Eishockey

Füchse Duisburg holen britischen Nationalspieler

Robert Lachowicz (weißes Trikot, hier im Spiel gegen Finnland) gelang mit britischen Nationalmannschaft bei der WM 2019 der Klassenerhalt – und damit eine große Überraschung.

Robert Lachowicz (weißes Trikot, hier im Spiel gegen Finnland) gelang mit britischen Nationalmannschaft bei der WM 2019 der Klassenerhalt – und damit eine große Überraschung.

Foto: dpa Picture-Alliance / Lukasz Laskowski

Duisburg.  Der 30-jährige Robert Lachowicz kommt von den Nottingham Panthers zum EVD und wird zusätzlich im Nachwuchs als Trainer tätig sein.

Die Spieler der britischen Profiliga wissen das, was ihre Kollegen in der Deutschen Eishockey-Liga bislang „nur“ befürchten: Die Saison 2020/21 fällt coronabedingt komplett aus. Noch hofft die International Icehockey Federation aber darauf, dass die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr stattfinden kann – und britische Nationalspieler suchen händeringend nach Möglichkeiten, aufs Eis zu gehen. Einer von ihnen wird das beim Eishockey-Regionalligisten EV Duisburg machen: Robert Lachowicz schließt sich den Füchsen an. „Es ist natürlich völlig außergewöhnlich, einen solchen Spieler für ein Regionalliga-Team zu gewinnen“, sagt Trainer Alexander Jacobs.

„Wir waren noch auf der Suche nach einem Stürmer. Deutsche Spieler dieser Qualität sind einfach nicht zu bezahlen“, sagt Dirk Schmitz, der Sportliche Leiter, sodass die Füchse nun ihre zweite Kontigentstelle vergeben haben. Der EVD folgt dabei weiterhin dem Plan, keine Vollprofis im eigentlichen Sinn zu beschäftigen. „Beide Spieler werden bei uns zusätzlich als Nachwuchstrainer tätig sein. Henri Ruotsalainen hat damit bereits begonnen. Und auch Robert war sofort bereit dazu, das zu machen“, so Schmitz.

Fast ausschließlich in Nottingham

Ein Wandervogel ist der 30-Jährige nicht: Der Stürmer, der sowohl außen als auch in der Mitte spielen kann, wurde in Nottingham geboren und hat bis auf die Saison 2009/10, die er bei den Nottingham Panthers begann, aber im Trikot der Manchester Phoenix beendete, ausschließlich in seiner Heimatstadt gespielt.

Mit den Panthers wurde er 2013 britischer Meister (Sieger der Hauptrunde), viermal Liga-Champion der EIHL (Play-off-Sieger) und siebenmal Sieger der Challenge Cups. 2017 gewann er mit seinem Team den internationalen Continental Cup, sozusagen den Europapokal der zweiten Ebene, und nahm 2014/15 und 2017/18 an der Champions Hockey League teil. Seit 2010 gehört er der britischen Nationalmannschaft an, stiegt mit dem Team UK 2018 in die A-WM auf, das ein Jahr später in der Slowakei – fast schon sensationell – den Klassenerhalt schaffte. „Wir sind guter Dinge, dass er nicht der schlechteste Regionalliga-Spieler sein wird“, sagt Schmitz mit etwas Understatement. Etwas ernster fügt er an: „Wir gehen sehr stark davon aus, dass er bei der Entwicklung unserer jungen Spieler im Team helfen wird. Gerade im Powerplay und im Penaltykilling versprechen wir uns viel von ihm.“ Die britische Elite Ice Hockey League schätzt Schmitz „mindestens auf dem Niveau der DEL2“ ein. „Ich kenne Roberts Agenten recht gut. Wir bekommen einen ausgesprochen erfahrenen Spieler“, freut sich Trainer Alex Jacobs. Am Donnerstag der kommenden Woche wird Lachowicz in Duisburg eintreffen und voraussichtlich schon beim Test in Essen dabei sein.

Zwei Testspiele gegen Hamm

In den Testspielen gegen die Hammer Eisbären – am Freitag um 20 Uhr auswärts, am Sonntag um 18.30 Uhr daheim – wird der Brite noch fehlen. Die Westfalen sind im Sommer in die Oberliga aufgerückt, hatten sportlich aber das – wegen Corona nicht mehr ausgetragene – Play-off-Finale der Regionalliga West verpasst. „Hamm hatte bereits in der Regionalliga eine sehr gute Mannschaft, die nun noch einmal verstärkt worden ist. Zudem haben sie mit Ralf Hoja einen guten Trainer“, so Jacobs. „Wir gehen nicht als Favorit in dieses Spiel, aber wir haben uns ja auch nicht ohne Grund starke Gegner in der Vorbereitung ausgesucht“, erklärt der Coach. Bereits gegen das Krefelder Oberliga-Team machte der EVD seine Sache 40 Minuten sehr gut. Nikolai Kulik hat das Training wieder aufgenommen; Pascal Behlau (Handbruch) wird noch rund vier Wochen fehlen.

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