Fußball

Der SV Genc Osman Duisburg erlebt einen ärgerlichen Tag

Roman Mivekannin (rechts) – hier im Duell mit „Ata“ Tsourakis – traf bei seinem Genc-Debüt.

Roman Mivekannin (rechts) – hier im Duell mit „Ata“ Tsourakis – traf bei seinem Genc-Debüt.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Verletzungen, Platzverweis, Niederlage – alles lief gegen den Landesligisten. Für den Trainer gab es eine weitere böse Überraschung.

Am Ende hatte auch Mustafa Öztürk leicht den Überblick verloren. Einem jugendlichen Zuschauer, der ihn nach dem Endergebnis fragte, antwortete der Trainer des Fußball-Landesligisten SV Genc Osman: „5:2.“ Tatsächlich lautete der Endstand der Partie gegen den VfB Speldorf 5:3 – und das auch dummerweise aus Sicht der Gäste, die nach einem 1:1-Pausenstand die Partie für sich entschieden. Für Genc war es die erste Niederlage der Saison, die Öztürk feststellen ließ: „Vom Aufstieg brauchen wir erst einmal nicht zu reden.“

Ein überraschendes Comeback bei Genc Osman

Diese Worte sprach der Coach in einer Kluft aus, von der er grundsätzlich ausgeschlossen hatte, sie noch einmal tragen zu wollen: im Spielertrikot. Nach 53 Minuten hatte er sich selbst eingewechselt, in der Hoffnung, dem da gerade in die falsche Richtung kippenden Duell noch eine Wende verpassen zu können. Geschuldet war diese Entscheidung unter anderem dem, was noch vor dem Anpfiff passiert war: Beim Warmmachen hatten sich der ohnehin angeschlagene Deniz Zarifoglu, Kapitän Samed Basol und Soufian Guirhil verletzt. So saßen nur noch zwei Feldspieler auf der Bank, zumal noch Akteure zur personell ebenfalls problemgeplagten Reserve abgegeben worden waren.

Davon war in der Anfangsphase freilich nur wenig zu spüren: Da dominierten die Gastgeber deutlich, ließen Speldorf keine Entfaltungsmöglichkeit. „Für mich war das da sogar ein Klassenunterschied“, so Öztürk. Im Ergebnis drückte sich das durch das 1:0 aus, das Metehan Gürbüz nach neun Minuten mit einem leicht abgefälschten Schuss aus zwölf Metern erzielte.

Schwere Verletzung eines Leistungsträgers

Danach zeigte der Daumen für Genc aber fast nur noch nach unten. Zunächst unverschuldet: Ali Basaran blieb nach 19 Minuten im Rasen hängen und musste raus. „Bänderriss“, vermutete der Allrounder nachher. Vielleicht war es auch der Schock darüber, dass die Neumühler nun ihre Dominanz verloren. „Es kann nicht sein, dass wir das Spiel so aus der Hand geben und uns nur noch über Schiedsrichterentscheidungen aufregen.“ Ein bisschen nachvollziehbar war das schon, weil Sven Heinrichs überwiegend gegen die Gastgeber entschied. Beim 1:1 durch Ex-Genc-Angreifer Ercan Aydogmus (31.) sorgte mehr für Unmut, dass die Speldorfer den Ball zuvor nicht ins Aus geschossen hatten, obwohl Abdullah Özcan verletzt auf dem Boden lag. Den Knackpunkt gab es aber in der 43. Minute, als der schon verwarnte Emre Onur trotzig den Ball wegkickte und dafür die gelb-rote Karte sah.

In Überzahl hatte Speldorf nach dem Wechsel plötzlich leichtes Spiel. Wieder Aydogmus (48.), Ex-MSV-Profi Athanasios Tsourakis (50.) und Özcan per Rücken ins eigene Tor (53.) sorgten für die vermeintliche Entscheidung. Genc gab aber nicht auf und kam durch Debütant Roman Mivekannin (60.) sowie Justin Bock (86.) per Handelfmeter wieder in Schlagdistanz. Fabian Schürings machte aber in der Nachspielzeit alles klar.

Die unlustige Schlusspointe gab’s dann obendrein. Mustafa Öztürk stellte nach seinem Kurzeinsatz fest: „Ich glaube, ich habe wieder einen Kreuzbandriss.“

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