Fußball

MSV Duisburg muss es mit 7500 Rostocker Fans aufnehmen

Mirnes Pepic (vorn links), hier beim Traditionsturnier gegen Feyenoord Rotterdam, saß beim Pokalspiel gegen Dortmund noch auf der Bank. Gegen seinen Ex-Klub Hansa Rostock würde er besonders motiviert den Platz betreten.

Mirnes Pepic (vorn links), hier beim Traditionsturnier gegen Feyenoord Rotterdam, saß beim Pokalspiel gegen Dortmund noch auf der Bank. Gegen seinen Ex-Klub Hansa Rostock würde er besonders motiviert den Platz betreten.

Foto: Christof Koepsel / Bongarts/Getty Images

Duisburg.  Der Drittligist startet am Samstag in die neue Saison. Erstmals nach Monaten geht es wieder vor Zuschauern um Punkte – und das gleich auswärts.

Die erste Corona-Saison ist beendet, nun beginnt die zweite. Mit dem Auswärtsspiel beim FC Hansa Rostock (14 Uhr, Ostseestadion) startet der MSV Duisburg am Samstag in die neue Saison der 3. Fußball-Liga. Auch wenn die Zebras an der Ostsee erstmals seit März wieder vor einer stattlichen Kulisse kicken werden, ist der Spielbetrieb von der Normalität immer noch weit entfernt.

Ist Corona mittlerweile Alltag? „Leider ja“, sagt MSV-Trainer Torsten Lieberknecht. Corona bestimme alle Abläufe, so der 47-Jährige – auch außerhalb des Fußballs, wie er anmerkt. Wie schon nach dem Re-Start im Juni machte sich der komplett auf Covid-19 durchgetestete MSV-Tross am Freitag in zwei Mannschaftsbussen auf dem Weg nach Rostock.

Rostock liegt oberhab der 20-Prozent-Hürde

7500 Hansa-Fans werden am Samstag ihr Team anfeuern. Damit liegen die Rostocker, deren Stadion offiziell ein Fassungsvermögen von 29.000 Zuschauern aufweist, oberhalb der in dieser Woche bundeseinheitlich festgelegten 20-Prozent-Hürde. Offenbar gibt es da einen Spielraum.

Lieberknecht freut sich, dass endlich wieder Fans im Stadion sind – auch wenn sie seinem Team am Samstag nicht wohlgesonnen sein werden. „Es macht auch Spaß, wenn die Leute gegen dich sind“, spielt Lieberknecht lieber in einem Hexenkessel als in einem seelenlosen Geisterstadion. Rückblickend steht auch die Erkenntnis, dass die Zebras in leeren Arenen nur schwer auf Touren kommen.

Der MSV beginnt in Rostock, danach folgt dann das Heimspiel gegen den FSV Zwickau, ehe mit dem VfB Lübeck (auswärts) und dem 1. FC Saarbrücken (daheim) zwei Aufsteiger die Gegner sein werden. Es hätte den MSV schlimmer treffen können. Torsten Lieberknecht weiß um die Bedeutung eines guten Starts, sagt aber auch das, was er im Juli 2019 formuliert hatte: Hauptsache das Ende ist gut, da ließe sich dann im Nachhinein ein schwächerer Start verkraften. In der letzten Saison war es dann genau umgekehrt.

Auch Hansa will aufsteigen

Die Aufgabe in Rostock bezeichnete Lieberknecht im Pressegespräch als „Hausnummer“. Der FC Hansa geht mit hohen Ansprüchen in seine zehnte Drittliga-Saison in Folge. In der vergangenen Saison mischte Hansa zeitweise im Aufstiegsrennen mit, beendete die Saison aber am Ende hinter Duisburg auf Platz sechs. Nun will die Kogge mit mehr Fahrtwind Kurs auf die 2. Bundesliga aufnehmen.

Einen Hansa-Experten weiß Torsten Lieberknecht in seinem Team. Mittelfeldspieler Mirnes Pepic war in den letzten zwei Jahren für die Rostocker am Ball. Im DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund saß der 24-Jährige etwas überraschend nur auf der Bank. Der Trainer ließ offen, ob er nun gegen seinen Ex-Klub auflaufen wird, weiß aber, dass der Montenegriner gerade gegen seinen Ex-Klub hochmotiviert ist.

Auch John Verhoek trifft auf seinen ehemaligen Arbeitgeber. Im Zweitliga-Abstiegsjahr passte sich der Niederländer beim MSV dem erschreckenden Gesamtbild an, bei Hansa gehört er mittlerweile zu den etablierten Spielern. Auch Verhoek dürfte am Samstag im Ostseestadion mit einer besonderen Motivation zur Tat schreiten.

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