Jugendfussball

Klaus Fischer und der Fallrückzieher für den Trophäenschrank

Einmal gelernt, niemals vergessen: Klaus Fischer (2. v. l.) beim Kopfball-Duell mit Sponsor Hans-Jürgen Krusenberg (r.) – was für gute Laune bei Trainer Werner Wildhagen (l.) und Bottrops Sportlichem Leiter Mevlüt Ata sorgt.

Einmal gelernt, niemals vergessen: Klaus Fischer (2. v. l.) beim Kopfball-Duell mit Sponsor Hans-Jürgen Krusenberg (r.) – was für gute Laune bei Trainer Werner Wildhagen (l.) und Bottrops Sportlichem Leiter Mevlüt Ata sorgt.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Bottrop.  Die Fußballschule der Schalke-Ikone kommt in den Herbstferien zum FC Bottrop 19 – mit ehemaligen Profis, aber ohne Fischers großes Kunststück.

Ohne Offensive können sie nicht: Klaus Fischer und der Bottroper Bezirksligist FC 19. Da ist es nur logisch, dass die Fußballschule des ehemaligen Weltklasse-Stürmers vom 14. bis zum 17. Oktober in Welheim Halt macht. Auf die sieben- bis 14-jährigen Kinder und Jugendlichen kommt die geballte Ladung Fußball zu, auch wenn das berühmteste Kunststück von Fischer nicht auf dem Trainingsplan steht.

Schulterverletzung hält Klaus Fischer nicht vom Kicken ab

Klaus Fischer geht schnurstracks auf die 70 Jahre zu, doch die Reflexe eines Fußballers in Ballnähe legt der Bayer wohl nie wieder ab. So betritt Fischer an diesem Dienstagabend den Kunstrasen und hat schon wenige Augenblicke später die Kugel an sich kleben. Das Kopfball-Duell mit dem Bottroper Arzt Hans-Jürgen Krusenberg klappt prächtig – Schulterverletzung hin oder her. „Das ist vor zehn Tagen bei der Traditionsmannschaft passiert“, erzählt die Schalker Vereins-Ikone kurz darauf. „Ich habe den Ball angehalten, anstatt sofort einzuschieben – und wurde vom Torwart abgeräumt.“ Ein bisschen Rost bleibt dann doch nicht aus.

Den schüttelt Klaus Fischer spätestens in gut einem Monat wieder ab, wenn er erneut in Bottrop aufschlägt – und weitere ehemalige Profis wie RW Oberhausens Werner Wildhagen oder Fortuna Düsseldorfs Ehrenspielführer Gerd Zewe mitbringt. Dass in der Ausbildung junger Fußballerinnen und Fußballer viel Bedarf besteht, daran lässt der zweitbeste Torschütze der Bundesliga-Historie keinen Zweifel.

Nur Tore vor Augen – aber den Kopf unten

„Manchmal kommen Kinder zu mir, wo ich mich frage: Was machen die Trainer eigentlich? Wollen nur aufs Tor schießen, aber können den Ball nicht stoppen und haben immer den Kopf unten. So wird das nix.“ Klare Kante des 69-Jährigen, der deshalb die Grundlagen ganz oben auf die Prioritätenliste setzt. Ballkontrolle, Dribblings, Passen, Kopfball – verpackt unter anderem in kleine Wettbewerbe und ein Abschlussturnier.

Zur Sache geht es in zwei Einheiten am Morgen und Mittag, vier Tage am Stück in je nach Anmeldungen jeweils zehn- bis zwölfköpfigen Gruppen. Die unterscheiden sich nach Alter – und dem Können. „Bei großen Leistungsunterschieden verändern wir die Gruppen. Wir wollen die Kinder nicht über- und nicht unterfordern, sie sollen mit Spaß und Konzentration bei der Sache sein“, erklärt Werner Wildhagen. Mevlüt Ata, Initiator und Sportlicher Leiter des FC, ergänzt: „Vier Tage Fußball mit neuen Freundschaften und neuen Erfahrungen werden ein Erlebnis, das die Kinder im Kopf behalten.“

Fallrückzieher für den Trophäenschrank

Und dann wäre da noch die Sache mit Klaus Fischers Markenzeichen, dem Fallrückzieher. Lässt sich so etwas trainieren? Steht es gar auf dem Programm in Welheim? „Es gibt Dinge, die kann man und es gibt Dinge, die kann man nicht“, antwortet der Schütze des Jahrhunderttores anno 1977. Sowieso lasse sich so etwas nicht speziell trainieren, betont Fischer. Ganz ohne auskommen muss der Nachwuchs dennoch nicht, denn auf die Besten warten Silber- und Goldpokale mit der ikonischen Bewegung. Der Fallrückzieher für den Trophäenschrank.

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