Fußball

Corona-Verordnung: Der Duisburger Fußballkreis reagiert

Auf dem Aschenplatz von Fatihspor Mülheim an der Prinzeß-Luise-Straße muss die Reserve des DSV 1900 am Sonntag nach letztem Stand antreten.

Auf dem Aschenplatz von Fatihspor Mülheim an der Prinzeß-Luise-Straße muss die Reserve des DSV 1900 am Sonntag nach letztem Stand antreten.

Foto: Andreas Hofmann / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das Vorgehen des Kreisfußballausschusses stößt bei den Vereinen auf Kritik. In der Bezirksliga trifft Viktoria Buchholz eine Entscheidung.

Wie geht es im Amateurfußball angesichts der neuen Corona-Schutzverordnung weiter? Auf diese Frage gab der Fußballkreis Duisburg/Mülheim/Dinslaken am Donnerstagvormittag seine eigene Antwort. Der Kreisfußballausschuss erklärte auf seiner Facebookseite: „Auch wenn in Duisburg ab heute der Ball ruht, wird in Mülheim, Dinslaken und Voerde der Spielbetrieb fortgesetzt. Die betroffenen Partien werden heute im Laufe des Tages abgesetzt. Solltet ihr das Heimrecht tauschen wollen, meldet euch bitte bei den jeweiligen Staffelleitern.“

Die Folge: In den beiden Gruppen der rechtsrheinischen Kreisliga A wurden zehn der 16 geplanten Spiele abgesetzt. In der Gruppe 2 soll nur noch die Partie zwischen RWS Lohberg und Jahn Hiesfeld II über die Bühne gehen, in der Gruppe 1 müssten demnach fünf Duisburger Teams in Mülheim antreten: der DSC Preußen beim Dümptener TV, die Turnerschaft Rahm bei Croatia Mülheim, der VfL Wedau beim Mülheimer FC 97 II, der DSV 1900 II bei Fatihspor Mülheim und der FC Taxi beim SV Raadt.

„Es ist eine sehr schwierige Situation für die Duisburger Vereine. Einige meiner Spieler haben von sich aus bereits angekündigt, nicht mehr zu trainieren und spielen zu wollen. Die Jungs bleiben dann lieber zuhause. Fakt ist, dass wir Stand jetzt am Sonntag bei Fatihspor antreten müssen“, erklärt Osman Sahin, Spielertrainer der DSV-Reserve, der sich um gerechte Spielaustragungen in naher Zukunft sorgt: „Es ist nicht fair, wenn die Teams aus Duisburg ohne Training und immer auswärts spielen müssen. Das kann nicht sein. Ich hoffe auf eine schnelle und faire Lösung.“ Beim VfL Wedau hieß es, dass der Verein klar gegen die Durchführung des Spiels bei der MFC-„Zweiten“ ist.

Bei Eintracht Walsum ist der Trainingsbetrieb eingestellt

Auch von den Vereinen der Gruppe 2 gab es unter dem Facebook-Beitrag des Kreises durchweg ablehnende Kommentare. So schrieb Michael Finke, Vorsitzender des MTV Union Hamborn: „Wir dürften jetzt also mit Möllen das Heimrecht tauschen und dort ohne richtiges Training am Sonntag spielen, die aber nicht bei uns trotz richtigen Trainings? (...) Für mich ist das Wettbewerbsverzerrung.“ Von Seiten Eintracht Walsums hieß es: „Wir haben mit dem heutigen Tag auch den Trainingsbetrieb auf unserer Anlage eingestellt. Ich frage mich, wie es funktionieren soll, dass wir die Spiele gegen Dinslakener Mannschaften durchführen sollen, wenn wir nur kontaktlos trainieren dürfen.“

In der Bezirksliga war das Derby zwischen dem DFV 08 und der GSG bereits zuvor coronabedingt abgesagt worden. Heimspiele hätten der SV Genc Osman II (gegen die DJK Lowick) und Viktoria Buchholz (gegen Mülheim 07) gehabt; beide Partien dürften ausfallen. Viktoria-Trainer Maik Sauer: „Wir fahren unseren strikten Kurs weiter. Deshalb haben wir den Trainingsbetrieb sofort eingestellt. Wir können es nicht verantworten, bei einem Fußballtraining 20 bis 25 Haushalte zusammenkommen zu lassen, wenn die Zahlen dermaßen in die Höhe schießen.“ Von einer möglichen Durchführung der Auswärtsspiele hält er nichts: „Das ist für mich großer Schwachsinn und führt zur Wettbewerbsverzerrung. Wir werden nicht ohne Training und nur auswärts antreten. Das macht keinen Sinn, zumal die Zahlen auch in Essen und Mülheim erheblich steigen.“ Der Buchholzer Übungsleiter erhofft sich in den kommenden Wochen vor allem Einheitlichkeit und Transparenz: „Es ist ersichtlich, dass die Zahlen weiter steigen werden. Daher wünsche ich mir vom Verband einheitliche Regelungen und eine Unterbrechung des Spielbetriebs.“

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