Kommentar

Die kalte Schulter der Fans

Der MSV Duisburg verkaufte für das Spiel gegen den FSV Zwickau nur etwas mehr als die Hälfte der Tickets.

Der MSV Duisburg verkaufte für das Spiel gegen den FSV Zwickau nur etwas mehr als die Hälfte der Tickets.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das Interesse der Fans am Spiel des MSV Duisburg hielt sich in Grenzen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Ein Kommentar.

In der Zeit der tiefsten Lockdown-Depression lag der Gedanke nahe, dass die Fans wieder in die Fußball-Stadien stürmen würden, wenn das wieder möglich sein würde. Mittlerweile wissen wir, dass das so nicht ist. Die Vereine, nicht nur Drittligist MSV Duisburg, haben Probleme, ihre stark reduzierten Kartenkontingente loszuwerden.

Nur 3462 Fans – darunter 800 Sponsoren – griffen beim Heimspiel des MSV Duisburg gegen den FSV Zwickau im 6300 Tickets umfassenden Kontingent zu. Die Gründe dürften vielschichtig sein. Die Angst vor Corona ist noch lange nicht gebannt, gerade in Zeiten steigender Infektionszahlen ist es ein gesunder Reflex, Vorsicht walten zu lassen bei der Entscheidung, eine Veranstaltung mit 6000 Zuschauern besuchen zu wollen.

Zudem erhält der DFB gerade die Quittung für die fragwürdige Fortsetzung des Spielbetriebs in der 3. Liga mit Geisterspielen nach der Corona-Pause. Der Profifußball hat sich von seinen Fans entfernt, die Begeisterung ist abgekühlt.

Nichtaufstieg des MSV Duisburg sorgte für Frust

Auch der MSV Duisburg hat eine Quittung erhalten. Der Frust der Fans über den leichtfertig verspielten Aufstieg in der vergangenen Saison ist größer, als es die Verantwortlichen vermutet haben. Die MSV-Führung hat im Sommer den Nichtaufstieg hingenommen, ohne ein ernstzunehmendes „Jetzt-erst-recht-Signal“ auszusenden. Die Auftaktpleite der Zebras bei Hansa Rostock kam als weiteres Frust-Element noch hinzu.

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