Rudern

Duisburg sagt internationale Ruder-Regatta 2018 ab

Der Deutschlandachter – hier bei der internationalen Regatta 2014 – wird 2018 in Duisburg nicht zu sehen sein.

Foto: imago

Der Deutschlandachter – hier bei der internationalen Regatta 2014 – wird 2018 in Duisburg nicht zu sehen sein. Foto: imago

Duisburg.   Wegen baulicher Verzögerungen am Kanu-Leistungszentrum sagte Duisburg-Sport die Spitzenveranstaltung ab. Der Kanu-Welt-Cup soll stattfinden.

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In den Augen von Thomas Küpper ist es für den Ruderstandort Duisburg ein Tiefschlag. Der städtische Eigenbetrieb Duisburg-Sport sagte die für den 19. und 20. Mai 2018 geplante Internationale Ruderregatta ab. Der Grund: Die Umbauarbeiten am Kanu-Leistungszentrum verzögern sich.

Küpper, Regattaleiter und Vorstandsmitglied beim Duisburger Ruderverein, fürchtet um den Ruf der Regattastrecke und ihrer Betreiber: „Wir stehen jetzt international schlecht da. Es heißt: ,Duisburg bekommt es nicht hin.’ Das ist bitter.“

Unter anderem ist ein altes Fundament, das die Bauarbeiter gefunden haben und nun entfernen müssen, der Grund für die Verzögerung. Komplikationen sind in der Baubranche nun nichts Ungewöhnliches. Trotzdem kämpfte Küpper in den letzten Wochen um die Internationale Regatta und erhielt dabei auch Unterstützung von Siegfried Kaidel, Vorsitzender des Deutschen Ruderverbandes, und Stadtsportbund-Chef Rainer Bischoff.

Alternativkonzept abgelehnt

Stand heute soll kurze Zeit später der Welt-Cup der Kanuten am ersten Juni-Wochenende des nächsten Jahres planmäßig über die Bühne gehen. Küpper: „Somit geht es nur um zwei bis drei Wochen. Ich kann nicht verstehen, warum es auf Sicht eines Jahres nicht möglich ist, Bauarbeiten zu beschleunigen oder ein alternatives Konzept zu erstellen.“

So ein Konzept hat Küpper mit seinem Team Duisburg-Sport vorgelegt. Die Ruderer trauten sich zu, die Regatta auch über die Bühne zu bringen, wenn die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen sein sollten – zum Beispiel, indem die Sportler in Räumlichkeiten des Duisburger Rudervereins und DSV 98 hätten ausweichen können. Ein W-Lan-Netz hätte zur Zeiterfassung die Glasfasertechnik ersetzen können.

Duisburg-Sport blieb dennoch bei der Absage. Der stellvertretende Betriebsleiter Marc Rüdesheim erklärte gegenüber der Sportredaktion: „Wir können nicht das Equipment bereitstellen, das für eine Veranstaltung dieser Art notwendig ist.“ Mit improvisierten Lösungen konnten sich die Verantwortlichen bei Duisburg-Sport nicht anfreunden. Rüdesheim: „Wir möchten keine halbgare Veranstaltung. Wenn Dinge deshalb nicht rundlaufen, fällt das auf Duisburg zurück. Auf die Ruderer und auch auf die Kanuten. Die Folgen wären viel schwerwiegender als bei einer Absage.“

Kanu-Termin auf dem Prüfstand

Das Kanu-Leistungszentrum sollte ursprünglich im Februar 2018 fertiggestellt sein. Daraus wurde später März, nun ist die Schlüsselübergabe für den Mai geplant. Gerade rechtzeitig für den Kanu-Weltcup – wenn denn nun alles reibungslos funktioniert. „Wir gehen fest davon aus, dass Duisburg den Welt-Cup ausrichtet“, sagt Jürgen Joachim, Vorsitzender des Kanu-Regatta-Vereins. Trotzdem steht Joachim mit dem internationalen Verband in Kontakt, um eine Verlegung um ein oder zwei Wochen zu prüfen. Joachim: „Dann hätten wir etwas mehr Luft.“

Thomas Küpper fürchtet, dass für die Ruderer die Luft jetzt schon knapp ist. Im Zuge der Bauarbeiten musste Duisburg jetzt schon zum vierten Mal eine Ruderregatta ablehnen oder absagen. Die „Internationale“, die zuletzt 2014 in Duisburg Station machte, traf es zum zweiten Mal. Der Funktionär befürchtet, dass damit nun das Ende dieser Spitzenregatta an der Wedau besiegelt sein könnte.

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