Judo

Plan A ist aufgegangen: Jan Tefett wird Judo-Landestrainer

Er wollte unbedingt als Judotrainer arbeiten, jetzt hat er die Chance als Landestrainer: Jan Tefett vom JC 66 Bottrop.

Er wollte unbedingt als Judotrainer arbeiten, jetzt hat er die Chance als Landestrainer: Jan Tefett vom JC 66 Bottrop.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Bottrop / Witten.  Der 25-Jährige vom JC 66 Bottrop beendet seine aktive Karriere und wird hauptberuflich Trainer. Vorbilder für diesen Weg hat er im Verein.

Was seine beruflichen Pläne angeht, sei er sei eigentlich Realist, sagt Jan Tefett, „oder vielleicht ist Pessimist da das bessere Wort“, meint er, und erklärt: „Von einem Traum zu sprechen ist vielleicht zu viel, aber ich hatte auf jeden Fall immer der Wunsch, als Judotrainer zu arbeiten. Ich wusste aber, dass die Chance nicht so groß ist. Man könnte sagen, dass es mein Plan A war, aber ich habe das nie richtig als Plan A verfolgt.“ Trotzdem ist genau dieser Plan jetzt aufgegangen: Der Kämpfer des JC 66 Bottrop ist als Trainer beim Judo-Landesverband NRW angestellt – eine einmalige Chance, für die er auch seine aktive Karriere aufgibt.

„Das war in den vergangenen Monaten schon so, dass ich im Verein mehr Traineraufgaben übernommen habe und natürlich auch das Management des Bundesliga-Teams“, sagt Tefett, „das wird eher noch mehr, so dass ich selbst nicht mehr dazu komme, selbst zu trainieren. Auch wenn ich jeden Tag auf der Matte stehe.“ Gemeinsam mit Kansetsu Eguchi teilt er sich die Stelle als Landestrainer im U15-Bereich.

Vereine in Bottrop und Witten sind ein großes Pfund in Westfalen

Der Japaner ist für den niederrheinischen Bereich zuständig, Tefett leitet das Stützpunkt-Training in Bottrop und in Witten. „Aktuell ist da jeweils eine Einheit, aber da soll langfristig noch eine dritte hinzukommen. Und dann bin ich natürlich oft am Wochenende im Einsatz und auf Lehrgängen.“ An beiden Standorten hat er starke Vereine im Rücken.

„Bottrop und Witten-Annen sind eben die besten Vereine in Westfalen, dadurch sind da auch die Stützpunkte und so leben die beiden Sachen voneinander. Wenn ein starker Verein vor Ort ist, profitiert davon natürlich der Stützpunkt sehr“, erklärt Tefett, der sich gleichzeitig weiter ehrenamtlich als Trainer beim JC 66 engagiert.

Tefett orientiert sich am Weg von Frank Urban und Sven Helbig

„Da bin ich auch weiter in allen Altersklassen im Einsatz, das erlaubt mein Vertrag“, erklärt der neue Landestrainer, „und am Stützpunkt beschränke ich mich eben auf die U15.“ Auch wenn Tefett an so einen Weg in die Trainerkarriere nie richtig geglaubt hat, hatte er die richtigen Vorbilder.

„Ich wusste immer, dass es geht, dass man auch als Judotrainer hauptberuflich arbeiten kann. Dafür hatte ich die Vorbilder ja auch im Verein, mit Frank Urban zum Beispiel, oder Sven mit seinem Schulprojekt.“ Urban ist am Stützpunkt für die weibliche U18 zuständig, der ehemalige Weltcup-Sieger Sven Helbig kümmert sich besonders um die Gewinnung und Ausbildung des jüngeren Judo-Nachwuchs.

Kalala Ngoy übernimmt die Klasse -66 kg in der Bundesliga

„Ich wusste also, dass es geht. Und als diese Chance jetzt kam, musste ich sie nutzen“, sagt Tefett, dessen aktive Karriere damit beendet ist.

In den bisherigen Bundesliga-Kämpfen des JC 66 stand er noch auf der Matte, gegen UJKC Potsdam und JT Hannover in einem Monat wird in der Klasse -66 Kilogramm Kalala Ngoy auf die Matte gehen. „Er hat wieder Kampfgewicht“, macht sich Tefett darum keine Sorgen.

Trainerjob ist für Tefett eine einmalige Chance

Auch wenn er noch ein paar Jahre in der Bundesliga hätte kämpfen können, ist das erstmal kein Thema mehr. Die Verletzungsgefahr würde seinen Trainerjob gefährden. „Klar könnte ich sagen: Ich kämpfe noch vier Jahre und gucke dann – aber ob dann nochmal ein Landestrainer gesucht wird? Man braucht eben auch ein bisschen Glück, dass es gerade passt. Und jetzt hatte ich eben die Chance, vom Judo zu leben.“

Jetzt war die Stelle ausgeschrieben, Tefett bewarb sich, bekam den Zuschlag. Die A-Lizenz hat er schon, aktuell absolviert er in Köln auch den Lehrgang zum Athletik-Trainer. Alles auf die Karte Judo setzt er allerdings nicht.

„Ich studiere Politikwissenschaften. Auch wenn das etwas länger dauert, mache ich das auf jeden Fall fertig“, sagt er. Da ist er Realist, oder Pessimist. Und wenn Plan A doch aufgeht – umso besser.

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