Laufsport

Herbstwaldlauf gelingt auch mit Matsch

Jan Roßkothen vom LC Adler startet beim Grubenwehrlauf ganz vorn (223), am Ende kommt nur Matt Schaake (schwarzes Stirnband) vor ihm ins Ziel.

Foto: Heinrich Jung

Jan Roßkothen vom LC Adler startet beim Grubenwehrlauf ganz vorn (223), am Ende kommt nur Matt Schaake (schwarzes Stirnband) vor ihm ins Ziel. Foto: Heinrich Jung

Auch wenn bei der 45. Ausgabe kein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt wird, sind die Organisatoren glücklich. Die Aktiven kämpfen mit dem Schlamm

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Noch ist es relativ leer im Zielbereich des Herbstwaldlaufs unter dem markanten Förderturm von Prosper-Haniel. Mareike Ressing und Nina Endt, die beiden schnellsten Bottroperinnen über zehn Kilometer, stehen da, sprechen kurz über die Strecke, die hinter ihnen liegt, schauen an sich herunter: Während Ressings regenbogen-geringelte Laufsocken immerhin nur mit einigen Matschflecken übersät sind, ist Endt fast von oben bis unten mit Schlammspritzern bedeckt.

„Am Anfang bin ich hinter einer Gruppe hergelaufen, da bin ich immer wieder nass geworden. Aber auch sonst war die Strecke sehr matschig“, beschreibt Endt, die nach 39:57 Minuten als neue Bottroper Stadtmeisterin und Gesamtzweite durchs Ziel lief. „Die Zeit hatte ich mir vorgenommen, die Erste war eine Minute vor – alles gut also“, ist die Titelverteidigerin glücklich.

„Immer wenn ich nicht krank oder verletzt bin, ist das Wetter Mist“

Mareike Ressing dagegen blieb 48 Sekunden über der 40-Minuten-Marke, war aber trotzdem zufrieden: „Nach vier, fünf Wochen Pause war das okay“, sagte die Inhaberin des Herbstwaldlauf-Streckenrekords (aus dem Jahr 2012). Ressing, die den kurzen Weg von zu Hause bis zum Start zum Einlaufen nutzte, meinte: „Ich trainiere hier, aber so ist es natürlich schöner als alleine einen Tempolauf zu machen. Es ist auch eine kleine Hassliebe: Immer wenn ich nicht krank oder verletzt bin, ist das Wetter Mist.“

Auch 2017. Der Regen in der Nacht und am Morgen hatte ganze Arbeit geleistet – denn auch wenn es quasi mit dem Zehn-Kilometer-Startschuss von oben trocken wurde, waren die Bedingungen für die Läuferinnen und Läufer schwierig.

400 Läufer kommen nicht zum Start

Fast 2000 Aktive, inklusive Endt und Ressing, hielt das aber nicht davon ab, sich trotzdem über vier verschiedene Distanzen auf die Strecke zu machen. Jörg Schlegel von Veranstalter Adler-Langlauf rechnete dann auch unmittelbar nach dem ersten Startschuss: „Inklusive Nachmeldungen haben wir fast 2200 Starter. Es sind aber nur 1808 auf die Strecke gegangen.“

Das lag natürlich am Wetter. Das kam den Veranstaltern allerdings gar nicht so unrecht, der Vorsitzende Stephan Allermann hatte sich sogar im Vorfeld extra etwas Nieselregen gewünscht – vor allem, damit die Strecke möglichst frei von sonstigen Besuchern wäre. Der Wunsch ging in Erfüllung.

Teilnehmerfeld kurz vorm Maximum

Dass von 2165 Gemeldeten „nur“ 1808 liefen, entzerrte die Lage auch für alle anderen Teilnehmer – der Herbstwaldlauf ist schwer beliebt bei Teilnehmern aus ganz Deutschland, den Benelux-Ländern und auch bei mindestens einem Kasachen, der vom Streckensprecher freudig ausgerufen wurde. Alle da.

Im Zielbereich wird es voll

Und auch wenn das Event nicht aus allen Nähten platzt, ist der Lauf kurz vorm Limit, wie Jörg Schlegel erklärt: „Wir überlegen immer wieder mal, einen Anmeldestopp zu machen – allerdings kommen so viele Leute mit weiter Anreise hierher, da wollen wir nicht sagen: Nein, es geht nicht mehr.“

Und so wurde es, nur wenige Minuten nach dem Zieleinlauf von Ressing und Endt und trotz des Ausfalls einiger Schönwetter-Läufer, voll im Zielbereich, als die Masse der Zehn-Kilometer-Starter einlief. Allermann und Schlegel räumten auf und sorgten dafür, dass die „Beiläufer“, also die 50-Kilometer-Starter, die gerade da die Hälfte ihres Laufs absolviert hatten, es unfallfrei um die Spitzkehre bei Start-Ziel schafften. Alles gut gegangen.

Jörg Schlegel zog schon früh eine positive Bilanz: „Bis darauf, dass ein paar mehr als sonst zu Hause geblieben sind – alles wie immer.“ Das klingt unaufgeregt, heißt aber: Es war wie immer sehr gut.

Mehr als 100 Helfer sorgen für einen Erfolg

Grillgeruch gemischt mit Schweiß, das Steigerlied aus den Blasinstrumenten der „Ruhrkrainer“ bei jedem Start, Jubel im Zieleinlauf, die deutlich mehr als 100 Helfer von Adler-Langlauf, ob bei der Startnummernausgabe, in der Caféteria, an den Verpflegungsstationen oder bei der Straßensperre mit der Polizei auf dem Alten Postweg: All das hat dafür gesorgt, dass der Herbstwaldlauf als eine der größten Bottroper Sportveranstaltungen auch bei der 45. Ausgabe eine echte Erfolgsgeschichte wurde – natürlich auch im Matsch.

ZU DEN ERGEBNISSEN

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik