Fußball

MSV Duisburg: Der Weg der einstigen Nachwuchstalente

Maurice Exslager (links) verschlug es unter anderem nach Köln und Magdeburg.

Maurice Exslager (links) verschlug es unter anderem nach Köln und Magdeburg.

Foto: Andreas Mangen

Duisburg.  Eine neue Serie blickt auf die Entwicklung jener Spieler, die für den MSV in der Jugend-Bundesliga kickten. Zum Start geht es um bekannte Namen.

Was wurde eigentlich aus . . ? Die Frage stellt sich oftmals bei Fußballern, die aus dem Licht der ganz großen Öffentlichkeit verschwunden sind. In einer neuen Serie blickt die Sportredaktion zurück auf jene Kicker, die beim MSV Duisburg in der A-Jugend-Bundesliga als große Talente galten und dann entweder den Sprung zu den Profis geschafft haben – oder aus den verschiedensten Gründen ohne anschließende große Karriere blieben.

Los geht’s mit der Saison 2009/10. Am Ende belegten die Zebras Platz acht. 13 Spieler rückten der 2017 nach einem Herzinfarkt verstarb, in den Seniorenbereich hoch. Gleich acht Kicker verblieben an der Westender Straße. Mit Burak Can Kunt, Maurice Exslager und Andre Hoffmann, der noch in der darauffolgenden Saison einige Spiele für die U 19 machte, stießen drei Zebras zum Zweitliga-Kader von Trainer Milan Sasic dazu.

Andre Hoffmann ließ früh sein großes Talent aufblitzen. Der Defensivspieler durchlief von der U 16 bis zu U 21 alle deutschen Jugendnationalmannschaften und sicherte sich gleich zwei Mal die Fritz-Walter-Medaille in Silber. Für den MSV brachte es Hoffmann auf knapp 40 Ligaeinsätze, ehe er sich dem Bundesligisten Hannover 96 anschloss. Sein erstes Bundesligator wird der gebürtige Essener wohl nicht vergessen. In der Saison 2012/13 trag er gegen Nationaltorwart Manuel Neuer und erzielte den einzigen Treffer der 96er beim 1:6 gegen den FC Bayern München. Hoffmann, der immer wieder durch schwere Verletzungen Rückschläge in seinem Karriereverlauf hinnehmen musste, etablierte sich endgültig bei Fortuna Düsseldorf in der höchsten Spielklasse. Seit Januar 2017 ist der heute 27-Jährige für die Landeshauptstädter am Ball und hat in dieser Saison 20 von 25 Bundesligaspielen absolviert.

Burak Can Kunt, der auch in der Saison 2010/11 noch für die A-Junioren spielberechtigt war, kam bis zum Saisonende 2011 auf sieben Einsätze in der 2. Bundesliga. Den gebürtigen Kölner zog es danach in die Türkei, wo er beim Erstliga-Aufsteiger Balıkesirspor jedoch ohne Pflichtspieleinsatz blieb. Nachdem der offensive Mittelfeldspieler bei mehreren türkischen Zweit- und Drittligisten unter Vertrag stand, schnürt er seit dem Jahreswechsel für Sakaryaspor (3. Liga) die Schuhe.

Maurice Exslager legte bei den Profis einen Blitzstart hin, als er im ersten Pflichtspiel nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung gegen den SC Paderborn sein erstes Tor für die Zebras schoss. Auch beim DFB-Pokalfinale 2011, das der MSV mit 0:5 gegen den FC Schalke 04 verlor, stand Exslager ab der 77. Minute auf dem Platz. Nach dem Lizenzentzug im Sommer 2013 zog es ihn zum 1. FC Köln, wo er sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Nach einem Jahr auf Leihbasis beim SV Darmstadt 98, bei dem er zum Aufstiegskader gehörte, kehrte Exslager nach Köln zurück. Weil er nur noch dem Regionalliga-Kader der Geißböcke angehörte, wechselte er für ein halbes Jahr zu Drittligist 1. FC Magdeburg. Danach schloss er sich dem Ligakonkurrenten Fortuna Köln an. Nach einem Kreuz- und Außenbandriss am zweiten Spieltag war die Saison für den gebürtigen Bocholter beendet. Zur Saison 2019/20 wechselte er zu Oberligist 1. FC Bocholt.

Außerdem liefen fünf Spieler für die zweite MSV-Mannschaft in der NRW-Liga, die vergleichbar mit der heutigen Oberliga ist, auf:

Dominik Reinert: Der Flügelspieler, der 2013 nur einen Kurzeinsatz für den MSV im Drittligaspiel gegen Jahn Regensburg absolvierte, hielt der MSV-Reserve lange die Treue und absolvierte mehr als 100 Einsätze. Er wechselte später zu Rot-Weiß Oberhausen, wo er es bislang auf fast 200 Pflichtspieleinsätze brachte und sich zu einem etablierten Regionalligaspieler entwickelt hat.

Kevin Hillebrand: Der Torwart schaffte den Sprung in den Profibereich nicht, sondern stand unter anderem für den VfB Homberg, VfB Speldorf und TV Jahn Hiesfeld in der Oberliga zwischen den Pfosten. Mittlerweile hat er die Torwarthandschuhe abgelegt und ist in der Kreisliga B aktiv. Beim SV Heißen gehört er zum Kader der dritten Mannschaft und bringt es als Stürmer auf neun Tore in zwölf Spielen.

Burak Akarca: Der Abwehrspieler verließ mit 23 Jahren die MSV-Reserve und ging zu Regionalligist KFC Uerdingen. Zuletzt wechselte Akarca in der Winterpause den Verein, als er den Landesligisten SV Genc Osman verließ und sich dem SC Kapellen-Erft anschloss.

Arnold Suew: Im Sommer 2011 zog es Suew zum NTSV Strand 08, ehe er eineinhalb Jahre später zu seinem Jugendklub VfB Lübeck zurückkehrte. Über den BV Cloppenburg kam der Mittelfeldspieler zurück nach Strand. 2018 zog es Suew, der in China geboren wurde, dann ins Ausland. In Australien war er für zwei Klubs aktiv, ehe er Anfang Februar in Thailand unterschrieb. Beim North Bangkok University FC ist er in der dritthöchsten Spielklasse am Ball.

Harun Celebi: Der kreative Mittelfeldspieler verließ die MSV-Reserve nach einem Jahr in Richtung Uerdingen, ehe ein Engagement bei Ratingen 04/19 folgte. Nach einer kurzen Zeit ohne Verein kam Celebi zum Westfalenligisten DSC Wanne-Eickel. Ab 2015 kickte er für den Landesligisten SV Genc Osman, bis ihn eine langfristige Verletzung ausbremste.

Folgende Spieler verließen die U 19 am Ende der Saison und wechselten zu einem anderen Verein: Patrick Schikowski (jetzt SC Verl/Regionalliga West), Adrian Schneider (SpVg Schonnebeck/Oberliga), Kerem Kalan (TuS Rahm/Kreisliga A Dortmund), Mateusz Protasewicz (unbekannt), Serkan Özdemir (unbekannt).

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