Frauenfußball

Sportverbot: BW Fuhlenbrock fürchtet um sein Pflänzchen

Christiane Weidemann (r.) treibt in Fuhlenbrock den Neuaufbau einer Frauenmannschaft voran. Die Corona-Pandemie erweist sich dabei jedoch als zusätzliche Herausforderung.

Christiane Weidemann (r.) treibt in Fuhlenbrock den Neuaufbau einer Frauenmannschaft voran. Die Corona-Pandemie erweist sich dabei jedoch als zusätzliche Herausforderung.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Neuaufbau gerät ins Stocken: Fuhlenbrock hatte schon wieder zwölf Spielerinnen zusammen, doch Corona stört die Bemühungen empfindlich.

Ein dickes Fell und einen guten Psychologen, das brauche man, verrät uns Christiane Weidemann, die große Dame des Frauenfußballs bei Blau-Weiß Fuhlenbrock , mit einem Augenzwinkern. Die Situation ist schwierig wie noch nie. Erst musste das Frauenteam vom Spielbetrieb abgemeldet werden (wir berichteten), jetzt verstellt die Corona-Krise die Chancen für einen zielgerichteten Neuaufbau.

Viele Jahre waren die Kickerinnen von BW Fuhlenbrock das Aushängeschild des Frauenfußballs in Bottrop. Doch zu Beginn der aktuellen Saison zerstoben die Ambitionen des Vereins, weil gleich sieben Spielerinnen das Probetraining bei der neu gegründeten Frauenfußballabteilung des FC Schalke 04 wahrnahmen und sich im Anschluss vier Spielerinnen dem neu gegründeten Team der Gelsenkirchener anschlossen. Das alles kurz vor Saisonstart, so dass die Fuhlenbrocker keine Chance mehr hatten, ihren Kader noch rechtzeitig neu aufzufüllen. Ein harter Schlag, der bis heute nicht richtig verdaut ist, die Enttäuschung sitzt immer noch tief bei den Verantwortlichen.

BW Fuhlenbrock beklagt fehlende Perspektive

So auch bei Christiane Weidemann, Geschäftsführerin bei Blau-Weiß und Leiterin der Damenfußballabteilung. Neben dem schwierigen Neuaufbau kommen aktuell noch die Unwägbarkeiten des zweiten Lockdowns und der damit verbundenen Einstellung des kompletten Trainingsbetriebs. „Wir können aktuell gar nicht agieren, es fehlt eine Perspektive, wie es in den nächsten Monaten weiter geht“, beschreibt Christiane Weidemann die aktuelle Situation, um dann weiter ins Detail zu gehen: „Mittlerweile haben wir ja schon wieder einen Kader von zwölf Spielerinnen, daruntere sind auch drei Juniorinnen, mit denen wir regelmäßig trainieren und einen Neuaufbau mit Blick auf die nächste Saison wagen könnten. Jetzt aber steht das auch wieder auf dünnem Eis, denn durch den Trainingsausfall ist es natürlich schwer, die Aktiven bei der Stange zu halten. Es fehlt da einfach eine konstruktive Perspektive, wie es weiter geht.“

Die Situation nährt den Frust, auch wenn das Verständnis für die aktuellen Maßnahmen natürlich da ist und Weidemann betont, dass die Gesundheit aller natürlich die höchste Priorität genießt. Trotzdem stehen bestimmte Regelungen in der Kritik, wurde doch in den vergangenen Monaten an einem Hygienekonzept gearbeitet und das bis zum erneuten Lockdown erfolgreich mit den einzelnen Abteilungen umgesetzt. „Warum draußen im Freien nicht mit Abstand trainiert werden darf, während im Klassenraum und im öffentlichen Nahverkehr die Leute auf engstem Raum zusammen sein können, will mir nicht so richtig einleuchten. Außerdem ist gerade Sport wichtig für das Immunsystem und auch für eine gute psychische Verfassung. Das wird mir zu wenig thematisiert“, findet Christiane Weidemann klare Worte zum aktuellen Geschehen. Und sie weiß, wovon sie redet, denn ihr Aufgabenfeld umfasst auch den Reha-Sport, wo sie die positiven Auswirkungen jeden Tag direkt beobachten kann, glücklicherweise könne da aber in kleinen Gruppen weiter gemacht werden, so Weidemann.

Aufgeben kommt für Christiane Weidemann nicht in Frage

Nicht nur der eingestellte Sportbetrieb sorgt für Probleme, auch die geschlossenen Ämter bzw. der Umstand, dort nur noch mit einem vereinbarten Termin vorstellig werden zu können, beeinflusst den Tagesplan der multiaktiven Bottroperin. Anmeldungen, neue Spielerpässe, alles das, was vorher gut zu händeln war, bedeutet im Moment wesentlich mehr Zeitaufwand und Organisationstalent. Dass Christiane Weidemann ohne Zweifel hat und die sich weiter mit großem Engagement für die Belange der Fuhlenbrocker Damenmannschaften einsetzen wird. Denn eines ist sicher: Christiane Weidemann hat ein dickes Fell und ist oft selbst Psychologe. In guten wie in schlechten Zeiten.

Mehr Sportnachrichten aus Bottrop

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben