Corona-Verordnung

Corona: MSV-Spiel gegen Uerdingen steht auf der Kippe

Zuschauer werden am Samstag in der Duisburger Arena auf jeden Fall nicht zugelassen sein. Ob die Spieler des MSV Duisburg und des KFC Uerdingen den Rasen betreten dürfen, entscheidet sich am heutigen Freitag.

Zuschauer werden am Samstag in der Duisburger Arena auf jeden Fall nicht zugelassen sein. Ob die Spieler des MSV Duisburg und des KFC Uerdingen den Rasen betreten dürfen, entscheidet sich am heutigen Freitag.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Stadtsportbund bemüht sich um eine Aufweichung der städtischen Verordnung. Der Krisenstab will am Freitag eine Entscheidung treffen.

Die Duisburger Sportvereine und der Stadtsportbund wurden am Mittwoch von der neuen Corona-Verordnung der Stadt kalt erwischt. „Jedwede Ausübung von Kontaktsport in städtischen Hallen ist untersagt. Darüber hinaus ist beim Kontaktsport im Freien der komplette Spiel- und Wettbewerbsbetrieb untersagt“, heißt es in der städtischen Verfügung. Uwe Busch, Geschäftsführer des Stadtsportbundes, wunderte sich, dass dieser Erlass ohne Vorwarnung kam, und versuchte mit dem Vorstand des SSB am Donnerstag, eine Aufweichung zu erreichen. Ein Ergebnis gab es nicht, am Freitag will der städtische Krisenstab beraten.

Der Krisenstab wird sich auch mit dem Drittliga-Fußball-Spiel des MSV Duisburg gegen den KFC Uerdingen befassen. Das Spiel am Samstag steht aktuell auf der Kippe. „Wir bemühen uns hier um kurzfristige Klärung, ob und wie eine Lösung für Profivereine zu realisieren ist“, teilte die Stadt Duisburg auf Anfrage der Redaktion mit dem Verweis auf die Sitzung des Krisenstabes mit. MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt hofft, dass das Spiel gegen den KFC Uerdingen über die Bühne gehen kann. „Ich setze hier auf unser bewährtes Hygienekonzept“, so Mohnhaupt. Sollte der Ball rollen, werden keine Zuschauer zugelassen sein. Präsident Ingo Wald ist zuversichtlich: „Ich glaube, dass das Geisterspiel stattfinden kann.“

Ärger über „zögerliche Haltung der Verwaltung“

Dass erst am heutigen Freitag eine Entscheidung fällt, stößt beim Stadtsportbund auf Kritik. „Für die Vereine ist das zu spät. Der Sport lebt vom Ehrenamt, das durch die zögerliche Haltung der Verwaltung vor enorme Herausforderungen gestellt wird“, zitierte der SSB sein Vorstandsmitglied Susanne Hering in einer Pressemitteilung.

Der SSB-Vorstand ärgert sich darüber, dass die Stadt nicht bereits früher auf den Sport zugegangen ist. Immerhin sei es schon seit Tagen absehbar gewesen, dass die Inzidenzzahl in Duisburg über 100 steigen würde.

Zudem weisen die Verordnung der Stadt und die dazu veröffentlichte Pressemitteilung vom Mittwoch unterschiedliche Formulierungen auf. „Solche Pannen erhöhen die Verunsicherung bei den Vereinen“, schimpft Vorstandsmitglied Hans-Joachim Goßow, der beklagt, dass Duisburg mit einer „Einzellösung“ vorgeprescht sei. Aus Sicht der Stadtsportbund-Funktionäre muss eine einheitliche landesweite Regelung her.

Große Verunsicherung herrscht vor allem bei den Amateurfußballern. Heimspiele sind nicht mehr möglich, Auswärtsspiele jenseits der Stadtgrenzen schon. Das könnte in den Ligen für Chaos sorgen. Wolfgang Jades, Vorsitzender des Fußballaausschusses des Fußball-Verbandes Niederrhein, hatte es am Mittwoch als „völligen Unsinn“ bezeichnet, dass die Infektionsgefahr bei Freiluftspielen größer sei.

Stadt Duisburg reagiert

Die Stadt widersprach am Donnerstag: „Beim Kontaktsport ist es nicht möglich, Mindestabstände einzuhalten und so einer Infektion vorzubeugen. Ein Beispiel: Bei einem gewöhnlichen Fußballspiel liegt die Anzahl der Personen, die unmittelbar Kontakt zu einem potenziell infizierten Spieler haben, bei über 20. Die Zahl erhöht sich bei entsprechenden Einwechslungen sowie mehreren beteiligten Trainern, Co-Trainern und Betreuern schnell auf 30 Personen. Hinzu kommt die vielfach ungenügende Belüftungssituation bei der Nutzung von Umkleide- und Duschräumen, in denen sich zusätzliche Personen aufhalten können. Hier wird also eine Vielzahl von Menschen ganz konkret mit einer Coronainfektion gefährdet.“

Derweil hat die RESG Walsum die für Samstag Spiele ihrer beiden Rollhockey-Bundesliga-Teams in Cronenberg abgesagt.

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