letztem Stand völlig ungewiss.

Dass ein Spielbetrieb im Fußballkreis Duisburg/Mülheim/Dinslaken aufrecht erhalten werden kann, ist nach jetzigem Stand kaum vorstellbar. Wenn keine Spiele innerhalb Duisburgs stattfinden dürfen, wären Partien nur in Mülheim und Dinslaken möglich – und die dann auch nur noch zwischen Vereinen aus diesen jeweiligen Städten.

Wie die Verbände in den anderen Sportarten auf die Duisburger Schutzverordnung reagieren, bleibt abzuwarten. Am kommenden Wochenende wären zumindest in einigen Klassen wieder Handballspiele mit Duisburger Beteiligung vorgesehen; ob diese zumindest in anderen Städten dann stattfinden werden, ist wie so vieles unklar.

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