Tennis

TC Feldhausen: Eine sportliche Heimat für Murat und Osama

Die Flüchtlinge Murat (2. v. l.) und Osama (2. v. r.) schwingen inzwischen beim TC Feldhausen den Schläger, nachdem erste Gehversuche im Fußball fehl schlugen. Unterstützung leisten Murats Vater Mudin (l.), die städtische Betreuerin Elke Köhler und Trainer Julius Metz.

Die Flüchtlinge Murat (2. v. l.) und Osama (2. v. r.) schwingen inzwischen beim TC Feldhausen den Schläger, nachdem erste Gehversuche im Fußball fehl schlugen. Unterstützung leisten Murats Vater Mudin (l.), die städtische Betreuerin Elke Köhler und Trainer Julius Metz.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Feldhausen.  Die Flüchtlingskinder Murat und Osama schlagen seit Mai beim TC Feldhausen auf – der löst damit gleich zwei Probleme.

Seit Mai diesen Jahres bekommen zwei Jungen aus den Flüchtlingsunterkünften am Feldhausener Liboriweg die Möglichkeit, ihrem neuen Lieblingssport nachzugehen. Beim TC Feldhausen schwingen sie seitdem die Tennisschläger.

Flucht aus dem Alltagstrott – wenn auch nur für ein paar Stunden

Der Initiative von zwei engagierten Feldhausener Bürgern und Bürgerinnen verdanken es der 13-jährige Osama aus Syrien und der elfjährige Murat aus der Türkei, dass sie zumindest einmal die Woche ihrem Alltagstrott entfliehen können.

„Die Jungs stammen beide aus großen Familien und müssen sich neben der Schule oft um ihre kleineren Geschwister kümmern“, beschreibt Elke Köhler, ehrenamtliche Helferin der Stadt Bottrop, den Alltag der beiden Jungen. So war es sowohl für die beiden Jungen als auch für den TC Feldhausen ein Segen, als Elke Köhler und Theo Gahlen – ein weiterer ehrenamtlich Engagierter und ehemaliger Aktiver beim TC Feldhausen – sich darum kümmerten, dass Osama und Murat beim ortsnahen Tennisverein von der Schloßgasse unterkamen.

Fußball zieht beim Duo den Kürzeren

Beide Jungen probierten sich zuvor mit dem runden Leder, jedoch bereitete ihnen der Fußball aus verschiedenen Gründen keine Freude. „Unter älteren Mitspielern fühlte ich mich einsam und allein gelassen. Tennis macht mir viel mehr Spaß“, berichtet der elfjährige Murat. Für Osama ergab sich beim Fußball ein anderes Problem: „Wir waren irgendwann nicht mehr genug, um eine richtige Fußballmannschaft stellen zu können“, sagt er über seine ersten Gehversuche beim TSV Feldhausen.

So sind beide seit Mai aktive Tennisspieler und sehr froh darüber. Glücklich über die Anwesenheit Osamas und Murats schätzt sich auch der TC Feldhausen in Person von Jugendwart und Trainer Julius Metz. „In diesem Altersbereich haben wir nur einige wenige Kinder im Verein und sind daher froh über den neuen Zuwachs“, kommentiert Metz die Neuzugänge. „Darüber hinaus sind die beiden sehr engagiert bei der Sache und wir hoffen, dass sie schnellstmöglich auch in einer Mannschaft spielen können“, zeigt sich Metz sehr erfreut.

Elke Köhler hofft auf weiteres Engagement

Der nun nahende Winter bedeutet für die Tennisspieler, dass die Saison auf den roten Ascheplätzen beendet ist und auf Tennishallen ausgewichen werden muss. Hier ist noch nicht geklärt, ob für die beiden Jungen eine Trainingsmöglichkeit bis zum kommenden Frühjahr gegeben sein wird. Deshalb hofft Elke Köhler auf weitere engagierte Mitbürger und Mitbürgerinnen, die den Kindern und ihren Familien ein wenig ihrer Zeit schenken.

„Es gibt noch immer sehr viel zu tun in den Flüchtlingsunterkünften. Die Kinder sind fast den ganzen Tag mit der Schule und der Anfahrt dorthin beschäftigt. Da würde ihnen ein bisschen Abwechslung gut tun, doch dazu bräuchten wir noch mehr helfende Hände, um den Kindern mehr Optionen zur Freizeitgestaltung zu ermöglichen“, erklärt Elke Köhler und hofft auf mehr Unterstützung bei ihrer Arbeit.

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