Fußball Bezirksliga

VfB Bottrop knackt mit Plan C den Reeser Beton

Devin Müller

Foto: Michael Gohl

Devin Müller Foto: Michael Gohl

Bottrop.   Ata-Elf landet gegen den SV Haldern einen 7:1-Kantersieg. Amrullah Bayhoca schnürt einen Dreierpack.

Der VfB Bottrop pflügt weiter durch die Bezirksliga, gegen den SV Haldern gelang der Mannschaft von Mevlüt Ata am Sonntag der sechste Sieg im sechsten Spiel. Beim 7:1-Schützenfest brachte ein Kniff des Trainers die Hausherren schon früh auf die Siegerstraße, statt Plan B griff Plan C.

„Es geht für uns als Trainer darum, Lösungen zu finden.“ Mit einem breiten Grinsen lief Mevlüt Ata am späten Sonntagnachmittag über den Rasen des Jahnstadions - in dem Wissen, eben jene Lösungen mal wieder gefunden zu haben. Gegen die Betonmischer-Azubis aus Rees (15 Gegentreffer vor der Partie) beorderte der Coach zur Überraschung aller Devin Müller ins Sturmzentrum. Das Kraftpaket aus dem defensive Mittelfeld agierte als äußerst beweglicher Wandspieler, der dazu den „Spielaufbau“ der Gäste schon in vorderster Linie störte. Pierre Weyerhorst, immerhin Toptorjäger der Schwarz-Weißen, rotierte dafür auf die Bank, bereits nach sechs Minuten klopfte sich das Trainerteam für diese Maßnahme auf die Schultern.

Power-Fußball macht frühe Führung möglich

Mit einem schönen Pass setzte der über weite Strecken starke Amrullah Bayhoca Kollege Müller im Strafraum ein, der 21-Jährige fackelte nicht lange und versenkte den Ball trocken im linken Eck. Das gewünschte frühe Tor war die Krönung einer Anfangsphase, in der Bottrop Power-Fußball anbot und Haldern rund um den eigenen Sechzehner einschnürte. Der Tritt aufs Gaspedal währte aber nur kurz, mit seinem vielen Ballbesitz und der drückenden Überlegenheit wusste der VfB in der Folge wenig anzufangen. Zündende Ideen, Genauigkeit und Höhepunkte blieben Mangelware, ein Freistoß von Nico Andreadakis (22.) sowie eine Direktabnahme von Müller (32.) waren das Höchste der Gefühle.

Die Genauigkeit kehrte erst kurz vor der Pause wieder in die Beine der Ata-Elf zurück. Cem Sakiz setzte sich sehenswert auf rechts durch und fand per Flanke den Kopf von Fabian Blanik, der auf Nico Andreadakis weiter leitete. Aus drei Metern besorgte der Regisseur mutterseelenallein die beruhigende Zwei-Tore-Führung.

Pierre Weyerhorst erzielt sechsten Saisontreffer

Eine Flanke von Sakiz führte auch in Durchgang zwei schnell zum Erfolg, direkt mit Wiederanpfiff köpfte Joker Weyerhorst wuchtig zum sechsten Saisontor ein. Ein Wirkungstreffer, der SVH kickte endgültig nicht mehr auf Bezirksliga-Niveau. Bottrop konnte jetzt schalten und walten, bekam Räume und zog das Spiel immer wieder breit. Daraus resultierte das 4:0 von Bayhoca, der nach einigen wirkungslosen Dribblings in Hälfte zwei den Schalter umlegte und das Leder aus kurzer Distanz in den Winkel nagelte (74.). Im Anschluss verließ Rückkehrer und Kapitän Nico Albert nach souveräner Premiere den Rasen, was seine Defensive kurzzeitig ins Chaos stürzte. Oder in eine Schlafphase, wie es Mevlüt Ata nach Abpfiff bemerkte.

Folge war der Anschluss der Gäste durch ihren ersten Torschuss (78.), mit einer tollen Dreifach-Parade verhinderte Keeper Marco Rinski danach noch Schlimmeres. Auf der Gegenseite vergab Bottrop dagegen Chance über Chance, erst in den letzten fünf Minuten schraubten die Gastgeber das Ergebnis in die Höhe. „Emu“ Bayhoca fuhr mit seinen Gegnern im Strafraum gleich doppelt Achterbahn und traf technisch hochwertig (85./90.), dazu schnürte Neu-Torjäger Devin Müller seinen Doppelpack (87.). Bei den SF Königshardt fehlt der Aggressiv-Leader nächste Woche jedoch, nachdem er am Sonntag seine fünfte Gelbe Karte sah - im sechsten Saisonspiel. Neue Lösungen müssen also her für die 90 Minuten in der Nachbarschaft, das Stürmerkarussel dreht sich mit Höchstgeschwindigkeit. Bewerber gibt es nicht erst seit Sonntag zur Genüge.

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