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Spielabbruch in Duisburg: Staatsanwalt stellt Verfahren ein

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Die umstrittene Szene aus dem Spiel gegen Osnabrück. Nun hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Beleidigung eingestellt.

Die umstrittene Szene aus dem Spiel gegen Osnabrück. Nun hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Beleidigung eingestellt.

Foto: Jürgen Fromme / firo Sportphoto

Duisburg.  Der Rassismus-Vorwurf war schon vom Tisch. Nun hat auch die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt. Kleinhansl stellte keinen Strafantrag.

Nachdem bereits der Rassismus-Vorwurf wie gemeldet vom Tisch war, hat die Staatsanwaltschaft Duisburg nun auch das gegen einen Zuschauer des Fußball-Drittligaspiels zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück wegen des Verdachts der Beleidigung eingeleitete Ermittlungsverfahren gemäß § 170 Abs. 2 der Strafprozessordnung eingestellt, weil ein hinreichender Tatverdacht nicht begründet werden kann.

Wie nun hinlänglich bekannt, soll der Beschuldigte am 19. Dezember den Fußballspieler Aaron Opoku vom VfL Osnabrück mit den Worten beleidigt haben: „Du kannst doch eh keine Ecke schießen, du Affe!“ Das Spiel wurde im Anschluss abgebrochen. „Wir nehmen Vorwürfe dieser Art sehr ernst. Natürlich sind die Beteiligten emotional stark betroffen, das ist ja verständlich. Darum haben wir intensiv ermittelt und eine zweistellige Anzahl von Zeuginnen und Zeugen vernommen und alle optischen und akustischen Aufzeichnungen des Spiels ausgewertet. Die Vorwürfe haben sich jedoch nicht bestätigt“, sagt Staatsanwalt Martin Mende. Diese Tendenz hatte die Polizei bereits am vergangenen Mittwoch gegenüber dieser Zeitung angedeutet.

Beleidigung richtete sich gegen Kleinhansl

Der Sachverhalt stellt sich nach Abschluss der Ermittlungen wie folgt dar, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt: „Der Spieler Florian Kleinhansl mit der Rückennummer 3 wollte in der 32. Minute eine Ecke für den VfL Osnabrück ausführen. Als dieser sich den Ball zur Ausführung der Ecke zurecht legte, näherte sich der Spieler Opoku ebenfalls dem Eckpunkt. In diesem Moment kam es zu dem oben benannten Ausruf. Fast alle Zeugen, die anwesend waren, haben im Rahmen ihrer polizeilichen Vernehmung angegeben, dass der Beschuldigte nicht den Spieler Opoku, sondern den Spieler Kleinhansl gemeint habe, der die Ecke ausführen wollte. Dies bestätigt der Beschuldigte auch selbst. Etwas Gegenteiliges ergab sich auch aus den Mitschnitten des Spiels nicht. Auch ließen sich in diesem Ermittlungsverfahren die sogenannten Affenlaute nicht feststellen. Auf den gesicherten Tonspuren der Übertragung sind diese nicht zu hören. Zudem hat die weit überwiegende Mehrheit der vernommenen Zeugen, ebenso wie der Spieler Opoku selbst, die Laute nicht gehört.“

Da Florian Kleinhansl keinen Strafantrag wegen Beleidigung gestellt hat, hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt.

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