Eishockey-Oberliga

EV Duisburg zum Spiel gezwungen: Erfurt-Partie findet statt

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Da kann man sich nur an den Kopf fassen: EVD-Sportchef Dirk Schmitz ist stinksauer.

Da kann man sich nur an den Kopf fassen: EVD-Sportchef Dirk Schmitz ist stinksauer.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Duisburg.  EVD-Sportchef Dirk Schmitz ist stinksauer, weil die Füchse trotz etlicher Ausfälle und nicht vorhandener Spielfähigkeit antreten müssen.

Entsetzen beim EV Duisburg: Obwohl der Eishockey-Oberligist an diesem Wochenende aufgrund von Verletzungen und einer Krankheitswelle nicht spielfähig ist, „werden wir nun vom Deutschen Eishockey-Bund gezwungen, am Sonntag anzutreten“, erklärt Dirk Schmitz, der Sportchef der Füchse. Damit kommt es um 18.30 Uhr (Pre-Zero-Rheinlandhalle) zum Heimspiel gegen die Black Dragons Erfurt.

Die Freitagspartie in Herne wurde mit Zustimmung des Ruhrnachbarn auf dem 13. Dezember verlegt. Ein ähnliches Entgegenkommen scheint es von Erfurter Seite nicht zu geben. Die Black Dragons hatten selbst vor einiger Zeit mehrere Spiele absagen und verlegen müssen. Das Problem: Mit der Diagnose „Corona“ geht es – mit einem grippalen Infekt offenbar nicht. „Wir haben Spieler, die mit Fieber im Bett liegen“, so Schmitz. Was nun passiert: „Wir werden die Jungs kontaktieren und fragen, wer sich fit genug fühlt, um zu spielen.“ Zur Not müsste ein Füchse-Vertreter am Sonntagmorgen nach Bremerhaven fahren, wo das eigene, ebenfalls dezimierte U-20-Team am Wochenende zwei Spiele in der DNL3 absolviert, um gegebenenfalls zwei oder drei Spieler abzuholen. „Uns wurde sogar gesagt, dass wir U-17-Spieler einsetzen könnten. Das halte ich für völlig verantwortungslos“, ist Schmitz stinksauer. „Ganz ehrlich: Ich habe Angst, dass morgen jemand während des Spiels umkippt, weil er sich selbst zu viel zutraut.“

Keine Solidarität

Schmitz weiter: „Leider hatten wir mit Erfurt keinen Kontakt. Die Black Dragons haben sich offenbar beim DEB gemeldet, der uns mitgeteilt hat, dass wir antreten müssen.“ Das lässt Schmitz fassungslos zurück. „Wer in dieser Möchtegern-Profiliga noch einmal etwas Solidarität erzählt, dem kann ich nur sagen: Das ist ein Witz“, ist der EVD-Sportchef wütend. „Wir werden für nichts mehr innerhalb dieser Liga unsere Zustimmung geben. Nun fällt sogar auf uns zurück, dass wir Förderlizenzspieler im Kader haben, auf die wir am Sonntag aber nicht zurückgreifen können, und viele eigene Nachwuchsspieler, denen wir eine Chance geben wollen. Das hat nichts mit Nachwuchsförderung zu tun, wenn man U-20- und U-17-Spieler einfach ins kalte Wasser werfen soll. Nochmal: das ist unverantwortlich.“

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