Laufsport

Hottenrott und Schaefer gewinnen beim Start in Duisburg

Ohne Konkurrenz: Profi-Läuferin Laura Hottenrott hängte die übrigen Teilnehmerinnen ab. Ob sie die restlichen Läufe der Serie bestreitet, ist aber ungewiss.

Ohne Konkurrenz: Profi-Läuferin Laura Hottenrott hängte die übrigen Teilnehmerinnen ab. Ob sie die restlichen Läufe der Serie bestreitet, ist aber ungewiss.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.   Die Winterlaufserie des ASV ist mit der ersten Etappe eröffnet worden. Die Siegerin bei den Frauen wird aber wohl nicht weiter mitmachen.

Tobias Werner riss die Arme hoch, ballte die Fäuste und boxte viele kleine Löcher in die feuchte Luft im Duisburger Leichtathletikstadion. Der Stolz galt den 48:13 Minuten, in denen der Mann von der SG Ruhr gerade die ersten 10.000 Meter der Winterlaufserie absolviert hatte. Zum Sieg bei der 34. Auflage reichte die Zeit freilich nicht – Werner lief als 627. Mann beim Auftakt der großen Serie ein. Die Geste der Startnummer 6125 jedoch stand symbolisch für das Motto, mit dem die meisten der insgesamt 4150 Finisher am Samstag in Wedau an den Start gegangen waren: „Dabei sein ist alles!“ – der olympische Geist hält im kleineren Rahmen traditionell auch beim Laufdreiteiler des ASV Duisburg Einzug.

Geht es um den illustren Kreis derjenigen, die tatsächlich um den Sieg laufen, hat die Serie ihr ganz eigenes Motto: „Dabei bleiben ist alles“, heißt es dann. Genau das sagt sich seit Samstag auch Till Schaefer, der den Auftaktlauf in der großen Serie – und somit den 200. Wettkampf der ASV-Veranstaltung – in 33:41 Minuten gewann. „Ich habe für alle drei Etappen gemeldet“, sagt der Triathlet vom PV Witten, der mit seiner Zeit „als Langstreckenläufer sehr zufrieden“ sein konnte und dem zweitplatzierten Sascha Hubbert von der LG Alpen somit elf Sekunden abnahm. Im Vorfeld galt Timo Schaffeld als Favorit für den Seriensieg. Doch der gemeldete Triathlet vom OTV-Endurance-Team fehlte am Samstag ebenso wie Nikki Johnstone, der im Falle einer spontanen Teilnahme ebenfalls gute Titelaussichten gehabt hätte. Die sind nun weg – selbst wenn die beiden noch bei den nächsten Etappen am 23. Februar und 23. März einsteigen sollten.

Nun ist Schaefer der Favorit auf den Seriensieg. Eine Rolle, die der 34-Jährige gerne annimmt „Muss ich ja jetzt wohl“, lacht der Führende.

Eigene Flyer mit Foto und Sponsorenlogo

Der Drittplatzierte kam 49 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel – zeitgleich mit der ersten Dame. Tobias Walthesen war der Tempomacher für die prominenteste Starterin unter den 5510 gemeldeten Teilnehmern. Und Laura Hottenrott ist wohl auch die einzige Winterläuferin, die eigene Flyer mit Foto, Sponsorenlogo und Leistungsdaten in der Sporttasche dabei hat.

Ihr zweiter Platz bei der Deutschen Meisterschaft in Celle 2016 ist freilich auf dem Flyer vermerkt – und auf den 10.000 Metern in Duisburg konnte erwartungsgemäß keine Dame mit der 26-Jährigen vom TV Wattenscheid 01 mithalten. Für die Siegerin selbst war es „ein guter Trainingslauf“, wie sie zufrieden feststellte: „Ich studiere und wohne aktuell in Bochum, da bot sich eine Teilnahme als Test an.“ Und die bereute die Tochter des früheren Nationaltrainers Kuno Hottenrott nicht: „Die Stimmung und die Strecke, die Organisation und Moderation sind sehr gut.“

Ein Lob, das Orga-Leiter Frank Zahn sofort an den ganzen Verein mit dessen zahlreichen Helfern weitergibt, die nicht nur während der Veranstaltung für den reibungslosen Ablauf sorgen. „Bis auf ein paar Kleinigkeiten gab es keine Meldungen bei uns. Die Vorarbeiten, die der ASV als Team geleistet hat, waren hervorragend. Das zahlt sich jetzt aus.“

Ob Laura Hottenrott auch bei den nächsten Etappen in Duisburg dabei sein wird, ließ die Profi-Läuferin offen. „Das könnte aufgrund meiner Wettkampftermine aber schon schwierig werden.“

So darf Melanie Linder – zumal Vorjahressiegerin Anika Fels das „Dabei-sein“ verpasste – auf ihren ersten Titel bei der Winterlaufserie hoffen. Mit 38:06 Minuten kam die ehemalige mehrfache Deutsche Meisterin zwar mit deutlichem Rückstand auf die fast 20 Jahre jüngere Siegerin ins Ziel. Ihr Vorsprung auf die dritte Dame Andree Paquet (Ausdauerschule by Bunert) beträgt jedoch schon 59 Sekunden – und den möchte die Läuferin von der SG Wenden über den kommenden 15.000-Meter-Lauf und den finalen Halbmarathon noch ausbauen. „Ich war schon in den 90ern hier am Start, bin aufgrund von Meisterschaften aber nie an allen drei Tagen mitgelaufen. Jetzt kann ich es zum ersten Mal schaffen“, ist dabei zu bleiben für Melanie Linder bei der 34. Winterlaufserie diesmal alles.

Das gilt auch für Franziska Erlhof. Per Handschlag verabschiedete sie sich nach rund 1,5 Stunden vom Schlussfahrer – mit den Worten: „Vielen Dank für die Begleitung. Bis zum nächsten Mal dann.“ Ein Hauch olympischer Geist eben . . .

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben