Handball

MTV Rheinwacht Dinslaken vor der hohen Hürde Siebengebirge

Auf sie mit Gebrüll: Dennis Backhaus

Auf sie mit Gebrüll: Dennis Backhaus

Foto: Jochen Emde

Dinslaken.   MTV Rheinwacht Dinslaken vor der hohen Hürde Siebengebirge. Regionalliga-Spitzenreiter geht auf dem Zahnfleisch. Philipp Tuda braucht Geduld.

Seine linke Hand soll Philipp Tuda auch weiterhin noch schonen. Vor allem schwer tragen soll er nicht. Das haben die Ärzte dem Rückraumspieler des MTV Rheinwacht Dinslaken nach seinem Mittelhandbruch untersagt. Also Finger weg vom Bierkasten? „Nein, nein! Das geht ja auch mit rechts“, wendet Tuda mit einem Augenzwinkern ein. Diese Info könnte am Wochenende noch wichtig werden. Dann nämlich, wenn es Handball-Regionalligist MTV heute (18 Uhr) gelingen sollte, zwei Punkte bei der HSG Siebengebirge einzustreichen. Zur Feier des Tages würde ein Fläschchen Hopfensaft sicher gut bekommen.

Doch damit es soweit kommt, müssen die Dinslakener erst einmal die hohe Hürde Siebengebirge überwinden. Wie schwer das werden könnte, zeigt der Blick zurück auf das Hinspiel. Da hatte sich das Team von Trainer Harald Jakobs fast 45 Minuten extrem schwer getan, erst mit einem Kraftakt auf der Zielgeraden noch einen 29:26 (11:16)-Heimsieg gefeiert.

Heimstarker Gegner

„Zuhause sind sie noch einmal eine Ecke stärker “, weiß Jakobs, der dem ersten Aufeinandertreffen ansonsten nur noch wenig Bedeutung beimisst. „Das Hinspielergebnis zählt für mich nicht mehr. Wir müssen zusehen, dass wir unsere Angriffe ruhig vortragen, nicht hektisch werden und uns möglichst wenig Fehler leisten“, sagt Jakobs, der vor allem vor den gefährlichen Tempogegenstößen der Gastgeber warnt.

Das größte Pfund, mit dem die Gastgeber wuchern, ist aber die Kulisse in der heimischen Sunshine-Arena zu Königswinter-Oberpleis. Auf der eigenen Internetseite rief der Klub in den vergangenen Tagen dazu auf, zahlreich zu erscheinen, um so den mitreisenden Dinslakener Fans in Sachen Lautstärke den Schneid abzukaufen.

Abwehr verbessern

Philipp Tuda, der zwar locker wieder mittrainiert, weiterhin aber zum Zuschauen verdammt ist, macht sich wenig Sorgen darüber, dass die Atmosphäre ein Nachteil für den MTV sein könnte. „Wir bringen ja selbst genug Fans mit. Wir schaffen das auf jeden Fall. Da bin ich mir sicher“, so Tuda, der hofft, vielleicht zum Heimspiel gegen TuSEM Essen II (28. April) wieder einsatzbereit zu sein.

„Bisher ist alles gut verheilt, aber die Hand ist im Moment noch etwas steif, und da wollen wir lieber nichts riskieren. Arzt und Physio sagen, jetzt käme ein Einsatz noch zu früh. Leider.“ Das Zugucken fiel dem Leistungsträger in den vergangenen Wochen manches Mal schwer. „Es ist natürlich nicht immer einfach, wenn man von außen zuguckt und nicht mitspielen kann. Aber die Mannschaft macht das ja gut. So Ausrutscher passieren halt mal. Wenn man sich dann so ein Spiel wie gegen Opladen von außen anguckt, dann fällt es nicht ganz so schwer, dass man nur Zuschauer ist“, verrät Tuda.

Schwindende Kräfte

Damit es ihm auch heute als Besucher nicht in den Fingern juckt, müssen sich seine Teamkollegen im Vergleich zu den Vorwochen vor allem in Sachen Defensive steigern. „Die Abwehr war gegen Bonn und Königshof nicht so gut. Da müssen wir uns auf jeden Fall verbessern“, sagt Harald Jakobs.

Dem MTV-Trainer bereitet aber weiterhin ein ganz anderes Thema Kopfschmerzen. Die Mannschaft schleppt sich auf der Saisonzielgeraden nur noch durch. „Wir müssen mit Bedacht arbeiten. Alle gehen auf dem Zahnfleisch“, sagt Jakobs. So war Max Reede unter der Woche ebenso angeschlagen wie Dennis Backhaus. Der Kreisläufer wurde zudem von einer Erkältung außer Gefecht gesetzt. Jakobs bleibt optimistisch: „Die Jungs kommen auch mit dem Kopf unterm Arm.“

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