Frauenfußball

Kämper bekam zum Neustart im Duisburger Tor den Vorzug

Meike Kämper musste viermal hinter sich greifen.

Meike Kämper musste viermal hinter sich greifen.

Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus / firo Sportphoto

Duisburg.  Nach der langen Verletzungspause der MSV-Kapitänin musste das Trainergespann eine Entscheidung fällen. In Stein gemeißelt ist diese aber nicht.

Carolin-Sophie Härling stand nach dem Spiel des MSV Duisburg gegen die SGS Essen mit Bekannten am Eingang zur Tribüne des PCC-Stadions und bekam von diesen den Ratschlag, jetzt mal duschen zu gehen. „Ich hab’ doch nichts gemacht“, hielt die Torhüterin des Fußball-Bundesligisten entgegen. Hatte sie tatsächlich nicht: Erstmals in dieser Saison war die 28-Jährige bei einem Pflichtspiel nur Zuschauerin gewesen. Weil MSV-Kapitänin Meike Kämper nach einem Dreivierteljahr Zwangspause ihr Comeback feierte, musste Härling sich mit dem Bankplatz begnügen.

Bis zum Ende der Vorsaison wäre das für sie womöglich auch nicht das große Problem gewesen. In der ersten Hälfte der laufenden Spielzeit hat „Caro“ aber bewiesen, dass sie mindestens ein gleichwertiger Ersatz für Meike Kämper sein kann. Mit dieser Entwicklung war, als sie im Sommer 2018 vom Regionalligisten 1. FFC Fortuna Dresden gekommen war, nicht zwingend zu rechnen gewesen, denn bei den Sachsen hatte Härling vor allem als Torjägerin fungiert. In Duisburg war sie eher als dritte Keeperin für den Notfall eingeplant gewesen, doch die eigentliche Zweitkraft Laura Lücker fiel lange verletzt aus, weshalb sie schon öfter in deren Rolle schlüpfte.

Seit dem Sommer war sie wegen Meike Kämpers Knieproblemen nun plötzlich wieder im Bundesliga-Tor gefordert, wo sie zuletzt in der Saison 2011/12 für den 1. FC Lok Leipzig gestanden hatte. Härling machte einen guten Job, zum Neustart in diesem Jahr erhielt jedoch ihre Konkurrentin den Vorzug. „Die Entscheidung hat unser Torwarttrainer Marc Ernzer getroffen, weil er der Meinung ist, dass wir mit Meike den einen oder anderen Punkt mehr holen, als wir das bisher getan haben. Ich trage diese Entscheidung mit“, sagt Trainer Thomas Gerstner.

Nach dem 0:4 gegen Essen, bei dem Meike Kämper zumindest beim zweiten Gegentor etwas unglücklich aussah, stellte er aber auch fest: „Wir werden alles tun, was für den Klassenerhalt nötig ist. Und wenn wir dafür alle 45 Minuten die Torhüterin wechseln müssen, werden wir es auch tun.“

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