Corona

Die Lage im Duisburger Fußball verschärft sich

Steven Deana, Trainer Torsten Lieberknecht, Leo Weinkauf und Torwarttrainer Sven Beuckert (v.l.) vor dem Spiel des MSV Duisburg in Lübeck.

Steven Deana, Trainer Torsten Lieberknecht, Leo Weinkauf und Torwarttrainer Sven Beuckert (v.l.) vor dem Spiel des MSV Duisburg in Lübeck.

Foto: Susanne Hübner, Susanne Huebner via www.imago-images.de / imago images/Hübner

Duisburg.  Im Duisburger Fußball nehmen die Spielausfälle im Zuge der Corona-Pandemie zu. Die Funktionäre beobachten die Entwicklung mit Sorge.

Auch das Comeback von Trainer Dietmar Schacht an der Seitenlinie fiel im Zuge der Corona-Pandemie ins Wasser. Fußball-Oberligist FSV Duisburg vermeldete einen „Corona-Fall im Umfeld des Vereins“, sodass der Aufsteiger am Sonntag nicht beim TV Jahn Hiesfeld antreten konnte. Didi Schacht hatte in der vergangenen Woche das Traineramt bei den Bullen angetreten.

Von der 3. Liga beim MSV Duisburg bis runter in die Kreisligen: Die Corona-Pandemie hält den Fußball in Schach. Die Spielausfälle nehmen zu. Die Zebras mussten die letzten beiden Heimspiele gegen Unterhaching und Halle absagen. Regionalligist VfB Homberg liegt seit zehn Tagen auf Eis und kehrt jetzt erst in den Trainingsbetrieb zurück.

In der Oberliga Niederrhein, mit 23 Mannschaften die größte Oberliga Deutschlands, gab es am Sonntag drei Absagen. In der Landesliga-Gruppe 3, in der die drei Duisburger Teams am Ball sind, fiel das Derby zwischen dem SV Wermelskirchen und dem FC Remscheid aus. In der Bezirksliga sagte die GSG Duisburg ihre Partie gegen die DJK Sportfreunde Katernberg aufgrund von fünf Verdachtsfällen schon am Freitag ab. In der Kreisliga A gab es einen solchen bei Wacker Dinslaken, weshalb das Team nicht bei Union Hamborn kickte. Hamborn 90 konnte in der B-Liga nicht gegen den TV Jahn Hiesfeld II antreten, auch das Spiel des SV Beeckerwerth in Heißen fiel weg. Und beim MSV Duisburg befindet sich die komplette U-17-Mannschaft in Quarantäne.

Funktionäre und Trainer beobachten die Entwicklung vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen mit Sorge. Michael Pomp, Coach des Landesligisten Hamborn 07, befürchtet, „dass es bald knallen“ und der Spielbetrieb ruhen wird. Pomp beobachtet mit Fassungslosigkeit, wie leichtfertig die Menschen im Alltag mit den Corona-Regeln umgehen.

Graf befürchtet Vereinssterben

Wolfgang Graf, „Vize“ beim VfB Homberg sorgt sich um den Fortbestand der Klubs und befürchtet ein „Vereinssterben in der dritten und vierten Liga“, sollten Spiele vor leeren Rängen stattfinden oder gar nicht mehr über die Bühne gehen. Fehlende Zuschauereinnahmen verschärfen auch beim MSV Duisburg die ohnehin schon angespannte finanzielle Lage.

„Die Situation ist ernst. Aber ich hoffe, dass wir die Saison weiter durchziehen können“, sagt Peter Thomas, Vorsitzender des Fußballkreises Duisburg/Mülheim/Dinslaken. Ein Abbruchszenario werde, so Thomas, beim Verband noch nicht diskutiert.

Aktuell hofft Thomas, dass bis zur Winterpause alle Nachholspiele über die Bühne gehen können. Die Klubs müssen sich auf Spiele unter der Woche einstellen. Der Kreisvorsitzende hatte unlängst einen Appell an Vereine und Zuschauer gerichtet, sich verantwortungsvoll auf den Platzanlagen zu verhalten. Thomas sagt: „Soweit ich das beurteilen kann, hat sich die Situation leicht verbessert. Aber es kommt weiter auf jeden Einzelnen an.“

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