Kommentar

Der MSV Duisburg benötigt einen Masterplan

Der MSV Duisburg am Boden. Den Drittligisten plagen sportliche und wirtschaftliche Sorgen.

Der MSV Duisburg am Boden. Den Drittligisten plagen sportliche und wirtschaftliche Sorgen.

Foto: firo Sportphoto/Jürgen Fromme / Jürgen Fromme /firo Sportphoto

Duisburg.  Corona, sportliche Krise, kein Geld – für den MSV Duisburg geht es um das Überleben. Ein Kommentar.

In einem Nebensatz merkte MSV-Trainer Torsten Lieberknecht am Samstag an, dass es beim MSV Duisburg ja darum gehe, die jungen Spieler zu protegieren. 23,3 Jahre betrug das Durchschnittsalter der Startelf beim Derby gegen den KFC Uerdingen. Für einen Klub, der sich vor gut einem Jahr als „Ausbildungsverein“ neu erfand, mag das erfreulich sein. Ist es aber nicht: Was nutzt die Jugend, wenn der Verein seinen existenziellen sportlichen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden kann? Der MSV Duisburg benötigt den Zweitliga-Aufstieg, um überleben zu können.

Die Mannschaft präsentierte sich in den letzten Monaten nicht im Stile eines Aufstiegsaspiranten. Das belegen nicht nur die Zahlen – lediglich sechs Siege in 23 Spielen im Kalenderjahr 2020 – sondern auch die Auftritte der Zebras. Lieberknecht will Corona nicht als Ausrede gelten lassen, das soll auch an dieser Stelle so sein. Gegen den KFC Uerdingen fehlte es an spielerischer Klasse – individuell und im Kollektiv – sowie an Ideen, an Durchschlagskraft.

Der MSV Duisburg benötigt einen strategischen Investor

Es mag ja sein, dass die jungen Spieler Entwicklungspotenzial aufweisen – aber zur sportlichen Tristesse kommt die wirtschaftliche, die große Zeitfenster nicht zulässt. Der Winter naht, die Sorgen um das wirtschaftliche Überleben wachsen – auch vor dem Hintergrund, dass die Rückkehr der Zuschauer angesichts steigender Corona-Zahlen mittelfristig nicht realistisch ist.

Der MSV Duisburg darf nicht auf den Lucky Punch, mit dieser Mannschaft doch noch aufsteigen zu können, setzen. Ein Masterplan muss her, der nicht auf der Hoffnung fußen darf, dass private Gönner immer wieder die Geldbörse öffnen, um die Liquidität zu sichern.

Der MSV Duisburg benötigt einen strategischen Investor, der das wirtschaftliche und sportliche Überleben sichert. Über den Status eines Ausbildungsvereins können sich die Verantwortlichen danach immer noch Gedanken machen.

Leserkommentare (7) Kommentar schreiben