Faustball

Der TV Voerde fängt beim Faustball eine neue Zeitrechnung an

Die Faustballer des TV Voerde werden in der kommenden Saison getrennte Wege gehen. Jannik Wolff  wird zeitweise  in der Verbandsliga aushelfen, Philip Hofmann wird nach Hagen, Sebastian Pynappel nach Leverkusen wechseln, Matthias Fischer hat noch keine Entscheidung getroffen (v.l.n.r.).

Die Faustballer des TV Voerde werden in der kommenden Saison getrennte Wege gehen. Jannik Wolff wird zeitweise in der Verbandsliga aushelfen, Philip Hofmann wird nach Hagen, Sebastian Pynappel nach Leverkusen wechseln, Matthias Fischer hat noch keine Entscheidung getroffen (v.l.n.r.).

Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Nachdem sich die Faustballer mit dem fünften Platz bei den deutschen Meisterschaften verabschiedeten, startet der TVV bald in der Verbandsliga.

Alleine die Erfolge bei Deutschen Meisterschaften imponieren schon beim lesen. An den Voerder Faustballerinnen führte Mitte der 90er- bis zum Anfang der 2000er-Jahre im deutschen Faustball kein Weg vorbei, der größte Erfolg war sicher der Gewinn des Weltpokals 2001 in Porto Alegre in Brasilien. In der jüngeren Vergangenheit waren es die Männer, die gerade national, aber auch international auf sich aufmerksam machten. Neben den guten Platzierungen bei den deutschen Meisterschaften gab es beim EFA Fistball Men’s European Cup 2017 den sechsten Platz, 2018 reichte es sogar für Platz drei.

„Die Zeiten sind jetzt erst einmal vorbei, dass ist klar“, erklärt Voerdes Faustball-Abteilungsleiter Dietmar Hansen, nachdem sowohl die Damenmannschaft als auch das Herrenteam bekanntgaben, sich aufzulösen und aus den Bundesligen zurückzuziehen. Die Spieler und Spielerinnen mit großem Potenzial wechseln zur Konkurrenz ,altgediente Leistungsträger ziehen sich zurück. Es bleibt die Frage, ob bei so einem Umbruch vom TV Voerde hätte mehr getan werden können, um diese Entwicklung aufzuhalten? Dabei rückt vor allem die Beschaffenheit des Faustballfeldes und die damit verbundene Maulwurfplage wieder einmal in den Vordergrund. „Wir haben immer wieder gesagt, dass dort etwas getan werden muss. Der Rückzug der Mannschaften ist aber einzig und allein aus rein persönlichen Gründen erfolgt“, stellt Dietmar Hansen klar.

TV Voerde-Vorstandsvorsitzender Hans-Werner Tomalak weist den Vorwurf, sich zu wenig um die Faustballer gekümmert zu haben, auch deutlich zurück: „Jede Abteilung wird beim TV Voerde gleich behandelt. Natürlich hat der Platz unsere besondere Aufmerksamkeit gefordert, aber dort haben wir mit der Stadt Voerde und dem Kreis die bestmögliche Lösung gefunden.“ Im Frühjahr 2019 wird ein spezielles Netz in den Platz eingelassen, so dass die geschützten Maulwürfe sich eine andere Behausung suchen müssen, die Gesamtkosten des Umbaues belaufen sich auf rund 70.000 Euro.

„Dass sich die Mannschaften aus der Bundesliga zurückziehen, habe ich aus der Zeitung erfahren und mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen. Wir werden jetzt wieder von unten anfangen müssen, der Faustball wird beim TV Voerde aber weiterhin eine wichtige Rolle spielen“, erklärt Tomalak.

Neustart in der Verbandsliga

Auch Dietmar Hansen will weitermachen. Gerade im Männerbereich sieht er in den nächsten Jahren doch einiges an Potenzial. „Die zweite Mannschaft ist in die Verbandsliga aufgestiegen, die werden wir jetzt mit dem Rest der alten ,Ersten’ ergänzen. Auch im Jugend-Bereich haben wir durchaus Spieler mit Potenzial. Trotzdem ist es natürlich nicht einfach, im Faustball einen vernünftigen Unterbau in der Jugend aufrecht zu erhalten“, meint Hansen. Die Damen werden ab der nächsten Feldsaison in der Landesliga spielen. Die Hallen-Saison bestreiten sie in der 2. Bundesliga.

Die große Ära ist in Voerde nun also erst einmal vorbei. Die Verantwortlichen sind sich einig,die Abteilung weiterzuführen und wie in der Vergangenheit auch über kontinuierliche Arbeit entwickeln zu lassen. „Wir haben niemals Druck auf die Faustballer ausgeübt. Gerade die Damen haben sich damals zu so einem Top-Team entwickelt, weil sie über Jahre zusammen gespielt haben“, meint Tomalak.

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