Frauenhandball

Eintracht mal hui, mal pfui – VfL gewinnt West-Derby

Annika Scheske (Mitte) war eine der Matchwinnerinnen beim VfL Rheinhausen.

Annika Scheske (Mitte) war eine der Matchwinnerinnen beim VfL Rheinhausen.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das Greinert-Team knöpft erst dem Topteam aus Aldekerk einen Zähler ab, verliert dann aber bei Kellerkind Gräfrath. GSG unterliegt Königshof.

Durch die Absage von Schlusslicht Fortuna Düsseldorf II und dem damit verbundenen kampflosen Sieg konnte die HSG Hiesfeld/Aldenrade vom Sofa aus verfolgen, wie der Vorsprung als Spitzenreiter der Frauenhandball-Oberliga auf drei Zähler anwuchs. Der TV Aldekerk II spielte zweimal nur remis – einmal davon gegen Eintracht Duisburg.

Oberliga: Eintracht Duisburg – TV Aldekerk II 23:23 (12:13): „Der Punkt war vielleicht etwas glücklich, aber nicht unverdient“, sagte Eintracht-Trainer Janosch Greinert. Als noch fünf Minuten zu spielen waren, nahm der Coach bei drei Toren Rückstand die Torhüterin für eine siebte Feldspielerin heraus – und hatte damit Erfolg. 20 Sekunden vor dem Spielende gelang den Duisburgerinnen der Ausgleichstreffer. „Wir hatten zwischenzeitlich eine unglückliche Phase, als wir dauernd den Innenpfosten oder die Unterkante der Latte getroffen hatten“, erklärt Greinert. „Kämpferisch war das eine sehr starke Leistung. Außerdem hat die Deckung in der zweiten Hälfte sehr gut funktioniert“, sagte der Trainer über das Nachholspiel.

HSV Solingen-Gräfrath – Eintracht Duisburg 25:21 (12:8): Zwei Tage später war dagegen seine Laune da, wo auch die Solingerinnen zuvor waren – im Keller. „Diese Niederlage hat mehrere Gründe, aber primär lag das an unserer katastrophalen Deckungsleistung“, schimpfte Greinert. Dazu kam das Harzproblem in Gräfrath. Die Eintracht brauchte 15 Minuten, um sich darauf einzustellen. „Bis dahin war das Slapstick. In dieser Phase zog Solingen auf 8:1 davon. Zudem hat Gräfrath die Spielerinnen der ersten Mannschaft gut eingesetzt.“

Adler Königshof – GSG Duisburg 34:25 (19:14): Auch in Großenbaum hielt sich die gute Laune in Grenzen, denn den GSG-Frauen gelang es nicht, die gute Leistung der Vorwoche zu bestätigen. Der Duisburger Abwehr gelang es nicht, die Kreisspielerinnen der Adler in den Griff zu bekommen. Fahrig vorgetragene Angriffe und mangelhafte Torabschlüsse nutzten die Krefelderinnen zu Tempogegenstößen, die zu einfachen Toren führen. Nur kurzfristig herrschte Hoffnung auf Besserung, als die GSG vor der Pause auf 12:14 verkürzte, dann aber doch mit einem deutlichen Rückstand in die Pause ging.

Verbandsliga: VfL Rheinhausen – VfB Homberg 20:15 (9:8): Das (so nicht ganz gewollte) Erfolgskonzept der Bergheimerinnen griff auch im Duisburger Derby gegen den VfB Homberg, der eine Woche lang auf Platz eins stand. Wieder einmal waren eine starke Deckungsleistung und die überragende Kira Jasper im VfL-Tor entscheidend für den Sieg – weil so die weiterhin nicht überzeugende Offensivleistung ausgebügelt werden konnte. Nur einmal – beim 5:6 in der 16. Minute – lag der VfL zurück. Allerdings kam Homberg zehn Minuten vor dem Ende auf zwei Tore heran. „Doch unser Mentalitätsmonster Annika Scheske ist in dieser Phase toll voran gegangen“, freute sich Uwe Kiel, der Sportliche Leiter des VfL. Die Laune von VfB-Trainer Joshua Wiesehahn war dagegen im Keller. „Das war unser schlechtestes Saisonspiel – einschließlich Vorbereitung“, ärgerte sich der Coach über die verpasste Chance, weitere Punkte für den Klassenerhalt einzufahren. „Der Sieg des VfL war rund herum verdient. Bei der Analyse werde ich das deutlich ansprechen.“

Die Torschützinnen:

Oberliga:

Eintracht Duisburg – TV Aldekerk 23:23 (12:13): Eintracht: Heitling (6), Boy (6/2), Upietz (5), Bauerfeld (3), Arend, Brock, Schild.

HSV Solingen-Gräfrath II – Eintracht Duisburg 25:21 (12:8): Eintracht: Boy (6), Heitling (4), Liedtke (4/2), Bauerfeld (2), Schild (2/2), Brock, Koenen, Upietz.

Adler Königshof – GSG Duisburg 34:25 (19:14): GSG: Bogdanski (9/3), Stoppelkamp (6), Roth, Annika Kohs (je 3), Kühnel (2), Pesch, Kristina Kohs.

Verbandsliga:

VfL Rheinhausen – VfB Homberg 20:15 (9:8): VfL: Scheske (6), Radtke (4/1), Adilovic (3), Henke (2), Hendricks (2/1), Kleinrensing, Mayboom, Kronenberg – VfB: Wiedey (5), Clemens, Seelbach (je 3), Becker (2), Behrens, Höhfeld.

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