Fußball Bezirksliga

VfB Bottrop stellt auf Null

Blick in eine ungewisse Zukunft: Kapitän Nico Albert (r.) hielt dem VfB Bottrop die Treue und geht mit einer komplett neuen Mannschaft in die Bezirksliga-Saison 2018/19.

Blick in eine ungewisse Zukunft: Kapitän Nico Albert (r.) hielt dem VfB Bottrop die Treue und geht mit einer komplett neuen Mannschaft in die Bezirksliga-Saison 2018/19.

Foto: Michael Korte

Bottrop.   Zum Saisonauftakt am Dienstagabend sind die Schwarz-Weißen kaum noch wieder zu erkennen, Trainer Mevlüt Ata muss 13 Abgänge verkraften.

Der erfolgreiche Kern, mit dem der VfB Bottrop in den vergangenen Jahren in der Landes- und Bezirksliga Fußball spielte, existiert nicht mehr. 13 Abgänge – fast durchgängig Leistungsträger – zwingen Trainer Mevlüt Ata zu einem Neuanfang. Die Stimmung vermiesen lässt sich der 47-Jährige davon aber längst nicht mehr.

Zusage zählt nur eine Woche

Grund dafür hätte der Motor des Bottroper Traditionsvereins allemal. Etwa wegen Spieler-Abmeldungen auf den letzten Drücker, obwohl Innenverteidiger Laszlo Szalkai noch vergangene Woche für eine weitere Saison im Jahnstadion zugesagt hatte. Oder wegen den Verhandlungen mit möglichen Neuzugängen. „Da verlangen die Spieler 400 Euro plus Siegprämie. Das kann ich nicht nachvollziehen“, verschlug es Mevlüt Ata mehr als einmal die Sprache.

David Hücker, Samuel Kahnert, Laszlo Szalkai, Kevin Wagener (alle Abwehr), Nico Andreadakis, Inan-Hasan Basar, Amrullah Bayhoca, Kevin Dämmer, Marcel Dibowski, Devin Müller, Hendrik Schloßarek (alle Mittelfeld), Cedric Kroll, Marco Matuszzak (alle Angriff): Auch die Liste der Abgänge verschlägt die Sprache. Die Formation inklusive Ersatzbank kämpfte so in der zurückliegenden Spielzeit um Punkte – und verstreut sich jetzt von Hüls über Buer bis Oberhausen in alle Winde. Zurück bleiben eine Hand voll erfahrene Kicker wie Fabian Blanik, Nico Albert oder Besir Muga, der Nachwuchs um Ali Al-Hakim oder Karl Kukuczka sowie etliche Neuzugänge. „Der erste Schritt: Wir müssen das Team stabilisieren. Es braucht Sicherheit und ein neues System“, macht Ata deutlich, dass der Fokus in den kommenden Wochen auf Teambuilding und Taktik liegt.

Panik? Angst? Nicht mit Mevlüt Ata

Bei all den negativen Meldungen und der Stunde Null im Jahnstadion steckt Bottrops Coach nicht den Kopf in den Sand – im Gegenteil. Ata spürt den Rückhalt und die gute Arbeit des verbreiterten Vorstandes, geht positiv gestimmt an die neue alte Aufgabe. „Natürlich wird es in diesem Jahr sehr schwer, aber ich mache mir weder Panik noch Angst. Wir haben ein junges und talentiertes Team.“ Der 47-Jährige setzt fort: „Wenn die Jungs hart arbeiten, werden sie Erfolg haben.“

Angesichts des Neustarts hütet sich Mevlüt Ata davor, Prognosen für die neue Spielzeit abzugeben – zumindest was seine eigene Elf betrifft. „Wir sind ja nicht auf den Kopf gefallen“, kommentiert der Trainer, der in einer erwartet stärkeren Staffel Absteiger Hamborn ganz vorne sieht. Dahinter würden sich Buchholz, Dingden und der SC 1920 um die Plätze streiten. Der VfB Bottrop orientiert sich dagegen in eine andere Richtung.

Die Abgänge in der Übersicht: David Hücker (Rhenania Bottrop), Samuel Kahnert, Amrullah Bayhoca (beide DJK Arminia Klosterhardt), Laszlo Szalkai, Kevin Dämmer, Marcel Dibowski (alle VfB Hüls), Kevin Wagener (Wacker Obercastrop), Nico Andreadakis (Concordia Oberhausen), Cedric Kroll, Inan-Hasan Basar (beide BV Rentfort), Devin Müller (SSV Buer), Hendrik Schloßarek (Karriereende), Marco Matuszzak (Adler Osterfeld).

Die Zugänge in der Übersicht: Emre Temel (reaktiviert), Sercan Istek (SC Frintrop), Alex Tschalumjan (VfB Hüls), Seven Güzel (PSV BW Duisburg), Merih Copur (SpVgg. Sterkrade 06/07), Lars Streich (SV Schermbeck U19), Niko Adorf (AFC Oberhausen), Gajendran Balamurali (84/10 Bergeborbeck), Ceyhun Kavak (Spvg. Meiderich 06/95), Can Esen (Rhenania Bottrop U19), Sahir Güclü, Moritz Blayers.

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