Fußball Kreisliga C

Willi Willert beim SV Vonderort: 115 Kilo geballte Torgefahr

Kai Willi Willert (Vonderort). SG Oberhausen II gegen SV Vonderort. Fußball, Kreisliga C. Foto: Felix Hoffmann

Kai Willi Willert (Vonderort). SG Oberhausen II gegen SV Vonderort. Fußball, Kreisliga C. Foto: Felix Hoffmann

Foto: Felix Hoffmann

Bottrop.  Zum Saisonwechsel schloss sich dem SV Vonderort eine komplette Mannschaft an. Kai Willi Willert und Co. stürmten gleich an die Tabellenspitze.

16:0 für den SV Vonderort hieß es letzten Sonntag nach der Kreisliga C-Partie bei der SG Oberhausen II. Und besonders ein Spieler des SV dürfte den Oberhausenern noch ein ganzes Weilchen im Kopf rumspuken. Gleich sieben Mal netzte Kai Willi Willert (27) ein, darunter zwei lupenreine Hattricks.

„Sieben Tore in einem Spiel? Nee, das ist mir vorher noch nie gelungen. Es waren schon mal vier, auch mal fünf, aber sieben auf einen Streich? Nein, das war eine Premiere“, fasst ein gut gelaunter Kai Willi Willert die Eindrücke des Spiels zusammen. Beim gelernten Mechatroniker Willert wird Fußball geatmet, der ist sozusagen in seiner DNA angelegt. Bereits im zarten Alter von zwei Jahren wurden ihm die Fußballschuhe bei den Bambinis des FC Batenbrock geschnürt. Seit dem ist die Liebe zum Ballsport heiß und innig und bis heute nicht um ein Grad erkaltet. Für den FC Batenbrock spielte er auch den größten Teil seiner bisherigen Laufbahn, erst beim FC und später bei den Batenbrocker Ruhrpott Kickern.

Auch der Wunschtrainer wechselte mit zum SV Vonderort

Zu Saisonbeginn wechselte die komplette Mannschaft von BW Fuhlenbrock II zum SV Vonderort und damit auch Kai Willi. In Fuhlenbrock sollten nach dem Aufstieg personelle Änderungen vorgenommen werden. Doch das kam für Willert und seine Mitspieler nicht in Frage, denn eins war klar: das Team aus langjährigen, guten Freunden und Sportskameraden wollte zusammenbleiben.

Elf Freunde sollt ihr sein: Die in Fußballkreisen so oft bemühte Floskel ist bei Willert und Co. gelebtes Ideal. Das soll sich nun auch beim SV Vonderort nicht ändern. Kai Willi geht ins Detail: „Das gibt es ja heute kaum noch, dass ein Team fast ohne Veränderungen acht Jahre zusammen spielt. Das ist alles natürlich gewachsen, wir sind eng miteinander befreundet. Da war klar, dass es es uns nur zusammen gibt. Beim SV sind wir vom Start weg unheimlich unterstützt worden. Der Verein steht voll hinter uns und es gibt eine sportliche Perspektive über die Saison hinaus. Das macht so einfach Sinn und vor allem großen Spaß.“

Kai Willi Willert bekommt Corona auf den Hüften zu spüren

Dazu passt, dass Kai Willi Willert und seine Teamkollegen es just zu dieser Saison geschafft haben, mit Mike Schweitzer ihren absoluten Wunschtrainer nach Vonderort zu lotsen. Es läuft derzeit einfach richtig rund und macht das letzte halbe Jahr ein wenig vergessen. Willert fühlte sich während der Corona-Unterbrechung null ausgelastet, für jemanden, der den Fußball jeden Tag lebt, war das keine schöne Zeit. „Ich habe dann auch noch ordentlich zugenommen, es war ja nichts machbar. Man hatte keine Bewegung, es durfte nicht trainiert werden. Und ich war schon immer ziemlich stabil gebaut und da habe ich bei den ersten Trainingseinheiten richtig stark gemerkt, dass komplett die Puste fehlt. Aktuell sind es so ca. 115 Kilo bei 172 cm Größe, da schleppe ich schon ordentlich was mit mir rum“, gibt er lachend zu.

„Wie kann der Fettsack da so Tore schießen?“ Das ist nur einer von vielen dummen Sprüchen, die sich Willert auf und neben dem Platz schon anhören durfte. „Gegenspieler und Zuschauer tun sich da nicht viel“, stellt er fest. Die Antworten gibt Willert einfach auf dem Platz: Er lässt Tore sprechen, nicht Worte. Dass es natürlich nicht schön sei, wenn man von jemandem drei Dinger eingeschenkt bekommt, über den man vor dem Spiel noch gelacht habe, dafür zeigt Kai Willi sogar ein wenig Verständnis. Für jene, die sich da daneben benehmen, statt das Fair Play zu achten. Schön findet er es trotzdem nicht: „Das geht ja nicht nur mir so. Wie Schiedsrichter manchmal angegangen werden, ist einfach schlimm. Das hat mit Sport einfach nichts zu tun. Es wäre schön, wenn das aufhören würde. Aber wenn die Emotionen hochkochen …, das wird wohl leider nie ganz zu stoppen sein.“

Die Bottroper sind auch neben dem Platz ein eingespieltes Team

Wenn sich mal nicht alles um Fußball dreht, dann schwingt Kai Willi Willert auch gerne mal das Tanzbein. Aktuell ist das leider nicht so möglich wie in den letzten Jahren, aber das Feiern kommt deshalb nicht zu kurz. Mit der Mannschaft ist er auch neben dem Platz gern und viel unterwegs, ein zünftiger Mannschaftsabend mit gutem Essen und kalten Drinks steht immer mal wieder auf der Agenda, wobei in dieser Saison schon mehr darauf geachtet wird, dass am Spieltag alle fit und startklar sind.

„Das Ziel heißt Aufstieg und da machen wir jetzt schon mal Abstriche, was das Nacht- und Kneipenleben angeht“, schiebt Kai Willi augenzwinkernd hinterher, um mit einem Lachen hinzuzufügen: „Am kommenden Sonntag haben wir spielfrei, da werden wir am Samstag Abend sicher was unternehmen. Aber wir gehen trotzdem am Sonntag alle zum Platz und unterstützen gemeinsam unsere zweite Mannschaft.“ Das ist echte Liebe.

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