Leichtathletik

Mateusz Przybylko begeistert bei der NRW-Gala

Mit einem mächtigen Satz über 2,35 Meter holte sich

Foto: Michael Korte

Mit einem mächtigen Satz über 2,35 Meter holte sich Foto: Michael Korte

Bottrop.   Hochspringer aus Leverkusen pulverisiert seine Bestmarke und siegt mit 2,35 Metern. Shields beerbt Bottrops Sprinterkönig Collins

Das Jahnstadion hat einen neuen Publikumsliebling. Mateusz Przybylko drückte der 4. NRW-Gala des LC Adler Bottrop am Sonntag seinen Stempel auf. Der Hochspringer des TSV Bayer 04 Leverkusen verbesserte seinen persönlichen Rekord um unglaubliche fünf Zentimeter und gewann den Wettbewerb nur knapp unter der Weltjahresbestmarke mit 2,35 Metern. Das stellte selbst das hochkarätig bestückte 100m-Finale der Männer in den Schatten.

Mateusz Przybylko ließ sich Freude strahlend auf die Tartanbahn des Jahnstadions purzeln, blickte in den Himmel und genoss den tosenden Applaus des Publikums. Der 25-jährige hatte für den absoluten Höhepunkt des Bottroper Leichtathletik-Meetings gesorgt. Die gestandenen 2,35 Meter waren gleich in mehrfacher Hinsicht beeindruckend. Przybylko gehörte nicht zu den eingeladenen Athleten, seine persönliche Bestmarke hatte zwar gute Leistungen, nicht aber absolute Weltklasse erwarten lassen. Und hätten ihn nach den übersprungenen 2,35 Metern nicht leichte Muskelbeschwerden zur Vorsicht geraten, dann hätte der gebürtige Bielefelder auch noch die aktuelle Weltjahresbestmarke von Mutaz Barshim in Angriff genommen. Der Hochspringer aus Katar siegte vor zehn Tagen in Oslo mit 2,38 Metern.

Hochsprung als Höhepunkt der Veranstaltung

Nicht nur von der sportlichen Leistung begeistert war Dirk Lewald. Der 2. Vorsitzende des gastgebenden LC Adler Bottrop und Chef-Organisator des Meetings erklärte: „Mateusz ist ein fantastischer Typ. Ich habe noch keinen Sieger gesehen, der sich nach dem Wettbewerb in dieser Herzlichkeit beim Kampfgericht bedankt. Einfach ein sehr sympathischer Kerl.“ Für Lewald war die Spitzenleistung im Hochsprung der Höhepunkt einer durchweg gelungenen Veranstaltung. „Die Temperaturen waren optimal, der Regen natürlich nicht, aber dafür können wir ja nichts“, so Lewald, der mit Blick auf den reibungslosen Ablauf der NRW-Gala, die vielen zufriedenen Teilnehmer und das bestens unterhaltene Publikum feststellte: „Viel besser hätte es kaum laufen können. Bottrop ist immer wieder für eine Überraschung gut.“

Ein kleines Problem gab es am Sonntag trotz penibler Vorarbeit dennoch und betraf ausgerechnet den Höhepunkt der Laufwettbewerbe: Um schnelle Zeiten zu fördern, hatte sich der LC Adler dazu entschlossen, die Sprints über 100 Meter und die Hürdenwettbewerbe auf der Gegengeraden des Stadions auszutragen. Dort schob die Athleten ein ordentlicher Rückenwind Richtung Ziel. In den Vorläufen über 100 Meter deuteten dann auch einige Läufer an, dass die Zehn-Sekunden-Marke erneut geknackt werden könne. Allen voran Ryan Shields (Jamaika) und Vorjahressieger Kim Collins (St. Kitts und Nevis). Shields gewann seinen Vorlauf über 100 Meter in 10,32 Sekunden (+4,0 Meter Rückenwind), Collins in 10,56 (+2,3). Doch der LC Adler musste seine Entscheidung nach den Vorläufen und Hinweisen der Athleten revidieren. „Der Auslauf war zu kurz, die Ziellinie nicht eindeutig. Manche Läufer wähnten sich zu früh im Ziel“, erklärte Lewald. Die Finals wurden somit vor der Haupttribüne ausgetragen. Shields siegte bei 2,2 Metern Gegenwind in 10,51 Sekunden und verwies einen angeschlagenen Kim Collins (10,56) knapp auf den zweiten Platz. „Dass Kim überhaupt angetreten ist, zeigt, wie wichtig ihm Bottrop ist“, sagte Lewald nach dem Wettkampf. Der Sprinter aus der Karibik hatte mit einer Magenverstimmung zu kämpfen, ließ sich davon aber nicht abhalten: „Ihm war speiübel, andere hätten einfach aufgegeben.“

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