Frauenfußball

MSV Duisburg würde gern den Goliath aus Wolfsburg stürzen

Lucia Harsanyova steht nach abgesessener Rotsperre vor ihrem Saisondebüt in der Bundesliga.

Lucia Harsanyova steht nach abgesessener Rotsperre vor ihrem Saisondebüt in der Bundesliga.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Duisburger Fußballerinnen absolvieren am Sonntag in Homberg ihr erstes Heimspiel der Saison. Zu Gast ist der Double-Sieger aus Wolfsburg.

Die Suche nach der richtigen Metapher vor dem ersten Heimspiel des MSV Duisburg in der neuen Saison der Frauenfußball-Bundesliga fällt nicht leicht. „Vielleicht machen wir wie Don Quijote gegen die Windmühlen?“, denkt sich Thomas Gerstner. Wer literarisch gefestigt ist, dürfte wissen, dass dieser Kampf nicht so glücklich für ersteren ausgegangen ist. Der Trainer der Zebras überlegt noch einmal: „Oder wie David gegen Goliath?“ Passt schon besser und würde vom Ergebnis her bedeuten, dass der Riese ins Wanken gerät und letztlich zu Boden geht. Diese Rolle würde Gerstner nur zu gern dem VfL Wolfsburg einräumen, der als amtierender Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger am Sonntag um 14 Uhr im PCC-Stadion gastiert.

Wie David das seinerzeit gegen Goliath geschafft hat, ist auch noch bekannt: Er hatte sich einen schlauen Plan zurechtgelegt. Davon ist auch bei Thomas Gerstner auszugehen, doch nun einmal ganz realistisch betrachtet weiß auch der MSV-Coach, dass sein Team mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit als Verlierer vom Platz gehen wird. Die VW-Städterinnen gelten auch in dieser Spielzeit als großer Favorit auf den Titel. Allerdings haben sie sich am ersten Spieltag merklich schwer getan und kamen gegen den SC Sand nur durch ein Elfmetertor zu einem 1:0-Auftaktsieg. Thomas Gerstner hat sich die Aufzeichnung der Partie angeschaut. Seine Erkenntnis: „Sand hat Beton angerührt. Sogar unsere ehemalige Stürmerin Dörthe Hoppius musste verteidigen.“ Sie war es dann auch, die den entscheidenden Strafstoß verursachte.

Hinten reinstellen? Das ist nicht die Philosophie des Trainers

Zu sehen war aber auch: Trotz der Defensivtaktik ließ Sand zahlreiche Chancen zu und konnte sich bei Torhüterin Manon Klett für den knappen Ausgang bedanken. Sich nur darauf zu verlassen, dass seine eigene Keeperin Caro Härling alles, was auf ihren Kasten kommt, entschärft, wäre Gerstner ohnehin zu einfallslos: „Es ist nicht meine Philosophie, sich hinten reinzustellen.“ Auch beim 1:2 im Vorjahr spielte der MSV mutig mit; so könnte es gern wieder laufen.

Dann ist allerdings ein temporeicherer Auftritt als beim Auftakt-1:2 in Köln notwendig. „Wir haben die Defizite deutlich angesprochen“, sagt Thomas Gerstner. Positiv: Die beim Start gesperrte Lucia Harsanyova ist wieder dabei und dürfte neben Claire O’Riordan in die Innenverteidigung rücken. (T. K.)

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