Kanu-Oceansport

Eckernförde statt Hawaii: Erfolg für den WSV Niederrhein

Das Team Moana Manu Nui des WSV Niederrhein: Stehend von links: Heiko Muschner, Ronald Ulrich, Corinna Muschner, Torben Kuhlmann, Stefan Frenzel, Marek Fuhrmann, Volker Briel; kniend von links: Michiko Schaare, Jamie Lee Schaare, Astrid Menges-Frenzel.

Das Team Moana Manu Nui des WSV Niederrhein: Stehend von links: Heiko Muschner, Ronald Ulrich, Corinna Muschner, Torben Kuhlmann, Stefan Frenzel, Marek Fuhrmann, Volker Briel; kniend von links: Michiko Schaare, Jamie Lee Schaare, Astrid Menges-Frenzel.

Foto: WSV Niederrhein

Duisburg.  Das Oceansport-Team des WSV Niederrhein wäre unter normalen Umständen derzeit auf Big Island im Einsatz. In Norddeutschland gab es einen Sieg.

Norddeutschland und Hawaii – beide bieten schöne Landschaften, nur eben gänzlich unterschiedlich. Wäre 2020 ein „normales“ Jahr, dann hätte sich die noch junge Oceansport-Abteilung des WSV Niederrhein im August auf den Weg nach Hawaii gemacht, hätte dort ihre Va’a genannten Auslegerkanus ins Wasser gebracht und an der IVF-Weltmeisterschaft in Hilo Bay auf Big Island teilgenommen. Aber 2020 ist kein normales Jahr. Doch auch der WSV trotzt nun der Corona-Pandemie: Erste Rennen sind wieder möglich. Und so nutzten die Duisburger die willkommene Gelegenheit, einen Härtetest der besonderen Art zu absolvieren: Ein Rennen über 75 Kilometer im V6 für die maximal zulässige Anzahl von fünf Booten – Start in Schleswig über die Schlei auf die Ostsee bis nach Eckernförde.

Dabei kommen dem Duisburger Verein besondere Aufgaben zu. „Wir sind als WSV dafür zuständig, das Nationalteam Deutschland zu bilden und aufzubauen“, sagt Volker Briel, der inzwischen viel Erfahrung im Oceansport gesammelt hat. Und weil die Va’as so typisch für Hawaii und Polynesien sind, hat das WSV-Team auch einen passenden Namen: Moana Manu Nui.

Sechs Herren und vier Damen

Durch die Beschränkungen war die Teamstärke auf zehn Paddlerinnen und Paddler pro Team begrenzt. Während Moana Manu Nui mit sechs Herren und vier Damen antrat, beließen es die anderen Starter bei zwei Damen in ihren Reihen. Neben dem in Duisburg beheimateten Team traten jeweils eine Crew aus Frankfurt, Emden, Schleswig-Holstein und dem Elbtalaue-Wendland an. Moana Manu Nui setzte sich sofort an die Spitze und hatte daher die undankbare Aufgabe, den Weg auf der zum Teil verzweigten Schlei zu finden. An einer Wasserstraßen-Kreuzung einmal falsch abgebogen, war der bereits herausgepaddelte Vorsprung von drei Minuten dahin. Das Frankfurter Team Mainhattan Connection zog vorbei und der Ecksenexpress aus Schleswig-Holstein zog gleichauf.

Ein kurzer Zwischenspurt ließ die Duisburger nach 13 Kilometern als erstes Team Wechselstelle Nummer eins erreichen. Unmittelbar gefolgt von den Booten aus Frankfurt und Schleswig-Holstein, wechselte das Team vier Paddlerinnen und Paddler aus. Nach weiteren 9,5 Kilometern setzte sich Moana Manu Nui mit drei Minuten ab. Nach dem erneuten Wechsel – nun drei Frauen an Bord – überholte das Team aus Frankfurt, mit einem reinen Männerteam und hohem Kraftaufwand und fuhr nach zehn Kilometern einen Vorsprung von einer Minute heraus.

Plan ging auf

Das Team Moana Manu Nui reagierte sofort und stellte den Besetzungsplan um: von nun an paddelten immer zwei Damen und vier Herren in dem Boot mit dem Seeadlerkopf (Moana Manu Nui bedeutet großer Seevogel). Der Plan ging auf und zahlte sich auf den längeren und schwierigeren Etappen durch die Schleimünde mit Gegenwind und hohen Wellen raus auf die Ostsee aus. Nach 14,8 Kilometern setzte sich das Team vom WSV wiederholt mit drei Minuten ab. Der Wind frischte auf und die Wellen kamen unangenehm von der Auslegerseite. Auf den welligen 13 Kilometern erkämpfte das Team weitere vier Minuten Vorsprung, bevor es auf die letzte Etappe von 15,3 Kilometern bis in den Hafen von Eckernförde ging.

Moana Manu Nui setzte auf die eingeplante Besatzung – nach wie vor mit zwei Damen an Bord – Mainhattan Connection erneut mit sechs Männern, in der Hoffnung nun näher zu kommen. Umso verwunderter waren die Frankfurter bei der Durchfahrt unter der Zielbrücke, dass Moana Manu Nui das Ziel bereits elf Minuten vor ihnen erreicht hatte. Der große Seevogel gewann also mit letztlich zehn Minuten Vorsprung, da nach Etappe drei zeitgleich wieder gestartet wurde.

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