3. Liga

Der MSV Duisburg hat genug von Grünwalder Dramen

Zuletzt trafen MSV-Außenverteidiger Arne Sicker (rechts) und 60-Mittelfeldspieler Daniel Wein an der Grünwalder Straße am 31. Mai aufeinander. Damals verlor der MSV 2:3, beim Wiedersehen am Samstag will Sicker den Spieß aus Duisburger Sicht umdrehen.

Zuletzt trafen MSV-Außenverteidiger Arne Sicker (rechts) und 60-Mittelfeldspieler Daniel Wein an der Grünwalder Straße am 31. Mai aufeinander. Damals verlor der MSV 2:3, beim Wiedersehen am Samstag will Sicker den Spieß aus Duisburger Sicht umdrehen.

Foto: Stefan Matzke / sampics / Stefan Matzke / Pool

Duisburg.  Der MSV Duisburg kehrt in München an die Stätte der Enttäuschungen zurück. Ex-Trainer Rudi Bommer sorgt sich um die Zebras.

Bereits zum vierten Mal innerhalb von fünf Monaten – Unterhaching dazugezählt – sind die Drittliga-Fußballer des MSV Duisburg am Samstag in München im Einsatz. Um 14 Uhr (live frei empfangbar im Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk) treten die Zebras beim TSV 1860 an. Der MSV hat im Teamhotel allmählich Anspruch auf Rabatt, er wird in diesem Jahr dort noch zweimal aufschlagen: am 14. November bei Aufsteiger Türkgücü und am 16. Dezember beim Meister FC Bayern II.

Das Stadion an der Grünwalder Straße steht aus Duisburger Sicht für die Widrigkeiten, Dramen und Unzulänglichkeiten im Zuge der Corona-Krise. Am 31. Mai das erste Geisterspiel der Vereinsgeschichte, das nach einer 2:0-Führung bei 1860 München mit einer 2:3-Niederlage für die Zebras endete. Dann das 2:2 beim FC Bayern München II am 1. Juli mit dem Gegentreffer in der Nachspielzeit. Ohne den späten Treffer von Leon Dajaku wären die Meidericher nun wohl in der 2. Bundesliga unterwegs.

Die Duisburger hoffen, dass das alles in einer prekären Situation kein böses Omen ist. Apropos Omen: Am 1. November 2015 musste Coach Gino Lettieri nach einer 0:1-Niederlage bei den Löwen gehen. Marius Wolf sorgte damals in der ersten Minute der Nachspielzeit für den Knockout. Nach-Nachfolger Torsten Lieberknecht mag da froh sein, dass die Partie bei 1860 schon am Samstag, 31. Oktober, über die Bühne geht.

Ein anderer Vorgänger im Amt meldete sich nun besorgt zu Wort. Rudi Bommer, von 2006 bis November 2008 bei den Zebras in der Verantwortung und nun als TV-Experte tätig, sagte gegenüber Magenta-Sport: „Ganz ehrlich, ich weiß nicht, wo’s hingeht beim MSV.“ Der 63-Jährige verweist auf die Corona-Zwangspause, die Einschränkungen im Trainingsbetrieb, die finanziellen Sorgen. Bommer: „Torsten Lieberknecht muss eine echte Herausforderung schultern.“

Bommer, der auch schon bei 1860 München als Trainer tätig war, hätte Lieberknecht davon abgeraten, die jüngste 0:2-Niederlage gegen den KFC Uerdingen im Zuge falscher Entscheidungen auf seine Kappe zu nehmen: „So was läuft dir als Trainer irgendwann hinterher.“

Duisburger Coach will nicht geknechtet werden

Torsten Lieberknecht sieht das naturgemäß anders. Er steht zu seinen Fehlern. „Als Trainer musst du das auch mal sagen dürfen, ohne dass man vielleicht die ganze Woche geknechtet wird, nur weil man ehrlich ist“, hatte der Coach nach der Niederlage in Uerdingen angemerkt. Das bekräftigte der Pfälzer nun im Vorfeld der München-Reise noch einmal: „Wir, mich eingeschlossen, haben das Gefühl, aus dem Uerdingen-Spiel etwas gutmachen zu müssen.“

Mittelfeldspieler Mirnes Pepic und Innenverteidiger Dominic Volkmer stehen nach muskulären Problemen wieder zur Verfügung. Die Fitnesssituation hat sich aber nur bedingt entspannt. Lieberknecht: „Einige Spieler sind bei 100 Prozent, aber nicht alle.“ Über Spielpraxis sollen die Kicker nun weiter aufschließen. Lieberknecht weiß, dass dieser Weg mühsam ist, „aber da müssen die Jungs jetzt durch.“

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