Mädchenfußball Kreispokal

Grafenwald gegen ASC Leone: Tolle Fair-Play-Aktion im Finale

Drei Finger in die Luft:Sophie Fockenberg traf nach einer guten halben Stunde zum 3:0, das war die Vorentscheidung für das Team aus Bottrop im Finale gegen ASC Leone Wanne-Eickel.

Drei Finger in die Luft:Sophie Fockenberg traf nach einer guten halben Stunde zum 3:0, das war die Vorentscheidung für das Team aus Bottrop im Finale gegen ASC Leone Wanne-Eickel.

Foto: Rainer Raffalski

Herne / Bottrop.  Mit 5:0 feierten die B-Juniorinnen des VfL Grafenwald aus Bottrop den Endspielsieg in Herne. Der ASC bedankte sich danach für eine faire Geste.

Als eine Spielerin des ASC Leone Wanne-Eickel verletzt auf dem Boden blieb und auch nach einer Behandlung nicht zurück aufs Feld im Pokalfinale zurückkehren konnte, musste Hermann Hasebrink nicht lange überlegen: Da Leone keine Auswechselspielerin auf der Bank hatte, rief auch der Trainer der B-Juniorinnen des VfL Grafenwald eine seiner Spielerinnen vom Platz, um mit zehn gegen zehn wieder für Gleichzahl sorgen. Selbstverständlich sei das, fand er, auch in einem Pokalfinale, obwohl nicht einmal eine halbe Stunde gespielt war und es nur 1:0 stand. Am Ende feierte Grafenwald einen 5:0-Sieg und bekam ein großes Lob vom Gegner.

„Das war super Fair Play“, sagte Leone-Trainer Roberto Ardu nachher und bedankte sich auch öffentlich nochmal bei Hasebrink.

„Es geht nicht um das Gewinnen um jeden Preis“

Der erklärte seine Entscheidung: „Eine meiner Spielerinnen hat auch von hinten gerufen: Warum sind wir so fair? Aber ich denke, der Spaß und der sportliche Vergleich sollten im Vordergrund stehen und nicht das Gewinnen um jeden Preis. Das wollen wir unseren Spielerinnen ja auch vermitteln.“

Auch im zehn-gegen-zehn war der Leistungsunterschied zwischen beiden Teams im Kreispokalfinale deutlich, Grafenwald gewann am Ende 5:0 dank der Tore von Carolin Gutbier (2), Sophie Fockenberg, Sophia Hoffmann und Edith Alfes. „Das war eine tolle Mannschaftsleistung“, so Hasebrink, der sich vor dem Spiel einige Gedanken gemacht hatte. Nicht nur, dass Grafenwald beim letzten Vergleich vor zwei Jahren gegen Leone verloren hatte und er einen top-motivierten Gegner erwartete – die jungen Wöllerinnen reisten auch direkt von der Mannschaftsfahrt an.

Wöllerinnen kamen direkt von der Fähre zum Platz

Seit Freitag war das Team auf Norderney gewesen. Sonntagmorgen ging es dann nach dem Frühstück direkt mit dem Bus zur Fähre, in Autos dann direkt zum Platz. „Wir waren auch pünktlich eine Stunde vor Anstoß am Platz“, so Hasebrink, „aber ich hatte befürchtet, dass meiner Mannschaft in der zweiten Hälfte etwas die Kraft ausgeht – man geht auf einer Mannschaftsfahrt ja nicht unbedingt um neun Uhr ins Bett“, meinte er nachher schmunzelnd. „Aber sie wurden wohl von der Euphorie durchs Endspiel getragen. Dafür haben sie dann sicher abends gut geschlafen.“

Ein großer Erfolg für das Team, bei dem ein Großteil der Spielerinnen sogar noch in der U15 oder U13 spielen dürften. „Wir spielen gemischt bei den B-Juniorinnen, damit wir überhaupt ein Team zusammenkriegen“, erklärt Hasebrink.

Nicht zum ersten Mal eine Spielerin vom Feld genommen

Dass der VfL ein Spiel nur zu zehnt beendete, weil der Gegner nicht wechseln konnte, kam übrigens nicht zum ersten Mal vor. „Das haben wir auch in der Meisterschaft schon mal gemacht“, so Hasebrink. „Bei den Mädchen ist die Spielerdichte nicht so hoch, deshalb treten viele Gegner ohne Auswechselspielerinnen oder sogar zu zehnt an. Wenn man dann gewinnt, nur weil man mehr Spielerinnen hat, hat das einen fahlen Beigeschmack. Wenn wir gewinnen, dann fair.“ Und das gilt natürlich auch im Pokalfinale.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben