Handball

Jetzt hilft nur noch ein Bier

Lennart Blum (am Ball) setzt sich gegen Alexander Spoo durch.

Foto: Felix Hoffmann

Lennart Blum (am Ball) setzt sich gegen Alexander Spoo durch. Foto: Felix Hoffmann

Bottrop.   Der SC Bottrop kassiert die siebte Niederlage im siebten Saisonspiel. Trainer Heiko Seidel glaubt aber an ein baldiges Ende der Durststrecke.

Nach dem Abpfiff musste Heiko Seidel kräftig durchpusten. Der Trainer des SC Bottrop schien sprachlos angesichts dessen, was seiner Mannschaft in den vorigen 60 Spielminuten widerfahren war. Der Verbandsligaaufsteiger hatte sich für das Heimspiel gegen die Reserve von Adler Königshof einiges vorgenommen – doch was dem SCB blieb, war eine herbe 21:41-Heimschlappe und ein neuer Tiefpunkt der aktuellen sportlichen Krise. So warten die Bottroper auch nach dem siebten Spieltag weiter auf den ersten Punktgewinn.

„Um ehrlich zu sein, weiß ich auch noch nicht so ganz wie ich diese Partie einordnen soll“, zeigte sich Seidel unmittelbar nach dem Abpfiff sichtlich bedrückt. Natürlich schmeckt dem SC-Coach die derzeitige Situation ebenso wenig wie seinen Spielern, die völlig enttäuscht das Spielfeld verließen. „Uns allen ist klar, dass wir endlich anfangen müssen zu punkten. Aus diesem Loch können wir nur gemeinschaftlich rausklettern, anders geht es nicht“, so Seidel. Rückblickend auf die Partie gegen Königshof hielt sich Seidel aber mit kritischen Worten zurück und sprach lediglich von einer „im Kollektiv schwachen Leistung. Egal auf welcher Position, wir haben einfach schlecht gespielt.“

Nur zehn Minuten mitgehalten

Lediglich der Anfangsphase konnte Seidel durchaus positive Aspekte abgewinnen. Bis zur zehnten Minute (6:8) schien es, als könne der Gastgeber mit den favorisierten Gästen Schritt halten und dem eigenen Anhang bei der Rückkehr in die Sporthalle an der Berufsschule ein spannendes Duell bescheren. „Die ersten Minuten waren in Ordnung, dann sind wir aber auf unerklärliche Art und Weise eingebrochen“, musste Seidel mit ansehen, wie Königshof Tor um Tor davonzog; bis zur 23. Minute wurde der Vorsprung gar auf zehn Tore ausgebaut (9:19), so dass die Partie bereits zu diesem Zeitpunkt gelaufen schien und sich die Köpfe der Bottroper immer weiter Richtung Boden neigten. „Es gab kaum Gegenwehr. Hinten ging fast jeder Ball rein, auch da wir in der Deckung viel zu passiv waren. Und im Angriff haben wir etliche Dinger verworfen oder leichtfertig vertändelt“, so Seidel.

Von Besserung war auch nach dem Seitenwechsel praktisch nichts zu spüren. Zwar bemühten sich die Hausherren nach dem 12:21-Pausenstand um Schadensbegrenzung, aber „selbst das ist uns kaum gelungen.“ Bleibt für die Bottroper die Frage, wie es künftig weitergehen soll. Denn wollen sie kein ähnliches Schicksal erleiden wie einst Lokalrivale Adler 07, der nach nur einer Saison in der Verbandsliga sang- und klanglos wieder abstieg, müssen in den kommenden Wochen endlich die ersten Erfolge her.

„Ein Patentrezept gibt es leider nicht“, so Seidel. Der Trainer erinnerte sich mit einem Lächeln zurück an seine Zeit in Biefang: „Da haben wir mal auf eine schmerzliche Niederlage reagiert und uns an einem Trainingsabend lediglich zu einem Bier und einer lockeren Gesprächsrunde getroffen. Und es hat sogar genützt, da wir das anschließende Spiel gegen den Tabellenersten deutlich gewonnen haben.“

Vier-Punkte-Spiel in Grefrath

Ob die Bottroper aber auf etwaige Methoden zurückgreifen werden, scheint eher fraglich. „Wir werden in den kommenden Tagen neben den Trainingseinheiten auch viel miteinander sprechen und versuchen, die Köpfe frei zu kriegen.“ Ein Schritt, der dringend notwendig scheint, denn bereits am kommenden Samstag reist der SC-Tross zum Gastspiel bei der Turnerschaft Grefrath, wo die Bottroper laut Heiko Seidel ein „Vier-Punkte-Spiel erwartet. Da wollen wir wieder Gas geben.“

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