Fußball-Bundesliga

Fortuna geht mit ghanaischem Quartett in die Saison

Kasim Adams ist neu im Fortuna-Team.

Kasim Adams ist neu im Fortuna-Team.

Foto: Janning

Düsseldorf.  Die vier Neu-Düsseldorfer wollen bei der Fortuna in die Fußstapfen von Anthony Baffoe treten, der in Ghana eines der großen Vorbilder ist.

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Seit Donnerstag ist das Viererpaket vollständig: Kasim Adams komplettiert das neue Ghana-Quartett bei Fortuna Düsseldorf. Der Innenverteidiger wird ohne Kaufoption für eine Spielzeit von Ligakonkurrent TSG Hoffenheim ausgeliehen. „Er ist ein robuster Spieler, der keine Angst hat, da hinzugehen, wo es wehtut“, sagt Trainer Friedhelm Funkel. „Er kennt keine Gnade. Einen Spieler mit diesen Qualitäten hatten wir bisher nicht im Kader.“

Adams, der beim Afrika-Cup in diesem Sommer als Abwehrchef Ghanas einen guten Eindruck hinterließ, traf bei seinem ersten Training auf gleich drei Landsleute. Bernard Tekpetey, Nana Ampomah und Kelvin Ofori stammen ebenfalls aus dem Staat in Westafrika und kamen auch in dieser Transferperiode zur Fortuna.

Vor- und Nachteile

Bei solchen Voraussetzungen – das lehren Beispiele aus der Fußballgeschichte – besteht immer die Gefahr einer Grüppchenbildung innerhalb eines Teams. Und gerade das wäre für Fortuna, die von ihrem großen Mannschaftsgeist lebt, fatal. „Ich sehe in dieser Konstellation aber derzeit mehr Vor- als Nachteile“, sagt Funkel. „Wir werden schon dafür sorgen, dass sie nicht alles nur zu viert machen.“

Besonders für den gerade erst 18 Jahre alt gewordenen Ofori sei die Nähe zu seinen Landsleuten in der Eingewöhnungszeit in Deutschland wichtig, erklärt Funkel und betont: „Wir sollten das sehr positiv sehen.“

Tekpetey und Ampomah stießen zuerst zum Team, berichteten davon, dass sie direkt gut integriert wurden. „Es ist aber auch super, dass wir zu zweit hier sind. Auch wenn das Team sich kümmert, ist man manchmal alleine. Es ist schön, einen Bruder hier zu haben“, sagte Tekpetey im Trainingslager in Maria Alm in Österreich. Und Ampomah ergänzte: „Bernard hat natürlich mehr Erfahrung und versteht mehr, weil er schon länger in Deutschland ist. Da kann er mir helfen.“

Vorbild Anthony Baffoe

Beide drängten aber darauf, dass nicht der Eindruck entsteht, sie würden sich vom Rest der Mannschaft abspalten. „Nein, wir machen nicht alles nur zusammen, wir trennen uns auch bewusst und sitzen beim Essen zum Beispiel an getrennten Tischen bei anderen Spielern“, sagte Ampomah, der sich mit seinen Landsleuten meist im ghanaischen Twi-Dialekt unterhält.

Einer, der gezeigt hat, wie man als Ghanaer bleibenden Eindruck bei Fortuna hinterlässt, ist Anthony Baffoe. „Er ist eine Legende in Ghana. Jeder will so werden wie er“, sagt Ampomah über den ehemaligen Profi. Baffoe, heute 54 Jahre alt, schnürte von 1989 bis 1992 die Schuhe für den Düsseldorfer Bundesligisten. Einen Teil der Ablösesumme, rund 200.000 D-Mark, steuerten damals Die Toten Hosen bei, die während einer Tournee unter dem Motto „ein Bein für Toni Baffoe“ eine (Fortuna-)Mark auf den Eintrittspreis aufgeschlagen hatten. In 77 Spielen schoss Baffoe vier Tore und bereitete zehn vor.

Mittlerweile ist Baffoe Generalsekretär der ghanaischen Spielergewerkschaft, die er selbst 2009 gegründet hat. „Jedes Kind kennt seinen Namen in Ghana“, sagt Tekpetey. Nun wollen er, Ampomah, Ofori und Adams in Baffoes Fußstapfen treten. (erer)

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