Renntage

Junge Carrera-Fahrer lassen in Bottrop die Flitzer sausen

Die vierspurige, 30 Meter lange Strecke sorgt bei den Gästen im Spielraum für Aufsehen. Das Jugendamt hat sie extra für die Renntage aufgebaut.

Foto: Thomas Gödde

Die vierspurige, 30 Meter lange Strecke sorgt bei den Gästen im Spielraum für Aufsehen. Das Jugendamt hat sie extra für die Renntage aufgebaut. Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Die Renntage des Jugendamtes kommen an. Diesmal wurde ein Familienturnier ausgefahren. Veranstalter überlegt, Rennen künftig weiter auszurichten.

Gefragt ist ein sensibler Daumen, wenn sich die jungen Carrera-Fans bei spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen im Spielraum messen. Sie haben den Finger auf dem Handreglers und beobachten, wie ihr Flitzer Runde um Runde in der langen 30 Meter-Bahn dreht. Mal liegt der rote, dann wieder der gelbe Wagen vorne. Auf der Leinwand flimmern die Zeiten und die zurückgelegte Strecke auf. Der Zähler schnellt in die Höhe. „Jetzt bloß nicht aus der nächsten Kurve fliegen, dann hast du es“, ruft einer der Väter dem Nachwuchs zu. Er fiebert bei dem kurzen Duell mit. Er ist später selbst am Drücker, denn auch Erwachsene dürfen diesmal mitmachen.

Das Familienturnier der Carrera-Renntage ist am Sonntagmittag ein Spaß für Groß und Klein. Sechs Teams gehen an den Start, jeder möchte einen der begehrten Pokale mit nach Hause nehmen. Jens Büscher (47) und Sohn Tilman (6) sind erfahrene Rennprofis. Sie bauen ihre eigene Carrera-Bahn immer zu Weihnachten auf. Für sie ist das Turnier eine Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. „Wer nicht rausfliegt, der gewinnt. Darin haben wir eben Übung“, erklärt der Bottroper mit einem Grinsen.

Mit ganzem Herzen bei der Sache

Für Vater Raphael (33) und Tochter Finja Schmuck (9) zählt einzig die Teilnahme. „Die Erwachsenen haben heute genauso viel Spaß, wie die Kinder. So eine Veranstaltung sollte es häufiger geben“, lobt der Carrera-Liebhaber. Er hat bei seinen Proberunden die Leidenschaft zu den Wagen wiederentdeckt. „Als ich klein war, da hatte ich mal selbst eine Bahn. Damals ging es uns aber darum, die Autos am weitesten aus der Kurve zu jagen. Das ist jetzt etwas anders.“

Am Rand der Strecke hat sich Veranstalter Ulrich Schulz vom Jugendamt postiert. Er moderiert und kommentiert die Rennen zusammen mit Tobias Kramer, der die Fahrer von seinem Platz aus aufruft. Schulz erklärt, dass er sich in Zukunft vorstellen kann, die Rennen – die er seit rund 20 Jahren in Schulen, Bibliotheken und Jugendzentren ausrichtet – ab und an nochmal stattfinden zu lassen.

„So ganz aufhören möchte ich dann doch nicht. Die Kinder sollen das Hobby so lange genießen, wie es nur eben geht. Es geht auch darum, dass sie mal aus ihrem Zimmer rauskommen und nicht nur an der Spielekonsole sitzen. Wo gibt es sonst so eine große Bahn noch? Ich bin weiterhin mit ganzem Herzen dabei und möchte die Mädchen und Jungen nicht enttäuschen.“

Ausrichter und Teilnehmer kennen sich schon

Schulz überlegt, in den kommenden Jahren die begehrten Events, trotz seines baldigen Ruhestandes, als Honorarkraft zu veranstalten. „Mal schauen, wie es weitergeht. Ich möchte mich in diesem Punkt noch nicht so festlegen.“

Der Carrera-Fan kennt viele seiner Rennschützlinge persönlich, sie begrüßen den Ausrichter mit Vornamen. „Ulrich, wie viel Runden habe ich denn jetzt noch? Bin ich im Finale? Hörst du wirklich auf?“, fragt einer der jungen Teilnehmer den hiesigen Carrera-Experten. Schulz schüttelt den Kopf, die Mundwinkel heben sich.

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