Fußball-Landesliga

Hamborn 07: Halbserie oder Saisonabbruch

Michael Pomp geht davon aus, dass ein Re-Start der Liga nicht vor April möglich ist.

Michael Pomp geht davon aus, dass ein Re-Start der Liga nicht vor April möglich ist.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg  Trainer Michael Pomp glaubt, dass erst ab April gespielt werden kann. Er präferiert einen sauberen Cut zur Hälfte – oder einen Abbruch.

Hamborn 07 bootet sich neu. Am heutigen Freitagabend wollen sich Trainerteam, Mannschaftrat und Sportvorstand austauschen, wie die nächsten Wochen gestaltet werden. „Bis zwei Wochen vor Weihnachten hatten die Spieler von mir Trainingspläne bekommen“, erklärt Michael Pomp, der Trainer des Fußball-Landesligisten. „Über Weihnachten hatten die Jungs dann aber frei.“ Nun soll festgelegt werden, wie das Training und auch die soziale Komponente wieder hochgefahren werden. „Natürlich ohne Treffen“, betont Pomp.

Da die Pause seit der Saisonunterbrechung immer größer wird, ist Pomp froh, dass der Fußballverband Niederrhein vor einem möglichen Re-Start der Saison eine Vorbereitungszeit von mindestens vier Wochen angesetzt hat – statt zwei Wochen, wie es ursprünglich mal geplant gewesen war. „Das wäre angesichts der Länge der Unterbrechung völlig albern gewesen. Die ersten Spiele wären zur Lotterie geworden. Und wenn nur eine Halbserie gespielt werden kann und nur noch sechs, sieben Spiele anstehen, wäre das ein Witz.“

Nicht durch Englische Wochen prügeln

Apropos Halbserie: Genau das ist es, was sich Pomp für den Rest der Saison vorstellen kann. Kurz gerechnet: Hamborn 07 müsste für eine komplette Saison noch 19 Spiele bestreiten. Von März bis Ende Juni stehen aber nur noch 17 Sonntage zur Verfügung – das sind schon einmal mindestens zwei Wochenspieltage. „Natürlich wäre das irgendwie machbar“, sagt Pomp, schiebt aber gleich hinterher: „Die Körper der Spieler werden nicht in dem Zustand sein, den wir uns vorstellen. Die Jungs dann durch Englische Wochen zu prügeln, wäre fahrlässig. Daher plädiere ich dafür, diese Saison auf eine Halbserie zu beschränken.“ Pomp betont: „Die Spieler in der Landesliga sind keine Profis. Das darf man nicht außeracht lassen. Wir hatten gerade Weihnachten. Da habe ich auch zugenommen – erst recht während des Lockdowns. Zu dieser Zeit ist die Familie wichtig. Das ist auch okay so.“

Die Saison über die Halbserie zu verlängern, um zu sehen, wie weit man im Spielplan kommt, hält Pomp für den falschen Weg. „In der vergangenen Saison war es nun einmal so, da wir schon im März waren. Aber wirklich fair ist die Quotientenregel nicht. Wir hatten zum jeweiligen Hin- und Rückrundenauftakt drei starke Gegner. Andere haben vielleicht eher Teams von unten. Da hilft der Quotient dann auch nicht mehr“, präferiert Pomp einen sauberen Cut nach einer Halbserie.

Abbruch als Alternative

Dann aber auch mit Auf- und Abstieg? „Am liebsten nicht“, sagt er. Denn gerade in einer 14er-Liga wie der Gruppe 3 der Landesliga könnte das zum Glücksspiel werden. „Das sauberste wäre mit Blick darauf sogar der Saisonabbruch. Dann fangen wir zur neuen Spielzeit wieder bei null an. Um die lange Zeit bis zum Saisonstart zu überbrücken, könnte man Freundschaftsspiele bestreiten.“

Klar ist für Pomp, dass der Re-Start nicht zum 1. März möglich ist. „Dann müssten wir ja ab dem 1. Februar trainieren dürfen. Das sehe ich nicht. Halbwegs realistisch ist ein Trainingsstart am 1. März und ein Re-Start am 1. April.“

Videokonferenzen auch in der Zukunft?

Was Pomp lobt, ist die Absicht des FVN erneut Videokonferenzen mit den Vereinen durchzuführen. „Das ist seit vergangener Saison ein Riesenfortschritt zu allem, was vorher war. Das macht der Verband gut. Vielleicht ist das ein positives Beispiel wie Verband und Vereine auch in Zukunft wichtige Fragen gemeinsam lösen können.“

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