Unterwasserrugby

UWR: Bottroperin Lisa Morawietz freut sich über WM-Silber

Lisa Morawietz (Nr. 4) gewann mit Deutschland die Silbermedaille.

Lisa Morawietz (Nr. 4) gewann mit Deutschland die Silbermedaille.

Foto: Jörg Oertel

Bottrop.  Die Bottroperin Lisa Morawietz hat bei der Weltmeisterschaft im Unterwasserrugby die Silbermedaille gewonnen – und in Graz viel erlebt.

„Wir hatten ein großes Päckchen dabei“, sagt Lisa Morawietz rückblickend. Die Unterwasserrugby-Spielerin vom DUC Bottrop war mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im österreichischen Graz – und hat die Silbermedaille gewonnen. Das große Päckchen war die Goldmedaille, die die deutsche Mannschaft bei den vorherigen Meisterschaften gewonnen hatte. Entsprechend groß waren die Erwartungen, die Morawietz und ihr Team erfüllen wollten.

Hatte es bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Kolumbien noch knapp nicht zur Teilnahme gereicht, durfte die Bottroperin nun ihr Debüt auf der internationalen Bühne feiern. Eltern und Freund begleiteten die 29-Jährige nach Graz und erlebten, wie sich Morawietz und ihre Mannschaftskolleginnen von Spiel zu Spiel steigerten. Die knappe Niederlage im Finale gegen Norwegen war nach einer anfänglichen Enttäuschung schnell vergessen. „Es stand 0:0, in der Verlängerung konnten wir dann irgendwann nicht mehr Stand halten. Im ersten Moment ist das natürlich niederschmetternd, schon nach kurzer Zeit konnte ich mich aber über die Leistung und die Medaille freuen“, blickt Morawietz zurück.

Ohne Probleme durch die Vorrunde

Durch die Vorrunde marschierte das deutsche Team noch ohne große Mühe. „Da hätten wir schon einen großen Bock schießen müssen, um auszuscheiden“, sagt die Bottroperin. Im Halbfinale gegen Finnland ging es dann zum ersten Mal in die Verlängerung – mit dem Golden Goal für die deutsche Mannschaft. Dann folgte die knappe Finalniederlage.

„Das war schon ein anderes Niveau, in Deutschland wird etwas sanfter gespielt. International geht es ruppiger zu“, sagt Morawietz und erkennt auch die Leistung der anderen Teams an. „Die Türkei ist zum Beispiel noch relativ neu dabei und hat schon gutes Rugby gespielt“, sagt sie.

Regeneration zwischen den Spielen

Zwischen den Spielen stand immer wieder Regeneration auf der Tagesordnung. „Wir hatten eine Physiotherapeutin mit dabei, die uns immer wieder fit gemacht hat“, sagt Morawietz und betont: „Es ist eine tolle Erfahrung, mit der Mannschaft so lange auf einem Fleck zu sein und sich nur auf den Sport zu konzentrieren.

Neben den sportlichen Höhepunkten freute sich die Bottroperin, dass sie viele alte Bekannte wieder getroffen hat. „Freunde aus Australien und den USA haben auch mitgespielt“, beschreibt sie. Viel Zeit, sich zu unterhalten, habe es während der Weltmeisterschaft aber nicht gegeben. „Wir haben da nicht am Beckenrand gestanden und viel gequatscht“, sagt sie. Das wurde alles auf der großen Abschlussparty nachgeholt.

Medaille bekommt einen Ehrenplatz

Auch der Kontakt zu Familie und Freund hielt sich in Grenzen. „Klar haben wir uns gesehen, aber große Sightseeingtouren haben wir nicht gemacht. Ich musste meine Kräfte ja zusammenhalten“, sagt sie. Mit ihrem Freund, der ebenfalls Unterwasserrugby spielt, habe sie sich aber immer mal wieder über ihre Leistungen ausgetauscht. „Das war schon wichtig. Gerade wenn ich in einer Partie mal nicht gespielt habe.“

Jetzt ist sie mit der Medaille zurück in Bottrop. Für die muss sie noch einen geeigneten Platz finden. „Bisher habe ich sie viel herumgezeigt und deshalb liegt sie noch auf dem Küchentisch. Aber ich werde noch einen guten Platz finden. So eine besondere Medaille hatte ich schließlich noch nie.“

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