Jugendfussball

VfB Bottrop ist ein Remis von der Überraschung entfernt

Efe Hakan Atar (in schwarz) und der VfB Bottrop verkauften sich gegen den SV Straelen gut, hatten am Ende aber mit 0:4 das Nachsehen. Der Sprung in die Niederrheinliga ist trotzdem noch möglich.

Efe Hakan Atar (in schwarz) und der VfB Bottrop verkauften sich gegen den SV Straelen gut, hatten am Ende aber mit 0:4 das Nachsehen. Der Sprung in die Niederrheinliga ist trotzdem noch möglich.

Foto: Andreas Hofmann / WAZ

Bottrop.   Die U15 des VfB Bottrop verliert in der Niederrhein-Qualifikation zwar mit 0:4 gegen den SV Straelen, ist aber weiter voll im Rennen.

Die C-Jugend des VfB Bottrop hat sich eine glänzende Ausgangsposition für die Niederrheinliga erspielt. Auch wenn gegen den SV Straelen am Samstag kein Kraut gewachsen war und die Elf von Bozhidar Dimitrov eine 0:4-Pleite kassierte, reicht im abschließenden Duell mit Düsseldorf schon ein Remis zum Sprung in den überkreislichen Fußball.

Anas Bentaleb El Majdouli rannte seine rechte Seite rauf und runter, bis die Luft weg blieb. Bottrops Nummer acht warf sich in jeden Zweikampf und ließ seine technische Klasse mit Hackentricks und schnellen Drehungen aufblitzen, kurzum: Der 13-Jährige holte alles aus sich heraus. Nur nutzte das alles wenig, denn sein Gegenspieler kickte auf dem gleichen Niveau – und war zwei Köpfe größer.

Kleine Pik-Träger gegen die gelbe Dampfwalze

70 Zuschauer sahen am Samstagnachmittag ein ungleiches Duell zwischen dem VfB Bottrop und dem SV Straelen. Auf der einen Seite die kleinen Pik-Träger mit einem Kader von 14 Kickern, bestehend etwa zur Hälfte aus Jung- und Altjahrgängen. Auf der anderen Seite eine gelbe Dampfwalze von der niederländischen Grenze, die mit ihrem Altjahrgang bereits letzte Saison Niederrheinliga-Erfahrung gesammelt hatte und mit satten zehn Ersatzspielern ins Jahnstadion rollte. Doch zumindest 40 der 70 Minuten warfen die Hausherren dem SVS erfolgreich Steine ins Getriebe.

„Wir waren jeweils die ersten 20 Minuten jedes Durchgangs auf Augenhöhe und haben kein Tor kassiert – das war stark“, freute sich Trainer Bozhidar Dimitrov über den couragierten Auftritt seiner Elf. Die kam zwar kaum geordnet über die Mittellinie und hatte alle Hände voll mit Abwehrarbeit zu tun, dennoch tat sich der Favorit schwer.

Die erste Chance gehört dem VfB Bottrop

Und vielleicht wäre sogar eine große Überraschung drin gewesen, wenn der VfB seine erste Möglichkeit im Spiel genutzt hätte. Denn in Minute 17 dribbelte und schnippelte sich Taner-Mustafa Kaymak durch den gegnerischen Sechzehner und legte auf Bruder Soner-Bilal ab, der aus kurzer Distanz aber noch entscheidend gestört wurde. Mit dieser Szene ging ein Ruck durch die Mannschaft. Plötzlich spielte Bottrop mutig bis ins letzte Drittel und jagte euphorisiert jedem Ball nach – bis ein Straelener Konter die beste offensive Phase der Schwarz-Weißen beendete.

Die erste klare Chance der Gäste führte zum Treffer (23.) und gleich in der nächsten Aktion landete ein Distanzschuss nach Ecke abgefälscht im rechten Eck – 0:2 und der VfB Bottrop am Boden. Doch von dort rettete sich der Gastgeber immerhin in die Pause und zeigte Zähne, etwa als Efe Hakan Atar in letzter Sekunde in einen Schuss grätschte und das 0:3 verhinderte (35.).

Bottrops Torhüter Rahmi Denizer zeichnet sich aus

Nach dem Muster der ersten Hälfte ging es auch nach dem Seitenwechsel zur Sache. Bottrop verteidigte leidenschaftlich und bedankte sich mehrfach bei Keeper Rahmi Melik Denizer für gute Paraden – doch in Minute 55 war auch der Schlussmann mit seinem Latein am Ende und fischte den Ball aus den Maschen. Straelen setzte noch den vierten Treffer oben drauf (63.) und sicherte sich so vorzeitig die Qualifikation zur Niederrheinliga kommende Saison, während Julian Haut und Mohamed Maatouk mit ihren Torschüssen Selbstvertrauen für die letzte Partie kommenden Samstag sammelten.

Dann geht es zu Turu 1880 Düsseldorf, die den STV Hünxe am Samstag mit 7:0 vom Platz schossen. Dennoch: Der VfB Bottrop steht im Kampf um den zweiten Quali-Platz mit der um einen Treffer besseren Tordifferenz glänzend dar und könnte schon mit einem Unentschieden die mittelgroße Sensation perfekt machen. „Wir haben unser Endspiel“, sagte das Trainerduo Dimitrov und Marc Steinmann nach Abpfiff nicht ohne Stolz – weil sich ihr Team bislang auf Niederrheinliga-Niveau bewegt. Auch zwei Köpfe kleiner.

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