Frauenfußball

MSV Duisburg rutscht auf den letzten Platz der Bundesliga

Im direkten Duell: Antonia Halverkamps (links) vergab die beiden besten MSV-Möglichkeiten – Jana Vojtekova nutzte eine der wenigen auf Freiburger Seite zum Siegtor der Gäste.

Im direkten Duell: Antonia Halverkamps (links) vergab die beiden besten MSV-Möglichkeiten – Jana Vojtekova nutzte eine der wenigen auf Freiburger Seite zum Siegtor der Gäste.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Zebras kassieren eine unverdiente Niederlage gegen den SC Freiburg. Trainer Thomas Gerstner sieht nicht sein Team in der Verantwortung dafür.

Ein Fan des SC Freiburg auf der Tribüne des PCC-Stadions war sich sicher: „Das müsste eigentlich passen.“ Dumm für den MSV Duisburg: Es passte. Jana Vojtekova nutzte den Freistoß, den Schiedsrichterin Sina Diekmann den Gästen zugesprochen hatte, mit einem flachen Schuss aus 18 Metern ins rechte untere Eck zum Führungs- und letztlich dann auch zum Siegtor. Der MSV musste sich mit 0:1 (0:0) geschlagen geben und ist durch das 2:2 des vorher punktlosen USV Jena gegen den 1. FC Köln nun Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga.

Trainer Thomas Gerstner haderte nachher. Nicht mit seinem Team, das er nach dem zurecht kritisierten Saisonstart inzwischen auf dem richtigen Weg sieht: „Auf unsere Leistung können wir heute stolz sein. Wenn wir das so Sonntag für Sonntag abrufen, werden wir ganz sicher unsere Punkte holen.“

Was den Ex-Profi viel mehr wurmte, waren die Entscheidungen des Schiedsrichterinnengespanns. „Von den 25 Frauen auf dem Platz haben die in Rot und die in Blau-Weiß es heute gut gemacht“, befand Gerstner. Wie schon in der Vorwoche sah er seine Elf um den Lohn der Arbeit gebracht: In Essen waren es strittige Abseitspfiffe, am Rheindeich nun die aus seiner Sicht falschen Zweikampfbewertungen. Unter anderem konnte Gerstner den zum einzigen Tor führenden Freistoß nach einem vermeintlichen Foul von Isabel Hochstein nicht nachvollziehen: „Das war für mich ein ganz normaler Zweikampf.“ Die Innenverteidigerin musste zudem vor der Ausführung verletzt raus und konnte somit nicht für mehr Stabilität in der Mauer sorgen. Vojtekova traf dann unhaltbar für Caro Härling ins Eck.

Vor allem mit seiner Defensive war der MSV-Coach ansonsten komplett einverstanden. Zwar machte Freiburg viel Druck, doch daraus resultierten vergleichsweise wenig Torraumszenen. Ein Sonderlob kassierte dafür die jüngste MSV-Spielerin auf dem Platz: „Vanessa Fürst ist gerade einmal 17 Jahre alt und lässt niemand vorbei.“

Das eigene Offensivspiel wurde einmal mehr von den Aktivitäten von Lisa Makas auf der linken Seite geprägt, die immer wieder mit viel Engagement in die Zweikämpfe ging und die Bälle eroberte. Ihre Vorarbeiten konnte Antonia Halverkamps in der 43. und der 52. Minute nicht in Tore ummünzen. In der Nachspielzeit hätte es dann Elfmeter für den MSV geben dürfen, doch das Abblocken von Marie Müller gegen den Schuss von Geldona Morina sah die Unparteiische nicht als strafwürdiges Handspiel an.

MSV: Härling – Angerer, O’Riordan (80. Harsanyova), Hochstein, Fürst, Lange – Morina, Zielinski, Radtke, Makas – Halverkamps.

Tor: 0:1 Vojtekova (71.).

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