Hockey

Damen des Club Raffelberg sind auf Bundesliga-Kurs

Anneke Maertens (2. von rechts) führt mit 15 Treffern die Torjägerinnenliste der 2. Bundesliga an. In der im Frühjahr beginnenden Meisterrunde ist der Wiederaufstieg ins Oberhaus möglich.

Anneke Maertens (2. von rechts) führt mit 15 Treffern die Torjägerinnenliste der 2. Bundesliga an. In der im Frühjahr beginnenden Meisterrunde ist der Wiederaufstieg ins Oberhaus möglich.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Vor der Meisterrunde im Frühjahr haben die Raffelbergerinnen elf Punkte Vorsprung. Der WHV erklärt die Hallensaison derweil für freiwillig.

Susi Wollschläger, das ist kein Geheimnis, war einst eine Weltklasse-Torhüterin. Ihre beiden Töchter eifern der olympischen Silbermedaillen-Gewinnerin von 1992 nach – und machen ihre Sache dann doch ganz anders. Während die Damen-Cheftrainerin des Club Raffelberg dafür sorgte, dass gegnerische Stürmerinnen verzweifelten, führen sowohl Anneke Maertens als auch Pia Maertens ihre jeweiligen Torjägerinnenlisten an: Pia Maertens hat in der 1. Hockey-Bundesliga 14 Mal für Rot-Weiß Köln eingenetzt, Anneke Maertens in der 2. Bundesliga für Raffelberg sogar 15 Mal.

Dieser Wert unterstreicht auch die Vormachtstellung, die die Duisburgerinnen sich in der nun zu Ende gegangenen Rückrunde erarbeitet haben. In der Doppelsaison 2019/20/21 steht Raffelberg mit elf Punkten Vorsprung auf den Bremer HC an der Tabellenspitze. Im Frühjahr schließt sich diesmal – unter Mitnahme der Punkte und Tore – eine Meisterrunde der besten Fünf an. Damit stehen noch acht Spiele aus, in denen 24 Punkte vergeben werden. Heißt: Wenn der CR noch 14 Punkte holt, ist er ganz sicher aufgestiegen. Gelingen Siege in den direkten Duellen mit Bremen, wäre sogar schon früher alles klar.

Beinahe optimale Ausbeute

Dass Raffelberg derart enteilt ist, hat mit der guten Bilanz der Duisburgerinnen zu tun. 25 von 27 möglichen Punkten hat der CR seit dem Re-Start eingefahren, kassierte dabei nur sechs Gegentore in neun Spielen, davon drei beim Remis gegen Bremen. „Wir können uns für diese elf Punkte Vorsprung aber nicht auf die Schulter klopfen“, sagt Wollschläger. Was sie meint: Lobenswert ist zwar die bemerkenswerte Rückrunde, die Raffelberg hingelegt hat – dass Bremen aber Probleme hatte, hat nichts mit der Duisburger Leistung zu tun.

Die Trainerin richtet da lieber den Blick auf das eigene Team. „Die vielen jungen Spielerinnen haben sich toll integriert. Dass wir die Abgänge derart kompensieren konnten, war so nicht vorherzusehen“, sagt Wollschläger. Das Team ist jung – Laura Helmrich aus dem Jahrgang 1993 ist die Älteste. „Wir haben die Luxussituation, dass ich teilweise nicht weiß, wen ich rauslassen soll“, so die Trainerin. Freilich will sie in der Abwehr nicht viel ändern, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Das macht Sinn, denn elf Gegentore in insgesamt 18 Spielen sprechen für sich. „Vor dem Re-Start war das Ziel, nach der langen Pause einfach wieder Spaß am Hockey zu finden. Das wird auch so bleiben“, will Wollschläger keinen unnötigen Druck aufbauen.

Nur Auf-, keine Absteiger

Druck wird es in der anstehenden Hallensaison auf keinen Fall geben. Wie auf Bundesligaebene beschloss nun auch der Westdeutsche Hockey-Verband, dass die Saison unter dem Dach auf freiwilliger Basis ausgetragen wird. Bis Freitagabend können sich die Teams nun entscheiden, ob sie antreten oder verzichten wollen, was keine Konsequenzen nach sich ziehen würde. In der Hallenhockey-Spielzeit 2020/21 werden jeweils ein Auf-, aber keine Absteiger ermittelt. Das gilt laut Verbandsmeldung aber nur, wenn alle Spiele in der jeweiligen Gruppe absolviert worden sind. Ist dies nicht der Fall, entscheidet der Verband über die Saisonwertung. Raffelberg wird an den Start gehen, „sonst würde die Pause einfach zu lang“, so Wollschläger.

Ob alle potenziellen Gegner spielen werden, ist derzeit noch offen. Regulär sollte die Saison in der bei den Frauen zweitklassigen 1. Regionalliga am 14. November beginnen.

Hallensaison: Unklare Lage in der Männer-Regionalliga

Wie sieht die 1. Hallenhockey-Regionalliga der Herren aus? Das steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. „Wir werden mit den ersten Herren melden“, sagt CR-Trainer Tim Leusmann. „Es steht noch zur Debatte, ob auch die zweiten, dritten und vierten Herren spielen. Vielleicht wird es ein Team weniger.“

Es halten sich die Gerüchte, dass die jeweils zweiten Teams aus Köln, Mülheim und Krefeld auf den Regionalliga-Start verzichten. Dann blieben mit Raffelberg, Bonn und Bergisch Gladbach nur drei Teams übrig. „Wir müssten dann abwarten, ob überhaupt ein Aufsteiger ermittelt wird“, so Leusmann.

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