Fußball

Hamborn 07 stürzt in letzter Minute aus der Landesliga

Traurig und niedergeschlagen: David Gehle ist mit Hamborn 07 gleich wieder aus der Landesliga abgestiegen.

Traurig und niedergeschlagen: David Gehle ist mit Hamborn 07 gleich wieder aus der Landesliga abgestiegen.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Duisburg.  Löwen bringen vor über 1200 Zuschauern beim GSV Moers eine 2:0-Führung nicht über die Runden. Nach einem Jahr geht es zurück in die Bezirksliga.

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Als die Männer in den gelben Trikots noch auf dem Boden saßen und das für sie Unfassbare betrauerten, streiften die Männer in den schwarzen Trikots ihre gelben Aufstiegs-T-Shirts über, von denen sie kurz zuvor kaum noch geglaubt hätten, dass sie zur Verwendung kommen würden. 20 Minuten vor dem Ende des Relegationsspiels zur Fußball-Landesliga zwischen dem GSV Moers und Hamborn 07 hatte viel darauf hingedeutet, dass die Löwen angesichts einer 2:0-Führung doch noch einmal die Kurve kriegen und den Klassenerhalt schaffen würden. Doch am Ende stand vor 1222 Zuschauern doch noch ein furioses 2:2 (0:1), das den Gastgebern den Aufstieg brachte und die Hamborner zum Wiederabstieg nach nur einem Jahr in der Sechstklassigkeit verurteilte.

Wirklich fassen konnte es bei den Gästen nachher niemand so richtig. Auch Trainer Michael Pomp fehlten weitgehend die Worte, ehe er doch einige fand: „Der Spielverlauf ist symptomatisch. Letzte Woche stürzen wir in der 94. Minute in die Relegation, jetzt stürzen wir in der 90. Minute eine Liga tiefer.“

Als Raffael Schütz nach 70 absolvierten Minuten einen an André Meier verursachten Foulelfmeter zum 2:0 der Löwen verwandelte, schien ein solcher Ausgang komplett unmöglich. Im Gegensatz zum mit 0:1 verlorenen Hinspiel hatte Hamborn diesmal vieles richtig gemacht, von Beginn an viel Druck aufgebaut und durch Lars Gronemanns Kopfball nach Flanke von Jan Stuber in der 29. Minute auch das verdiente 1:0 erzielt. Die Moerser agierten auch danach eher passiv und abwartend, hatten lediglich in der 34. Minute eine Großchance durch Christian Zeiler, dessen Schuss Raffael Schütz auf der Linie per Kopf klärte.

Das Ausspielen der sich im zweiten Durchgang bietenden Kontermöglichkeiten bewertete Michael Pomp als „furchtbar“. Schon vor dem 2:0 wäre die Entscheidung greifbar gewesen. Als dann aber Zeiler nur drei Minuten nach diesem Treffer im Anschluss an einen nicht geklärten Freistoß auf 1:2 verkürzte, setzte das bei den Grafschaftern die zweite Luft frei – und machte den Hambornern Beine und Kopf schwer. Dabei hatten sie zunächst noch unfassbares Glück, weil Zeiler es nicht schaffte, den Ball aus 20 Zentimetern ins leere Tor zu bugsieren. Wenig später semmelte Valentin Markic die Kugel bei einem Drei-gegen-eins-Konter völlig unnötig neben das Tor, statt zur Eckfahne zu laufen oder einfach irgendetwas anderes zu tun, was die Zeit von der Uhr nimmt. Der Gegenangriff brachte mit einem 16-Meter-Schuss ins Eck von Pascal Sikorska das für 07 schockierende 2:2.

Michael Pomp blickte im Moment des Absturzes nach vorn: „Ich habe ein Jahr Vertrag, unsere Spieler sind auch für die Bezirksliga verpflichtet. Es kann jetzt nur das Ziel sein, um den sofortigen Wiederaufstieg zu spielen.“

Hamborn: Dominik Schäfer – Gronemann, Ay (63. Rademacher), Schütz, Daniel Schäfer – Meier (83. Karczewski), Ünal, Stuber, Gehle – Markic, Namoni (75. Yüksel Kilic).
Tore: 0:1 Gronemann (29.), 0:2 Schütz (70., Foulelfmeter), 1:2 Zeiler (73.), 2:2 Sikorska (90.).

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